Adliswil – Thayngen – Stuttgart – Würzburg – Hamburg – Büsum (D) (1021km)

Die längste Tagesstrecke unserer Reise ist geschafft und wir sind es auch …..

Um 01.45 Uhr erwachte ich und was nun? Sich nochmals drehen und sich dann nach 45 Minuten gerädert und total müde vom Wecker wecken lassen? Nein, das bringt’s nun wirklich nicht; also aus den Federn und mal das Licht im Bad anknipsen. Spinnst du so früh, es ist nicht einmal 2 Uhr – mit dem habe ich nicht gerechnet. Brigitte dreht sich tatsächlich nochmals im Bett herum und ich tappe im Dunkeln in Richtung Wohnzimmer und mache es mir vor dem TV gemütlich. Um 02.30 Uhr ist jetzt (endlich) auch Brigitte wach und pünktlich um 03.00 Uhr setzt sich unser Womo voll beladen in Bewegung.

In Zürich ist noch voll Action und es herrscht noch reger Verkehr vor den Bar’s und auf den Strassen. Zügig kommen wir voran und genau 1 Stunde später passieren wir das verwaiste Zollamt bei Thayngen. Schon bald nach Singen beginnt es zu „tagen“, der Himmel färbt sich langsam rot und röter…. aber wo bleibt die Sonne ?? Auch sie scheint noch müde zu sein und lässt auf sich warten. Kurz nach Stuttgart ist es so weit und die ersten Sonnstrahlen knallen mir genau von vorne mitten ins Gesicht. Es bleibt mir keine andere Wahl als auch wach zu werden und die kleinen Äuglein der Nacht nach hinten zu stülpen. Nach einem Kaffeehalt geht es auf der A81 in Richtung Würzburg, dort wechseln wir auf die A7. Langsam aber stetig nimmt der Verkehr zu, auch sind immer mehr Wohnwagen und Womo’s auf der Autobahn zu sehen. Noch nehmen wir eine Stadt nach der anderen in Angriff: Würzburg 46 km, Fulda 174 km, Kassel 276 km und wollen noch gar nichts von den noch über 700 km bis Büsum (Nordsee) wissen.

Es sind schon gewaltige Autobahn-strecken, wenn man so die nackten Kilometerzahlen anschaut. Gegen 11.00 Uhr passieren wir trotz einiger Baustellen und 80-iger Strecken (man fährt ja sowieso 100 km/h) schon Hannover und dann hören wir die Hiobs-Botschaft im Radio Hessen: Autobahn A7 zwischen Hannover und Hamburg 4 km Stau, vor dem Elbetunnel 8 km stockender Verkehr. Elbtunnel HaburgIn welche Richtung hat er gesagt? Ratlos schaut mich Brigitte an – ich hab’s auch nicht recht verstanden…! Nah ja, lassen wir’s eben auf uns zukommen – ändern können wir sowieso nichts. Warnblinker sind zu sehen, der Stau kommt unvermittelt und schnell. Einige hundert Meter geht es harzig, doch so wie er sich gebildet hat, löst er sich nach einem liegen gebliebenen LKW und Polizei schnell wieder auf. Und die gute Nachricht folgt sogleich aus dem Radio: 12 km Stau vor dem Elbetunnel in Richtung S ü d e n ….. !! Doch was sagt er nun von einem weiteren Unfall mit Stau auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg. Liegt der jetzt noch vor uns oder ist der Unfall hinter uns? Wir scheinen einmal mehr das Glück gepachtet zu haben, fahren mit 80 km unter der Elbe hindurch, passieren Hamburg und kommen ohne nennenswerte Verzögerungen bereits um 15.00 Uhr, nach 1050 km wohlbehalten in Büsum an.

Das Wetter hält was der Wetterbericht versprochen hat – Sonne pur, die Klimaanlage läuft und wir freuen uns auf einen warmen Nachmittag. Phuuu ein kalter Luft empfängt uns auf dem Zeltplatz und trotz Sonne ist es gerade einmal 15 Grad – also typisches Nordsee-Wetter.

Büsum - Dänemark

Büsum - Deutschland

Trotzdem geniessen wir die Sonne in einem warmen Pulli und schauen der ankommenden Flut zu. Es ist fast unglaublich zu sehen, wie schnell sich das Wasser über die fast trockenen Sandbänke ausbreitet und das Land zurückerobert. Wir gehen vor dem Wasser zurück und können kaum einmal kurz eine Foto machen und schon stehen wir im Meer.

So, jetzt verdauen wir unser wohlverdientes Nachtessen: Brigitte ihren gebratenen Meerfisch und ich mein Kräuter-Rührei mit Büsumer Krabben, das schon bald Tradition bei mir hat. Bald werden wir etwas an unseren Kissen hören und ins Land der Träume – diesmal ohne Sturm – „übersiedeln“….. bis bald!

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Dienstag, 06. Oktober 2009 – Norwegen 2009


Dienstag, 06.10.2009 – Hamburg zurück nach Zürich

Es ist 03.00 Uhr als ich das erste Mal erwache, also umdrehen auf die rechte Seite und noch 2 Stunden schlafen. Doch es will nicht so recht gelingen. Um 04.00 Uhr bin ich schon wieder wach, liege noch etwas im Bett herum, doch dann ½ Stunde später geht’s los. Womo aufheizen, Frühstück machen – essen, abwaschen, Womo aufräumen und noch alles richtig verschliessen, Kabelrolle einziehen, Keile entfernen, zum Entsorgungsplatz fahren, Schmutzwasser ablassen.

Es ist 05.30 Uhr als wir vom Campingplatz wegfahren, noch eine Tankstelle suchen und dann aber nichts wie weg auf die Autobahn. Es ist schon viel los auf der Autobahn, Lastwagen um Lastwagen rollt gegen Hamburg und mit den Personenwagen gibt es schon fast eine fahrende Kolonne. Nach dem Elbetunnel, auf der andern Seite von Hamburg das gleiche Bild. Reger Verkehr wälzt sich gegen die Grossstadt und wir sind froh, dass wir in die entgegen gesetzte Richtung unterwegs sind. Je weiter wir uns von Hamburg entfernen, je weniger Verkehr herrscht auf der Autobahn. Das Wetter hält sich gut, es ist bewölkt aber kein Regen in Sicht. Vor Hannover hängen die Wolken tief und es beginnt zu nieseln. Hoffentlich kein schlechtes Vorzeichen, wir haben noch über 800 km vor uns!
Nach einigen Kilometern trocknet die Strasse wieder ab, doch die Wolken bleiben nur knapp über den Hügeln. Wir kommen trotz den zahlreichen Baustellen – viele deutsche Autobahnen werden in den nächsten Jahren von 4 auf 6 Spuren ausgebaut – gut vorwärts. Mit 120 Sachen durchqueren wir ganz Deutschland von Nord nach Süd, unser Fiat spult einen Kilometer nach dem andern ab. Je südlicher wir kommen, je besser wird das Wetter, ja sogar die Sonne lässt sich nun länger blicken und die Temperatur steigt auf über 20 Grad.

Bereits um 13.00 Uhr umfahren wir Stuttgart und ein paar Minuten nach 15.00 Uhr treffen wir in Schaffhausen bei den Eltern von Brigitte zu einem verspäteten Mittagessen ein. Natürlich darf auch ein Schwatz über die Reise bei Kaffee und Dessert nicht fehlen. Im späteren Nachmittag haben wir dann auch noch die restlichen paar Kilometer nach Hause geschafft.

7’000 Kilometer hatten wir zu Hause auf unserem Tacho und wir sind dankbar, dass wir unfallfrei und gesund wieder zurück sind.

In ein paar Tagen wird hier noch ein Rückblick mit Tipps über die gut 4-wöchige Reise zu lesen sein, damit werden wir die Reiseberichte Norwegen 2009 abgeschlossen haben. Gerne geben wir natürlich auch individuelle Auskunft via Mail.

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Montag, 05.10.2009 – Norwegen 2009


Montag, 05. Oktober 2009 – Hamburg Stadtbesichtigung, Modelleisenbahn „Miniatur Wunderland“

Wenn Engel reisen, dann strahlt der Himmel! Als wir am Morgen aufwachten – blauer Himmel und keine Wolke zu sehen. Unser zweiter Tag in Hamburg begann also so richtig nach unserem Gusto.

Also ab auf den Bus 191, dann in die U2 bis Jungfernstieg und hinauf ans schöne Wetter. Vor uns lag die Binnenalster und auf der andern Seite das riesige Rathaus, das man kaum auf einmal auf die Foto bringt. Aha, da kommt ja der rote Doppeldecker-Bus und unsere Billete waren noch gültig, wenn man ein Auge zudrückt. Eine Station bis zum Michel und weil es so schönes Wetter war, kauften wir nochmals 2 Tickets und fuhren mit dem Lift auf die 128m liegende Aussichtplattform. Die klare, von gestern frisch gewaschene Luft liess einen weiten Blick die Elbe hinauf, über die verschiedenen Stadtviertel und über das grosse Hafenbecken zu. Die investierten 3 Euro pro Person haben sich wirklich gelohnt. Dann auf den nächsten Bus und nochmals einen Blick hinter die für Frauen verbotene Wand vom Kitz – mit den Doppelstöcker-Bus hatten sie damals nicht gerechnet….! Brigitte….!! (nicht ich) wollte eigentlich noch die Reeperbahn hinunterlaufen und sich die Sexshops und Eroskinos zu Gemüte führen, doch an einem Montagmorgen ist dort tote Hose im wahrsten Sinn! Also sitzen bleiben und bis zur Landungsbrücke ausharren, dann ab in die U3 für eine Station und Richtung alte Lagerhäuser. Wir hatten doch gestern Eintrittskarten für das Miniatur-Wunderland gekauft.
Übrigens war der Fischmarkt wieder trocken, das Wasser zurückgegangen. Die Busbegleiterin erzählte uns, dass das Wasser gestern mit der Sturmflut nicht wie üblich 3.6m anstieg, sondern rund 5.6m…..!!

Das Miniatur Wunderland ist DIE Modelleisenbahn von Europa schlichtweg. Das Bauteam hat im Jahr 2000 begonnen und bereits über 500’000 Stunden in das Wunderland investiert. Zur Zeit besteht die Anlage aus 7 Abschnitten, weitere 4 sind noch bis ins Jahr 2014 geplant. Die aktuellen Daten sind gigantisch und nur die Modelleisenbahn-Freaks wissen, was die Zahlen wirklich bedeuten, resp. was für ein Arbeitsaufwand dahinter steckt:

Zur Zeit hat die Ausstellung eine Fläche von 1’150m2 und wird noch um weitere 650m2 erweitert werden. Es wurden 12’000m Gleis verlegt, darauf fahren 890 Züge mit 14’100 Waggons. Der längste Zug – natürlich im Land der Superlative im Block USA – misst 14.51m. Über 1’200 Signale, 2’500 Weichen und 40 Computer regeln den Verkehr auf der Schiene. Die Umgebung wird von 295’000 Lichtern beleuchtet, von 200’000 Figuren bevölkert und 215’000 Bäume geben der Landschaft ein Gesicht. (Man muss sich das mal vorstellen – für jeden Stadtzürcher 1 Figur oder 1 Baum!!)
Nicht nur Züge fahren, sondern auch der Verkehr auf der Strasse bewegt sich realistisch. Wenn ein Lastwagen abbiegt, so blinkt er, wenn der Fahrer auf die Bremse treten muss, weil ein Lichtsignal auf Rot steht, so leuchten die Bremslichter. Feuerwehrautos sind mit Blaulicht und Sirene im Einsatz wenn es brennt, Busse bringen Passagiere von Haltstelle zu Haltstelle und die Schiffe fahren im Block Skandinavien auf dem Wasser. Und wenn es dunkel wird, dann beginnen die Lichter überall zu brennen – nicht auf einen Klapf, das wäre ja nicht realistisch – nein, dort wird ein Licht angezündet, dann da, und Fahrzeug um Fahrzeug schaltet das Abblendlicht ein. Man(n) könnte da stundenlang zusehen und sich daran ergötzen oder verwundern, was im Modell-Wunderland alles geschieht. Nur zu schnell sind ein paar Stunden vorbei – jedenfalls jederzeit eine Reise wert!

So, jetzt haben wir alles festgezurrt, denn morgen früh wollen wir den Heimweg antreten. Auf der einen Seite könnten wir gut noch ein paar Wochen dranhängen. Auf die andere Seite freuen wir uns auch auf unsere Familie mitsamt Katzen, auf Freunde und Bekannte. … und nicht zuletzt müssen wir wieder einmal unsere Rechnungen bezahlen…..! Also bis auf bald in der Schweiz.

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Sonntag, 04.10.2009 – Norwegen 2009


Sonntag, 04. Oktober 2009 – Hamburg Stadtbesichtigung, Hafenrundfahrt

Das Wetter spielte sich einmal mehr in der Nacht ab, es regnete nicht, es schüttete nicht, nein, es goss wie aus Kübeln und die Kübel waren ziemlich gross! Am morgen hingegen schien einmal mehr die Sonne zwischen grossen grauen Wolken. Die Regenschauer kamen Wellenweise, sodass man sich mehr oder weniger darauf einstellen konnte. Die Temperaturen waren hier immer noch herbstlich – in der Nacht unter 5 Grad und während es Tages knapp über 15 Grad.

Nach dem Morgenessen mit frischen Brötchen machten wir uns mit dem Bus und der U-Bahn in die Innenstadt von Hamburg. Eine relativ weite Strecke, da der Campingplatz in einem Aussenbezirk von Hamburg liegt. Da sich das Wetter während der U-Bahn stark verschlechtert hatte, stellten wir unser Programm kurzfristig um und steuerten die Modelleisenbahn „Miniatur Wunderland“ an. Doch nachdem wir die Wartezeiten gesehen hatten – über 1½ Stunden – und sich das Wetter wieder zu bessern schien, bestiegen wir den roten Doppeldeckerbus für eine Stadtrundfahrt. Mal Regen, mal Sonne und wie immer viel Wind, das Sturmtief schaufelte gewaltig Wind in die Region Hamburg. Ja, die Rettungskräfte erwarteten sogar, dass die Elbe ein einigen Stellen über die Ufer treten würde.

Der Hafen von Hamburg ist direkt mit dem 100km entfernten Meer verbunden und hat einen Tidenhub von 3.60m (Unterschied zwischen Ebbe und Flut). Stellt sich nun starker Wind während mehreren Stunden ein, so drängt der Wind das Wasser die Elbe hinauf in Richtung Hamburg. Auch bei Ebbe wird das Wasser mehr oder weniger im Hafenbecken zurückgehalten. Bei neuerlichen Flut steigt das Wasser nun höher an als üblich und die sehr tief gelegenen Teile wie z.B. der Fischmarkt stehen bald einmal unter Wasser. Hamburg lebt mit diesen Naturgewalten und beim Fischmarkt öffnet man einfach die Hallentore zur Elbe und gleichfalls zur hinteren Strasse. So läuft das Wasser einfach durch die grosse Halle hindurch. Zudem hat die Stadt riesige künstliche Deichbauten zur Stadt gebaut und an den langen Landungsbrücken sind viele schwere, eiserne Tore eingebaut worden, die vor einer Überflutung sofort geschlossen würden.

Nach der Stadtrundfahrt konnte natürlich eine Hafenrundfahrt in Hamburg nicht fehlen. Also umgehend buchen und rein ins Schiff. Dreistöckig mit grossen Eingangssalon, bequemen Stühlen und einer Bar. Dann ging’s los, kreuz und quer durch den grossen Hafen, entlang von riesigen Containerschiffen, vorbei an Trockendocks und unzähligen Entladungskränen. Übrigens ist das gesamte Hafenareal so gross wie die Stadt Köln. Der treffende und pointierte Kommentar des Reiseführers gab noch das Pünktchen aufs i – einfach eine Superfahrt! Es ist ein Muss wenn man in Hamburg ist, das ist klar.

Hamburg ist eine enorm expandierende Stadt mit zur Zeit 1,9 Mio Einwohnern ohne das Einzugsgebiet mitgezählt. Ganze Gebiete werden abgerissen und neu überbaut. So entsteht im Südosten zur Zeit ein neues Stadtgebiet, das bis im Jahr 2025 für über 50’000 Einwohnern Arbeitsplätze und Wohnraum bieten soll. Hamburg hat somit u.a. neben Dubai, Hongkong den grössten Bauplatz der Welt und zieht Architekten aus aller Welt an.

Wieder zurück auf dem Campingplatz wartete der grosse Abwasch, Geschirr vom letzten Abend und vom heutigen Morgen. Nun, das muss eben auch sein, unserer Marie haben wir eben schon seit längerer Zeit frei gegeben……! Meistens komme ich drum herum, weil ich ja die Reiseberichte schreibe. Deshalb muss hier auch einmal ein grosser Dank an meine Brigitte gesagt sein: sie kocht, wäscht das Geschirr ab und meist trocknet sie es auch noch ab – und das alles während ihren Ferien!

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Samstag, 03.10.2009 – Norwegen 2009


Samstag, 03. Oktober 2009 – Büsum, Hamburg

Der Wind holt uns immer wieder ein…… über Nacht hatten wir einen so heftigen Sturm, da waren die Winde in Geilo nur ein schwacher Abklatsch. Gut, die Voraussage für die Dithmarschen von Schleswig-Holstein waren dementsprechend und eine Wetterwarnung ging der Nacht voraus, doch eigentlich erst für Samstagabend und Sonntag. Bereits kurz vor Mitternacht begann es heftig zu winden und stetig nahmen die Böen zu. Zwischen 04.00 und 06.00 Uhr taten wir beide kein Auge zu, das Womo schüttelte es so kräftig durch und teilweise klatschte der Regen laut an die Fenster.

Während sich Brigitte am morgen um das Frühstück kümmerte, befasste ich mich mit den Wetterkarten und Voraussagen – kein erfreuliches Bild für das Wochenende. Eine weitere Wetterwarnung wurde für das Gebiet herausgegeben, wobei Böen zwischen 100 – 115 km/h vorausgesagt wurden. Nein, das wäre uns doch etwas zu viel sagten wir uns. Also stornierten wir die bereits bezahlte zweite Nacht, packten nach dem Morgenessen unsere sieben Sachen zusammen und flüchteten vor den kommenden Sturmwinden.

Doch vor der Abreise machten wir uns noch einmal auf und bestiegen die Deichkrone vor dem Zeltplatz. Wir legten uns in den Wind und segelten davon….. nein, das machten nur die Möven und Kormorane. Doch in Schräglage begaben wir uns kurz – der Wind fing uns einige Augenblicke auf. Die Nordsee war zwar recht stürmisch, aber die hohen Wellen blieben noch aus.

Wir fuhren nach Büsum und besuchten die „Sturmflutenwelt Blanker Hans“. Eine interessante, nachdenkliche und beängstigende Ausstellung der grossen Sturmflut vom 16. Februar 1962. Der Mensch und der Kampf ums Meer resp. ums Land wird hier eindrücklich geschildert und nachempfunden. Kurzfristig wird der Besucher ins Jahr 1962 zurückversetzt, in die Nacht in der viele Deiche brachen und die Nordsee Hunderte von Menschenleben forderte. Und dann kommt man aus dieser Welt von mehr als 45 Jahren zurück, in die Wirklichkeit und draussen stehen die Zeichen auf Sturm – live – ja das wirkte schon etwas beängstigend auf uns!

Also es gab für uns kein Halten mehr – ab auf die Autobahn 23 in Richtung Hamburg. Im Landesinnern von Schleswig-Holstein liessen die Winde etwas nach, aber auch auf der Autobahn musste man das Womo stark auskorrigieren, um nicht in den Graben zu fahren.

Jetzt sind wir auf dem Campingplatz von Hamburg im Ortsteil Schnelsen Nord. Der Campingplatz ist sehr sauber, gut eingerichtet und ein netter Empfang – aber kein Internet. Ja, sind denn die lieben Hamburger noch hinter dem Mond??

Auch hier biegen sich die Bäume im Wind, aber wir hoffen, dass uns die Grossstadt etwas Schutz gibt. Hier werden wir noch zwei Tage bleiben, uns die Stadt Hamburg ansehen und dann vor allem die grosse Eisenbahnanlage besuchen. Natürlich ein Highlight für mich als Hobby-Bähnler! Dann wird es unwiderruflich in Richtung Schweiz zurückgehen.

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Norwegen 2009 – Samstag/Sonntag, 05./06.09.09


Samstag, 5. September 2009 – Zürich, Büsum

Reisefieber – wenn es einem packt – dann wird aus 05.00 Uhr plötzlich 03.45 Uhr…! Eigentlich wollten wir erst um 06.00 Uhr abfahren, doch wer eine Reise tut … der erwacht schon früher und so setzten wir unser Reisemobil um 04.45 Uhr in Bewegung.
Nordwärts ging es über die Grenze in den grossen Kanton auf die E41. Ein strahlender Sonnenaufgang erwartete uns vor Stuttgart. Das Wetter verschlechterte sich aber zusehends, aus blau wurde grau und bald mal schwarz. Regengüsse wechselten sich mit Sonnenstrahlen ab und kräftige Windstösse liess unser Womo ins schaukeln bringen. Eine Kaffeepause nach Stuttgart weckte die doch noch etwas müden Geister vollends auf. Mit frischer Laune fuhren wir weiter in Richtung Würzburg – Fulda – Kassel – Göttingen.
Waren wir wirklich in Deutschland oder waren wir zurück in der Schweiz? Die Autobahn-Baustellen kamen fast im Minutentakt, 10 km mit 110 km/h, 5 km mit 80 auf verengten Fahrbahnen. Die wichtigsten Autobahnen werden mehrheitlich von 4 auf 6 Spuren ausgebaut. Sicher eine super Idee für die Zukunft, aber wir befanden uns in der Gegenwart und liess die eingegebene Ankunftszeit von Hamburg im Navigationsgerät immer später werden.
Eigentlich wollten wir am ersten Tag nur in die Region von Göttingen/Kassel fahren. Doch es lief trotz dieser vielen Baustellen wie geschmiert und weshalb jetzt bereits in den Mittagsstunden schon aufgeben? Einige gröbere Staus waren nur auf der Gegenfahrbahn auszumachen, also weiter. Mein geheimes Ziel für den ersten Tag war Büsum an der Nordsee, am Wattenmeer.
Wir näherten uns Hamburg, fuhren um 16.00 Uhr unter der Elbe durch und hatten nur noch etwas über 100 km vor uns. Kurz nach 17.00 Uhr erreichten wir den wunderschönen und empfehlenswerten Zeltplatz in Büsum, direkt hinter den hohen Deichanlagen. Schnell das Womo parkieren und dann ab über den Deich ans Meer. Ein unerwarteter Regenguss mit Sturmwinden und unsere Hosen waren deichnass sorry seichnass.

Sonntag, 6. September 2009 – Büsum, Husum, Billund

Nach dem ersten Womo-Frühstück ging es wieder nordwärts und nach gut einer Stunde erreichten wir das Städtchen Husum. Eine wunderschöne Altstadt und ein Hafen der durch eine Zugbrücke zum Meer getrennt ist. Ein noch so kleines Schiff und der Auto- und Bahnverkehr steht für ein paar Minuten still.
Farbige und alte Fachwerkhäuser links und rechts vom Kanal verleihen dem Städtchen einen mittelalterlichen Anblick. Sogar die Sonne blickte genau zum richtigen Zeitpunkt auf uns hinunter und liess unseren Foto- und Filmapparat nochmals klicken. Nur das China-Restaurant passte nicht so recht ins Bild. Dafür passte die gebratene Ente auf Nudeln genau in das Bild meines Magens.

Am späteren Nachmittag bewegte sich unser Womo zurück auf die E7 in Richtung Flensburg. Eine Stunde später überquerten wir die Grenze nach Dänemark und erreichten unser Ziel die Billund kurz vor 18.00 Uhr. Das Wetter hat sich leider wieder verschlechtert. Der Regen hat zwar wieder aufgehört, doch noch immer jagen graue Wolken über den Himmel und lassen die Landschaft nur in dunklen Grautönen erscheinen.

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Woche 6: Hanstholm – Hamburg – Frankfurt – Basel – Winterberg

Wegweiser in Island

Wegweiser im isländischen Hochland

Im Auto noch schnell die neuste Teleatlas-Karte „Major Route Europa“ geladen und sofort zeigt das Gerät, dass wir nach 1367 km Fahrt um 21.37 Uhr zu Hause seien. Nur.. vom Essen und Trinken steht hier nichts und dass der Fahrer und die Beifahrerin Beine zum Bewegen haben auch nichts. Gemütlich geht es also mit etwa 90 km/h über Land der ersten Autobahn auf dänischem Boden entgegen. Die ersten drei Stunden sind wie im Flug vorbei und da kommt wie gerufen der erste Stau auf der Autobahn. Auf einem Rastplatz wird dann halt aus der „Bordküche“ so richtig gefrühstückt.

Der nächste Stau im Elbetunnel zu Hamburg und drei weitere Stunden später sind wir auf der Rennstrecke „HAFRABA“. Hamburg – Frankfurt – Basel. Meistens sechsspuriger Beton und wehe dem, welcher sich getraut mit 130 km/h auf der äussersten linken Fahrspur voranzukommen, weil die übrigen von langsam fahrenden Lastwagen belegt sind. Er wird gnadenlos von Audi’s, Porsche’s oder Mercedes weggepustet. Entweder mit Lichtorgeln oder dann mit einem Hupkonzert die lauter sind als das Nebelhorn der Norröna. Für diese Fahrer ist es eben schon demütigend, nicht mit 200 km/h oder mehr über die Autobahn blochen zu können, wenn ihre Bank sie vorgängig mit einem Kredit ausgestattet hat, den morgen dann das Sozialamt bezahlen muss.

Etwa 100 km nördlich von Frankfurt bei Kirchheim – Gershausen finden wir den kleinen Ort mit einer gemütlichen Beiz. Hier ist nicht nur Frank – der Beizer – seit über 100 Jahren in Familienbesitz sondern auch das stattliche Anwesen. Bei den Einheimischen scheint es viele Bürgermeister zu geben, denn der Wortführer ist genau einer von denen, wie sie in den satirischen Fernsehsendungen des SWR vorkommen. Heute Abend schwirren viele Schwalben rund um’s Haus. War das vor 100 Jahren auch schon so? Von unserem Rumpsteack mit Kroketten und Salat für Euro 9.50 kriegen sie allerdings nichts.

Gegen abend neun Uhr erneut unterwegs. Frisch gestärkt und wenig Verkehr geht es Richtung Frankfurt. Die Höchstgeschwindigkeit ist hier auf 120 km/h beschränkt. Seit heute abend weiss ich aber auch mit Bestimmtheit, dass dies pro Person gilt. Ich würde meinen, die startenden Flugzeuge über der Autobahn in Frankfurt sind langsamer als die Porsche, Audi’s usw. Uebrigens, wussten sie, dass das linke Verkehrsschild Höchstgeschwindigkeit 120 km/h auf deutschen Autobahnen für den Fahrer gilt und das Rechte für den Beifahrer?

Immer wieder will uns die Navigation auf eine andere Autobahn weisen. Nur wir wollen nicht und bleiben stur auf der HAFRABA. Dafür nimmt die Ankunftszeit in Winterberg stetig zu. Neu sind wir schon bei Mitternacht angelangt und auch die verbleibende Distanz will einfach nicht abnehmen. Als wir etwa auf der Höhe Koblenz sind und auch hier die Navigation immer noch Richtung Stuttgart will, merken wir das Malheur. Ankunftszeit nach Mitternacht und Distanz über 1400 km. Aber Basel ist doch immer einen Umweg Wert, sagen wir uns und steuern das nächste Rasthaus an. ADAC Mitglieder erhalten hier 10 % Ermässigung zwischen 18 und 24 Uhr. Nun, wir sind zwar im Moment die einzigen Mitglieder, sehen aber die Schilder erst nach dem wir den Cappucino getrunken haben. Danke Cappucino, du hast uns die Augen geöffnet!

Nicht einmal der einzige Basler Zollbeamte, welcher um 01.00 Uhr nicht mit Arbeit überlastet ist will etwa von uns. Frustrierend. Dabei haben wir doch Pass und ID bis nach Island mitgenommen und durften kein einziges Mal unsere echten CH-Papiere zeigen. Gefälschte hätten also durchaus gereicht. Danach war es nur noch einen Katzensprung von Baustelle zu Baustelle am Belchen, am Gubrist und, und dann sind wir zu Hause. Genau 02.03 Uhr zeigt unsere Navigation nach 1431 km an. Wir haben es geschafft. Ohne Unfall. Ein Dankeschön geht an den da oben und ein weiteres Dankeschön an unseren zuverlässigen Mercedes ML 270D.

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