Novigrad/Istrien – Ovaro/Friaul

Heute Sonntag schlafen die meisten Slowenen noch als wir in ihrem Durcheinander von parkierten Autos und Motorrädern wendend und zick-zack fahrend das Weite suchen. Bei einem offenen Konzum und einer Tankstelle bessern wir unseren Brotvorrat und unsere Dieselreserve für Kuna 9.61 vor Slowenien auf und schleichen uns über Nebenstrassen nach Italien.

Es ist gar nicht so einfach die Euro 15.- für die par Kilometer Schnellstrasse in diesem Eurostaat zu umfahren. Ueber eine Tankstellen Zufahrt erreichen wir schliesslich am im Abriss begriffenen Italienischen Zollamt vorbei Triest. Dass wir aber auf italienischem Boden sind ist für uns erst sicher als wir die Ortschafstafel Triest passiert haben und gleich darauf die Umfahrungsautobahn erblicken.

Kaum 50 km später nach der Abzweigung der Autobahn auf die E55 nach Udine wird unser Traum vom Regen halbwegs wahr. Jedenfalls können wir relativ früh die Kumulus-Wolken über den Dolomiten erblicken und schon bald sinken die Aussentemperaturen auf 30 und dann auf 28 Grad.

Bei Tolmezzo verlassen wir die Autobahn in Richtung Westen bis Villa Santina wo es in ein Seitental bis nach Ovaro geht. Hier auf dem Camping Spin scheint uns die Vegetation nicht so ausgetrocknet wie in Kroatien zu sein. Den Blick hinauf auf den Grenzberg „Hochspitz“ (2581 müM) verheisst für den Abend gutes zu bringen. Kühlender Regen!

Doch vorerst findet unser Regenfest wo anders statt. Ein leichtes und immerhin kühles Lüftchen sowie um 16.15 Uhr ein sanftes 1 . Donnergrollen von weit her; mehr gaben unsere dunklen Wolken nicht her. Doch nachdem wir in der Trattoria „Al Blitz“ vier historisch feine Pasta-Gerichte aus der Gegend vernichtet und wir noch mit 2 Bikern aus Stuttgart gute Gespräche geführt hatten versöhnte sich der Himmel mit uns. Es regnete leicht.


4 Hystoire Pasta Chez « Al Blitz », a la Mode du Chef
Etwa um 900 nChr, Pasta Karfreitag, Einführung einer fleischlosen Tortellinis
Pasta 2: Ca. 3 cm grosse Päckchen mit Riccotta-Käse mit frischen Birnenstückchen gefüllt an Schnittlauchsauce
Pasta 3: Nudeln mit geräuchten Forellenfillets , Tomaten, Spinat und Kräutern
Pasta 4: Ca. 5 cm grosse Maultaschen an einem speziellen Gemisch von Käsecreme (halb, mittel lang haltbar) überbacken

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Osor/Cres nach Novigrad/Istrien

Nach vier Tagen beim historischen Bernsteinkanal wo sich die heutigen Inseln Losinj und Cres teilen verbrachten wir auf zwei Campingplätzen je zwei Uebernachtungen die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Der Eine hypermodern in einer Ferienanlage mit östlichen Gästen im offenen Gelände installiert und dementsprechend heiss und der andere in einem hochstämmigen Pinienwald. Viele Ameisen und lästige grüne Käfer störten uns im heissen Gelände erheblich. Der Erste südlich auf der Insel Losinj und der Zweite nördlich des Kanals auf der Insel Cres .

Der nördlicher Platz war mit Gästen der westlichen Welt belegt und einfach, sauber und preisgünstig wogegen der Südliche exclusiv und mit Kuna 180.- (Fr 30.-) an der oberen Preisgrenze angesiedelt ist. Damit wir die Temperatur im Camper auch nachts im eigentlich kühleren Pinienwald stetig über 30 Grad halten konnten schalteten wir extra die Bodenheizung ein. Dies stellten wir allerdings erst bei unserer Abreise fest.

Das antike Städtchen Osro mit ihrer 4000jährigen Geschichte wurde erst in jüngerer Vergangenheit durch den Schiffbau und den Bernsteinkanal berühmt als die Insel Losinj und Cres eben durch diesen Kanal getrennt wurden.

Die 50 km bis zur Fährstation bei Porozina am nördlichen Ende der Insel war landschaftlich Einmalig. Die Sicht von den bis 400 m hohen Bergen (Televrina 589 müM) war zwar heute wegen dem diesigen Wetter eingeschränkt, aber es lässt sich trotzdem erahnen wie es bei klarer Sicht aussehen könnte. Derzeit kostet die halbstündige Ueberfahrt für 2 Personen mit unserem 6.64 m langen Camper Kuna 281.- oder etwa Fr 50.-.

Die kleine Stadt Cres wird umfahren und daher sehen wir diesen Ort nur von oben. Hier verkehrt auf der anderen Seite der Insel auch eine Fähre nach der Insel Krk aber wir wollen ja definitiv weiter nach Istrien. Nur gut, dass derzeit unten bei Porozina keine Fähre entladen wird, denn dann hätten wir auf der schmalen Strasse hinunter wahrscheinlich ein Problem.

Etwa um 1000 Uhr sind wir in Porozina und bereits eine halbe Stunde später bringt uns die 120 Auto fassende Fähre hinüber auf’s Festland nach Prestova und damit nach Istrien.

Hier geht es zuerst steil bergan bis wir die Hauptstrasse Rjeka – Porec erreichen. Die 64 führt uns in Berg und Talfahrt von Hügel zu Hügel. Die schmucken Häuser zeugen von Wohlstand in dieser Gegend und die angenehme Fahrweise seit langem auf sehr guten Strassen bei wenig Verkehr ist ein Genuss. Einzig gegen die Mittagszeit meldet sich der Hunger und als wir etwas zum Essen einkaufen wollten landeten wir im Regionalspital Pazin anstatt beim Konzum.

In der Provinz-Stadt Pazin sah Heidy ein Schild mit der Aufschrift Konzum und direkt daneben ein reger benutzter Parkplatz unter Bäumen. Also gerade richtig zum Parkieren im Schatten direkt neben dem vermeintlichen Einkaufstempel. Kein Hinweisschild, keine Tafel nur eine Barriere welche offensichtlich nur von Notfallautos befahren werden dürfen sind Hinweise welche wir erst bei näherer Betrachtung ausmachen können.

Eine fliessend Englisch sprechende Dame – es könnte eine Aerztin gewesen sein – klärte Heidy mit dem Hinweis auf, es sei trotz Spitalparkplatz kein Problem hier zu parken um in der Stadt ein zu kaufen. Wir entschliessen uns deshalb gleich hier unser Mittagsmahl einzunehmen und vielleicht später den Einkauf vorzunehmen. Am Rande der Stadt trafen wir dann zufällig auf einen Lidl.

In Porec eingetroffen lotste mich Heidy nordwärts. Hier sollen die Campingplätze liegen die wir suchen. Gegen 1400 Uhr und nachdem es seit über einem Monat das letzte Mal geregnet hatte landeten wir bei Novigrad auf dem Camping Sirena. Einen Platz den man ruhig als Aufenthaltsort für die reicheren Slowenen aus dem Nachbarland bezeichnen könnte. Inmitten von Slowenen campieren wir hier also als exotische und am Aussterben begriffene ehemalige Eidgenossen.

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