Schloss Sargans: Urs wird 60zig!

Du hast in deinem Leben bereits zwei industrielle Revolutionen miterlebt. Dabei meine ich nicht einmal die beiden Berufe welche Du erlernt und mit „bravur“ abgeschlossen hast sondern richtige technische Revolutionen welche heute nach über 200 Jahren als solche anerkannt und in den Geschichtsbüchern nachzulesen sind.

Urs; begutachtet von seinen Schwestern

Im jugendlichen Alter von 11 Jahren hast Du die DRITTE INDUSTRIELLE REVOLUTION selbst miterlebt als drei Astronauten im Juni 1969 zum Mond flogen, zwei von Ihnen dort ihre Kapsel verliessen und schliesslich wohlbehalten zur Erde zurückkehrten.

Diese gewaltige Leistung der Amerikaner unter Eisenhower war nur möglich dank der Erfindung einfacher Computer mit bescheidenen 64 KB Haupt-Speicher. Heute hat jedes normale Smatphone eine Leistungsfähigkeit welche etwa eine Million mal schneller ist als damals.

Der erste Mikrochip von Intel hatte übrigens lediglich eine BUSBREITE von 4 BIT, heute jedoch hat jeder normale PC eine Busbreite von mindestens 64 Bit Breite.

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100 Jahre Bernina-Bahn

Die Länge der Berninabahn beträgt von St.Moritz bis Tirano rund 60 Kilometer und hat eine Spurweite von einem Meter. Ihre grösste Höhe erreicht sie mit 2245 müM und ist damit die höchste Adhäsionsbahn.

Interessant ist ein Vergleich verschiedener Höhendaten der Bahn:
1778 müM – St.Moritz Bahnhof
1719 müM – Celerina
1803 müM – Pontresina
2245 mäM – Berninahospitz
1011 müM – Poschiavo
536 müM – Campo cologno (Grenze)
429 müM – Tirano

Die Steigungsverhältnisse sind also von Tirano auf rund 25 km fast 2000 Höhenmeter bis zum Berninahospitz, wobei durchwegs die Maximalsteigung von 7 % fast überall vorhanden ist. Man trachtete darnach die unbeliebten Tunnels nach Möglichkeit zu vermeiden. Trotzdem mussten wegen Steinschlag und Lawinen 13 Tunnels gebaut werden deren längster bloss 700 m lang ist (Charnadüras).

Nach insgesamt 4-jähriger Bauzeit wurde die gesamte Strecke 1910 dem Betrieb übergeben. Unterbau, Oberbau und Hochbau wurden von der Firma Alb. Buss & Co AG in Basel ausgeführt. Sämtliche elektrischen Einrichtungen lieferte die E.G. Alioth in Münchenstein und das Rollmaterial die Schweizerische Industriegesellschaft in Neuhausen.

Die Berninabahn wurde von Anfang an elektrisch betrieben. Den Strom bezog sie von den Kraftwerken Brusio AG als Drehstrom mit 7000 Volt und 50 Perioden. Auf 25’000 Volt transformiert wurde der Strom damals mit einer Hochspannungsleitung über den Berninapass geführt. An dieser Leitung lagen 4 Umformerstationen in Campo cologno, Poschiavo, Bernina Hospiz und Pontresina.

In jeder dieser Stationen trieb die Hochspannung zwei Umformergruppen an welche 750 Volt Gleichstrom erzeugten. Dieser Gleichstrom wurde über Kontaktleitungen der Bahn zugeführt und von den Motorwagen durch Bügel abgenommen. Jede Umformerstation war zudem mit einer Batterie ausgerüstet.

Die Wagen waren durchaus modern eingerichtet. Sie führten nur II. und III. Klasse wobei die II. Klasse die Ausstattung erster Klasse erhielt. Auf WC, Beleuchtung und Ventilation wurde äusserste Sorgfalt verwendet.

Auf Rücksicht auf die grossen und anhaltenden Steigungen wurden alle Züge mit vier verschiedenen Bremssystemen ausgerüstet. Der Handspindelbremse, der Vacuum-Hardy-Bremse, der elektromagnetischen Schienenbremse sowie der elektrischen Kurzschlussbremse.

Quellen-Hinweis: Alle Angaben aus dem Bernina-Bahn Reiseführer von Ernst Viktor Tobler. Herausgegeben vor Eröffnung der Bahn durch die Verwaltung der Berninabahn anno 1909.
Mit freundlicher Unterstützung von Sepp Süss, Kriens.

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