Woche 6: Faroer

62°N

62°N

Die komfortable Aussenkabine mit TV, Kühlschrank und
WC/Dusche geniessen wir vorerst einfach mal. Schon lange ist es her, dass wir in einer solch komfortablen Umgebung sein durften. Ueber einen Monat Camping, Hostelling und Edda-Hotel sind einfach genug. Warum eigentlich tun wir uns dies alles an? Wir wohnen doch in einem komfortablen Haus und haben einen Luxuswohnwagen mit allem Komfort? Freiwillig notabene und von Niemanden befohlen! Und am Anfang war es auch so richtig abenteuerlich und romantisch. Alles vergessen?

Sofort denke ich zurück an den Radfahrer von gestern, welcher bei der Bewältigung der Steilstufen und bei Sauwetter einen gar nicht fotogenen Gesichtszug abgegeben hat. Diese Radfahrer sind für mich die waren Helden von Island. Bei jedem Hudelwetter draussen und wenn ihnen die Distanz zwischen zwei Campingplätzen zu gross ist, unterwegs einfach die Räder an einem Verkehrszeichen befestigen und ab ins Grüne. Hundemüde, keinen trockenen Faden am Leib und noch hunderte Kilometer bis zum nächsten Ziel vor einem. Da haben wir’s mit unserem Auto geradezu komfortabel. Trocken und warm.

Und doch. Spätestens jetzt, wo wir das Flughafenhotel von Vagar auf 62 Grad N bezogen haben, sind wir am Ende unserer guten Laune. Um 0200 Uhr mit dem Befehl die komfortable Kabine spätestens in einer halben Stunde verlassen zu müssen wurden wir aus dem Tiefschlaf gerissen. Jetzt möchten wir uns einfach den fehlenden Schlaf nachholen. Doch die Handwerker kümmert dies wenig welche gerade den letzten Schliff an der Fassade der neu renovierten Zimmer herumwerkeln und einen Heidenlärm veranstalten. Wir haben einfach die Schnauze voll. Selbst den halben Tausender den wir für zwei Nächte bereits bezahlt haben möchten wir wieder zurück. Wir sind einfach nur müde.

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