Spontanes Gespräch mit einer Einheimischen aus Zernez

An einem Montag anfangs September 2015 sind wir auf unserem stündigen AHV-Rundgang zum Sendeturm in Zernez und wieder zurück zum Camping. An diesem wunderschönen Engadinertag marschieren wir oberhalb des Kirchturm‘s am Ende unseres Rundgangs abwärts Richtung Dorf und genau hier kommt uns eine ältere, einheimische Dame entgegen welche freundlich mit uns das Gespräch sucht.

Nach einem kurzen „Allegra“ bzw. „Bundi“ deutet die ältere Dame auf einen Busch am Wegesrand hin und meint: „diese roten Beeren nennt man Engadiner-Trauben. Eingelegt in Honig sind sie eine feine Köstlichkeit.“

ZFensterladenDann schweift sie ab auf ihre persönliche Familiengeschichte und auf ihren Sohn welcher zwar an der nördlichen Grenze zur Schweiz wohne aber trotzdem den Weg zu ihr nach Zernez finde wo er gerade am letzten Wochenende nicht nur mit heissem Dampf einen Teil ihrer Fensterläden gereinigt habe sondern auch mit dunkelgrünen Farbe gestrichen hätte. Dabei zeigt sie auf meine grünen Hosenträger und meint: “Vielleicht noch etwas dunkelgrüner!“
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Türkei: Schwerer Rückschlag für Erdogan

In der Türkei verpasste die islamisch-konservative Partei AKP die angestrebte Zweidrittelmehrheit bei den Wahlen von gestern deutlich. Damit ist die Alleinherrschaft des Präsidenten vorerst gescheitert und Recep Tayyip Erdogan muss erstmals zusammen mit einem Koalitionspartner eine Regierung bilden.

Präsidend Erdogan und sein Palast 2014

Präsidend Erdogan und sein Palast 2014

Ohne gemässigte und integrierende Regierung mit einem Präsidenten besteht die Gefahr, dass die Türkei an den immensen Unterschieden zwischen einer modernen, jungen Stadt- sowie der eher konservativen Landbevölkerung zerbricht. Leider zeigt Herr Erdogan anderweitig bereits die Züge eines totalitären und machtbesessenen Autokraten à la Putin.
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Päsident der demokratischen Republik Türkei und seine Lebensgeschichte!

Recep Tayyip Erdoğan entstammt nach eigener Aussage aus einer von Batumi migrierten türkischen Familie aus dem Nordosten der Türkei, die sich schliesslich im Grossraum Istanbul niederliess. Der Vater war Seemann und arbeitete als Küstenschiffer.

Erdoğan wurde im alten Istanbuler Hafenviertel Kasımpaşa am 26. Februar 1954 geboren und wuchs mit drei Brüdern, einer Schwester und seinem Cousin Danny “Talât” Torosoğlu dort auf. Er nannte seinen Sohn nach seinem Geburtsmonat Recep, dem siebten Monat des lpislamischen Kalenders, und gab ihm mit Tayyip als zweiten Vornamen den Namen des Grossvaters.

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Wieso die Türkei schon wieder in Turbulenzen steckt?

Nächsten Dienstag, 4. Februar 2014 wird Ministerpräsident Erdoğann zu Regierungskonsultationen in Berlin erwartet. Die Türkei hat sich im letzten Jahrzehnt wirtschaftlich, politisch und sozio-kulturell verändert:
Für die Einen zum Positiven, für die Anderen zum Negativen.

Das Land hat derzeit unter den grössten Wirtschaftsmächten den 17. Rang inne. Zum 100-jährigen Bestehen der Republik – also bis zum Jahr 2023 – hat die Regierung sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zu den zehn grössten Ökonomien der Welt zu gehören.

Erdogan-Zins
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Türkischer Leitzins stark erhöht

Die türkische Notenbank will mit ihrem drastischen Zinsplus den Wertverfall der Lira stoppen. Doch Experten befürchten, dass dies Unternehmen von Investitionen abschreckt. Rein ökonomisch lässt sich das Lira-Problem ohnehin nicht lösen.

Leitzins-TR


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Ministerpräsident Erdogan politisch abseits von Atatürk, Staatspräsident Gül und dem Volk

Die Säuberungswelle in der türkischen Polizei und Justiz geht weiter. Statt neue Reformen in Angriff zu nehmen, setzt Erdogan im Stil der früheren Eliten auf Besitzstandswahrung. Damit gefährdet er die Erfolge seiner langen Regierungszeit.


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Korruption in der Türkei

Die türkische Justiz ermittelt wegen Korruption gegen Ministersöhne und prominente Unternehmer. Regierungschef Erdogan wittert eine ausländische Verschwörung – wie bereits bei den landesweiten Protesten im Sommer.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat ausländische Botschafter für die derzeit laufenden Korruptionsermittlungen gegen regierungsnahe Kreise verantwortlich gemacht und ihnen mit der Ausweisung aus dem Land gedroht. Mit der «dreckigen Operation» solle seine Regierung vor der Kommunalwahl im März geschädigt werden, sagte Erdogan am Samstag. Unter anderem wurden im Zuge der Ermittlungen zu massiver Korruption und Schmiergeldzahlungen die Söhne von zwei Ministern der Regierung in U-Haft genommen.
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Jungsteinzeit oder Neolithikum von 4000 – 1800 v.Chr.

Göbekli Tepe – Türkei

Die Jungsteinzeit oder Neolithikum war eine Epoche der Menschheits-geschichte deren Beginn mit dem Uebergang von Jäger und Sammlerkulturen im hiesigen Raum vor etwa 4000 Jahren zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen definiert ist.

Der Übergang zur neolithischen Wirtschaftsweise vollzog sich weltweit in drei unterschiedlichen Perioden. Vor etwa 12‘000 Jahren wurde vor allem an den Südrändern von Taurus- und Zagrosgebirge in der Türkei die nomadische Lebensweise im Zuge von Ackerbau und Viehhaltung gegen Sesshaftigkeit in Dorfgemeinschaften eingetauscht. Der Ackerbau schuf die Grundlage zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Nahrungsproduktion und Vorratshaltung führten zu einer grösseren Unabhängigkeit von der natürlichen Umwelt und bilden damit die Basis für ein Bevölkerungswachstum.

Während der letzten Würm-Kaltzeit (Eiszeit) vor etwa 115’000 bis 20‘000 Jahren floss der Berninagletscher mit einer Mächtigkeit von etwa 1400 Metern das heutige Engadin hinunter und teilte sich auf der Höhe von Zernez in zwei Ströme. Der Eine floss weiter das Tal hinunter und der Andere über den Ofenpass ins Münstertal. Selbst der Munt la Schera im Nationalpark war vom Gletscher bedeckt gewesen währendem der Piz Daint mit seinen knapp 3000 Metern eisfrei blieb. Noch heute weisen die Namen Munt (Hügel) auf eisbedeckte- und Piz auf eisfreie Berge hin.

Es ist daher nicht erstaunlich dass in dieser Gegend erst mit dem Zurückweichen der mächtigen Gletscher der jungsteinzeitliche Rastplatz unter dem Felsdach von Ova Spin in der Nähe von Zernez etwas später datierte wurde als das Neolithikum in der Türkei. Funde von diversen Feuerstein- (Silex) und Steinbeilen beweisen, dass auch höher gelegene Täler während der Jungsteinzeit – wohl zum Jagen – begangen wurden.

in Teilen Europas und Vorderasiens folgt der Jungsteinzeit die als Kupfersteinzeit oder Kupferzeit (Chalkolithikum, Äneolithikum) bezeichnete Periode. Bis heute gibt es keinen einheitlichen Namen für den Zeithorizont der frühen Kupferverarbeitung, was an der regional sehr unterschiedlichen Einführung der Kupferverarbeitung liegt.

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Christian Varone für Walliser Staatsrat nominiert

Kurz vor 23 Uhr ist es soweit: Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone ist von der FDP Wallis in Conthey zum Kandidaten für die Staatsratswahlen 2013 nominiert worden. Die Stein-Affäre liegt seiner politischen Karriere somit vorerst nicht im Weg.

Christian Varone für Walliser Staatsrat nominiert

Fall Varone: Türkische Journalistin präsentiert den Stein des Anstosses
Er ist aus Marmor und misst 17 mal 16.5 mal 10 Zentimeter: In der Sendung «Schweiz aktuell» zeigt eine türkische Journalistin erstmals ein Foto, das offenbar den Stein zeigt, der den Walliser Polizeikommandanten Christian Varone vorübergehend in türkische Haft gebracht hatte.

Schweiz aktuell vom 17.08.2012

Schweiz aktuell vom 24.09.2012

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Türkei: Rückkehr in den osmanischen Orient vor 1923?

In den angrenzenden Staaten im Nahen Osten, Kaukasus und auf dem Balkan herrschten die Osmanen bis 1923 Jahrhunderte lang. Daher bestehen aus dieser Zeit immer noch Ressentiments. Zudem leben in den Nachbarstaaten noch türkische Minderheiten für die sich die Türkei verantwortlich fühlen.

Ein Prinzip der Politik von Atatürk nach der Republikgründung 1923 war die aussenpolitische Neutralität und der Ausbau von guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Nachbarstaaten und vor allem europäischen Ländern. Die aussenpolitische Neutralität wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, im Zuge des sich abzeichnenden Ost-West-Konflikts, nicht gewahrt. Die Westorientierung der Republik wurde deutlich und insbesondere nach dem Beitritt zur NATO 1952 manifestiert und weiter gefestigt.

Zu den aussenpolitischen Konstanten gehören daher heute für die Türkei der angestrebte Beitritt zur Europäischen Union, die Zugehörigkeit zum Verteidigungsbündnis NATO, die Westbindung und die Ablehnung der Gründung eines eigenständigen kurdischen Staates.

Die geostrategische Bedeutung der Türkei ist seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder stark gestiegen, nachdem sie nach Beendigung des Ost-West-Konflikts extrem gesunken bzw. nahezu bedeutungslos geworden war. Die Bedeutung lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass die Türkei der einzige demokratische Staat mit überwiegend moslemischer Bevölkerung ist. Als „Modellstaat“ für die anderen islamischen Staaten ist für den Westen daher der Erfolg der Türkischen Demokratie entscheidend. Darüber hinaus entwickelt sich die Türkei zu einem wichtigen Transferland für Erdöl und Erdgas.

Die Türkei betrachtet sich selbst auch als Schutzmacht der Turkmenen auf dem Balkan und im Nord-Irak. Darüber hinaus versucht die Türkei eine Führungsrolle bei den Turkstaaten (Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Kasachstan) Zentralasiens einzunehmen.

Ungewöhnlich für einen mehrheitlich von Muslimen bewohnten Staat sind die guten Beziehungen der Türkei zu Israel. Regelmäßig werden gemeinsame Militärmanöver durchgeführt.

Die türkische Regierung wehrt sich gegen die Einstufung der nachgewiesenen Massendeportationen und Morden an Armeniern 1915 als Völkermord. Zu diplomatischen Verstimmungen mit Frankreich kam es, als das französische Parlament bereits im Jahr 2006 die Ereignisse von 1915 offiziell als Völkermord anerkannte.

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Erfolgreiche Türken und verarmte Griechen vor dem Kollaps?

Vor 10 Jahren waren die Türken gleich hoch verschuldet wie die Griechen. Während Griechenland aber mittlerweile die Euro-Zone ins Wanken bringt, steht die Türkei vor Kraft strotzend zwischen Europa und Asien. Wie hat es das arme Land geschafft sich anders als die Griechen so hochzurappeln?

ECO vom 31.10.2011

Nun sollen die Griechen gar über das vor einer Woche am EU-Gipfel in Brüssel beschlossene Rettungspaket noch selbst entscheiden müssen/dürfen/können. Mit dieser Ankündigung stösst der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou weit herum auf nicht viel Verständnis.

Tagesschau vom 01.11.2011

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Schachzüge um Macht im östlichen Mittelmeer

Seit Ende 2008 fährt die Türkei einen konfrontativen Kurs gegenüber Israel. Sie möchte sich gegenüber den arabischen Ländern als wenig Europa freundlich zeigen und sich ihnen als Partner anbieten. Arabische Länder verlangen weniger Demokratie und sind es gewohnt mit Korruption zu leben.

Den Höhepunkt in dieser Politik erreichte der Versuch mit einer „Hilfsflotte“ für Gaza Ende Mai 2010 Israel zu provozieren und die Blockade zu durchbrechen. Dabei wurden neun mit Messern und Eisenstangen bewaffnete türkische Militante von israelischen Soldaten erschossen.

Als sich dann im arabischen Frühling die unterdrückten Völker erhoben, drohte die Türkei zu verlieren was sie vorher mit einer Charmeoffensive erreicht hatten. Das zeigte sich spätestens Ende Mai als lybische Aufständische die türkische Vertretung angriffen und Führer der Rebellen Erdogan persönlich aufforderten, endlich Farbe zu bekennen auf wessen Seite sie stehen. Noch immer scheint für die Türkei eine Konfrontation mit Israel und die Annäherung an die arabischen Despoten mehr zu bringen als eine Annäherung an Europa.

Nachdem Zypern und Griechenland die Grenze zu Israel in einem Vertrag völkerrechtlich bereinigt haben eskalierte die Situation. Im riesigen Levente Becken im östlichen Mittelmeer wo auch die Türkei Anspruch erhebt, wird nämlich ein grosses Erdgasvorkommen vermutet. Vor der Küste Gazas liegend haben die Israeli bereits verhindert, dass die Hamas diese Vorkommen ausbeuten. Israel sieht darin eine Bedrohung seiner nationalen Sicherheit.

Das kleine EU Mitglied Zypern darf hingegen vor seiner Küste nach Erdgasvorkommen suchen, auch deshalb weil Israel lieber einen Knotenpunkt für den Export von Gas nach Europa auf Zypern sieht. Das kann der Türkei nicht gefallen, die selbst Drehscheibe für Energieexporte nach Europa werden möchte. Europa wäre damit für sie eher erpressbar.

Sollte Zypern nun wie geplant in einigen Wochen mit Bohrungen beginnen, stellte Egemen Bagis in der regierungsnahen Zeitung „Zaman“ den Einsatz der türkischen Kriegsmarine in Aussicht. Hugh Pope vom Thinktank International spricht darin gar von einer neuen türkischen Militärdoktrin im östlichen Mittelmeer welche klar gegen Israel und damit auch gegen Europa gerichtet sei.

Der muslimische Ministerpräsident der Türkei Recep Tayyip Erdoğan hat also für die Zukunft viel vor. Im Juni 2011 verpasste er nur knapp die absolute Mehrheit. Die gesamte Militärführung welche sich noch immer der Verfassung verpflichtet fühlt (Trennung von Religion und Staat) tritt freiwillig zwei Monate später zurück. Das gab ihm die Möglichkeit an der Spitze ein ihm genehmen Führer zu hieven und die gesamte Militärführung muslimisch auszurichten. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis die von Erdogan geführte Partei die absolute Mehrheit erreicht und dann ohne weitere Befragung des Volkes die Verfassung ändern kann.

Die Türkei (amtlich Türkiye Cumhuriyeti (Abkürzung T.C.), deutsch Republik Türkei) ist eine demokratische Republik in Asien und Europa. Der Einheitsstaat mit annähernd 99 Prozent muslimischer Bevölkerung ist laizistisch geprägt; er wurde nach dem Ersten Weltkrieg der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches. Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk war bestrebt, die Türkei durch viele gesellschaftliche Reformen nach dem Vorbild verschiedener europäischer Nationalstaaten zu modernisieren. Das ist heute anders.

Tagesschau vom 13.09.2011

Neueste Nachrichhten vom 20. September 2011 aus der Türkei

Tagesschau vom 20.09.2011

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Der Safran – das Gold der Berge

Safran wurde früher über die südliche Seidenstrasse aus dem Osten nach Safranbolu in der Türkei transportiert. Das auserlesene Geschenk für Könige wird aus dem Stempel von Krokusblüten aufwendig hergestellt. Fingerspitzengefühl ist erforderlich um die Blüten sanft zur Seite zu schieben und die Fäden des Griffels zu ernten. Nach 48 Stunden können die Fäden gewogen und verkauft werden. Ein Gramm bringt etwa Fr. 20.- und die gesamte Ernte eines Dorfes schwankt zwischen 500 Gramm und etwa vier Kilo.

Der Safran ist eines der ältesten Gewürze in dieser Welt. Bereits in der Bibel wird er bei der Beschreibung des Paradieses beschrieben. Wussten sie, dass dieses Paradies nicht weit von ihnen in der Schweiz liegt?

Rund 60 Safranbauern im kleinen Bergdorf Mund im Wallis leben teilweise noch heute vom Gold der Berge. Sie kultivieren das edle Gewürz in kleinen Familienbetrieben und erkennen sofort, wenn über Nacht die Blüten durch die Erde gedrungen sind. Denn nur das kühle Mondlicht mag die Knospen hervorzulocken, bevor die Blüten am nächsten Tag Richtung Sonne sich öffnen. Von Mitte Oktober bis Mitte November ist Zeit wo das kleine Wunder geschieht und der Safran sofort geerntet werden muss.

Jede Blüte enthält einen sich in drei Narben verzweigenden Griffel. Nur diese süß-aromatisch duftenden Stempelfäden werden getrocknet als Gewürz verwendet. Um ein Kilogramm von ihnen zu gewinnen, benötigt man etwa 150.000 bis 200.000 Blüten aus einer Anbaufläche von ca. 1000 Quadratmetern; die Ernte ist reine Handarbeit, ein Pflücker schafft 60 bis 80 Gramm am Tag. Hinzu kommt, dass Safran nur einmal pro Jahr im Herbst (und das nur für etwa zwei Wochen) blüht. Deshalb zählt Safran zu den teuersten Gewürzen.

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Gesamte Militärführung der Türkei zurückgetreten

Tagesschau vom 30.07.2011

In den vergangenen 2 Monaten spürten wir intensiv, dass die Türkei in einen Gottesstaat abdriftet. Nur knapp verfehlte Erdogan am 17. Juni 2011 bei der Abstimmung die absolute Mehrheit. Kein Wunder, vernahm man doch als Tourist nur die überall auftretenden Lautsprecherwagen von Erdogan. Eine Oposition war nicht vernehmbar.

Die Polizei machte während dieser Zeit überall intensiv Strassenkontrollen. Meist aber ohne die ausländischen Touristen mit ein zu beziehen. Sie suchten also in ihren eigenen Reihen.

Das Militär hielt sich verdächtig im Hintergrund. Wir hatten das Gefühl, Atatürk sei ein weiteres Mal „gestorben“. Die früher häufig anzutreffenden Monumente und Denkmäler an den Gründer der modernen Türkei waren nur noch spärlich vorhanden. Keine Hinweise auf diesen grossen Mann in touristischen Unterlagen bekamen wir zu Gesicht. Durch die neu gebauten oder überall im Bau befindlichen Moschen hatte man den Eindruck, Atatürk werde systematisch ignoriert. Die Trennung von Kirche und Staat – so wie sie Atatürk vorsah – war nirgends mehr erkennbar.

Bei der nächsten Abstimmung wird Erdogan wahrscheinlich die Mehrheit der Stimmen erhalten und danach – ohne das Volk zu befragen – sofort die Verfassung ändern. Wir – aber auch ganz Europa wird gespannt sein auf den Inhalt der neuen Verfassung.

Sofern das Türkische Militär dannzumal noch in der Lage sein wird zu reagieren wird sie einen Gottesstaat zu verhindern versuchen.

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Türkeireise vom 22.5. – 18.7.2011 / Reiseroute und Finanzen

Adria Compact SL

Zusammenfassend legten wir mit unserem Camper (Adria Compact SL) während unserer 2 monatigen Türkeireise der Südküste entlang bis nach Kapadokien (Göreme) und zurück über das Schwarze Meer insgesamt 6640 Strassenkilometer und 1100 Seemeilen zurück. Dabei benötigten wir etwa Fr 3550.- an Reisespesen (Campinggebühren, Essen, Eintritte, Ausflüge). Hinzu kommen noch Fährkosten von Fr 630.-(Hin- und Rückfahrt Ancona – Igoumentisa sowie Eceobat -Kanakale (Marmarameer)) sowie Fr. 1100.- an Treibstoffkosten.

Während unserer Reise bewegte sich der Eurokurs von 1.25 abwärts bis Fr. 1.17 und die Türkische Lira von Fr. 0.59 zu 0.51. Ein Liter Diesel (Motorin) kostet derzeit in der Türkei zwischen TL 3.27 bis 3.61. Im Euroraum bezahlten wir etwa Euro 1.48 bis 1.63 pro Liter Diesel (Griechenland) bzw. Euro 1.47 Italien.

Unsere Etappenorte waren:
Zernez (CH) – Marotta (IT) – Igoumenitsa (GR) – Kavala (GR) – Burhanje (TR) – Bergama (TR) – Ehesus (TR) – Kusadasi (TR) – Bodrum (TR) – Kas (TR) – Kemer (TR) – Side (TR) – Anamur (TR) – Silifke (TR) – Göreme (TR – Aksarei (TR) – Gölbasi (TR) – Safranbulo (TR) – Akcakoca (TR) – Semizkum (TR) – Alexandropolis (GR) – Epanomi (GR) – Kalampaka (GR) – Igoumenitsa (GR) – Ancona (IT) – Tschierv (CH) – Zernez (CH).

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Was man wissen sollte!

Adria Compact SL

Adria Compact SL

Was man vor der Abfahrt wissen sollte!

Abwasser
Eine Brauchwasserentsorgung wie in Europa ist in der Türkei nicht bekannt. Da das gebrauchte Wasser keine Chemikalien enthält, kann man dies im Straßengraben gleich neben dem Kot der Schafe und Ziegen entsorgen.

Anreise in die Türkei
Zürich- Istanbul, auf dem Landweg 2222 km.
Nordroute über Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei.
Südroute über Italien, Griechenland. Autofähre von Venedig oder Ancona nach Griechenland, Türkei.
(Juni 2011 Fährbetrieb nach der Türkei eingestellt.)

Ausreise
Heben Sie die Quittungen des Geldumtausches für die Ausreise auf. Wenn Sie türkische Lira wieder in Euro zurücktauschen wollen kann man dies an der Grenze verlangen. Wertgegenstände dürfen nur ausgeführt werden, wenn Sie
a: mit offiziellem Geld gekauft wurden und
b: einen Kaufbeleg dafür vorweisen können.
Antiquitäten (älter als 100 Jahre) dürfen nicht ausgeführt werden. Mineralien, Fossilien und alte Steine lassen Sie am Besten im Land.

Bestätigung
Der Besitzer des Wohnmobils muss eine Vollmacht auf einen anderen Fahrer ausstellen, wenn auch dieser das Womo lenkt. Dies gilt auch für den Ehepartner. Das Schriftstück sollte vor der Reise bereits unterschrieben bei den Papieren liegen. (Wichtig bei einem Unfall).

Campen/Übernachten
An der Ägäis und Mittelmeerküste und auch in Kappadokien finden Sie noch den einen oder andern Campingplatz mit Stromanschluss und einfachen sanitären Anlagen. Aber was Sie von Europa als Campingplatz kennen müssen Sie schon suchen, das sind vielleicht ein Paar Plätze im ganzen Land. Der ADAC Campingführer Südeurope verzeichnet immerhin 45 Campingplätz im asiatischen Teil der Türkei, welche überwiegend an der Südküste liegen.

Als Übernachtungsplatz sind da die vielen Picknickplätze und teilweise auch die „Milli Parki“ besser geeignet, zumal das „wilde Campen“ in der Türkei nicht zu empfehlen aber generell gestattet ist. Gut sind auch Restaurants, Tankstellen und Parkplätze der Museen oder Sehenswürdigkeiten wo immer problemlos Stellplätze zu finden sind.

Einreisebestimmungen
Einen Personalausweis/Identitätskarte genügt für Reisende aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Malta, Niederlande, Schweiz und Spanien.

Reisepass ist erforderlich für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Eintrag im Elternpass oder eigener Kinderreisepass bzw. -ausweis (ab 10 Jahren mit Lichtbild).

Eigenes Fahrzeug
Einreise mit dem eigenen Fahrzeug nur mit Reisepass möglich. Zur Eintragung im Pass wird vom türkischen Zoll ein Formular ausgehändigt, welches das Datum der spätesten Wiederausfuhr festlegt. Das eingetragene Ausreisedatum keinesfalls überschreiten, da sonst erhebliche Geldbußen oder Strafverfahren drohen.

Visum
Bei längeren Aufenthalten (3 bis zu 6 Monaten pro Jahr) ist ein Visum erforderlich. Die Mitnahme der Internationalen Grünen Versicherungskarte ergänzt für den aisiatischen Teil wird empfohlen. Andernfalls kann an der Grenze eine Kurzzeitversicherung erworben werden.

Die Mindestdeckungssumme liegt deutlich unter dem europäischen Wert. Erkundigen sie sich vor Reiseantritt bei ihrem Autoversicherer nach einem ausreichenden Versicherungschutz.

Ist der eingetragene Halter nicht auch der Lenker (auch bei Ehepartner), so muss er eine Vollmacht des Halters mitführen. Diese kann bei einer türkischen Auslandsvertretung ausgestellt und beglaubigt werden. Es wird aber auch die Vollmacht vom ADAC akzeptiert.

Geldbeschaffung
In der Türkei gibt es viele Geldautomaten. Auch deshalb braucht man im Camper nie viel Bargeld vorrätig zu halten. Am besten holt man sich die türkische Währung mit der EC Karte an den Automaten der Bankgebäude an Wochentagen ab. Falls doch einmal die Karte nicht mehr ausgespuckt wird bekommen Sie die Karte schnell wieder zurück. Für eine Abhebung, 600 TL = ca.350 Euro, werden 4 Euro Gebühren belastet. Besitzt man eine PostFinance Card Direct in Euro so kann man auch in der Türkei bei allen Geldautomaten mit dem Signet EUFISERV oder PLUS gratis Bargeld beziehen.

Der Bargeldumtausch ist in der Türkei vorteilhafter als hier und bei Wechselstuben in der Regel besser als bei Banken. Die Einfuhr von Fremd- und Landeswährung ist unbegrenzt erlaut. Die Ausfuhr im Gegenwert von 5000 US-Dollar begrenzt. Wechselbelege immer gut aufbewahren.

Tanken von Diesel und Gas
Gross ist das Tankstellennetz für Diesel mit Namen Motorin in allen türkischen Gegenden. Ein Liter „Motorin“ oder „Dizel“ kostet etwa TL 3.04 (Euro 1.47). Im Südosten und Osten Anatoliens raten wir vom Betanken mit dem billigen Schmuggeltreibstoff ab. Man weiss nie, ob es nicht gestreckt wurde. Zapfsäulen mit Automaten gibt es in der Türkei keine. Man sollte daher immer innerhalb der Oeffnungszeiten tanken. Ein feuerfester Reservekanister mit Maximum 25 Litern darf zwar zollfrei eingeführt werden. Auf Fährschiffen ist dies jedoch nicht erlaubt.

An vielen LPG Tankstellen im Land kann man meistens seine Gasflaschen wieder auffüllen lassen. Auch wenn Sie keinen Trichteradapter oder Uebergangsstück haben, lässt man sich für die Befüllung etwas einfallen.
Mit der Faustformel pro Woche und Person 1 Kilogramm Gas liegen Sie ganz gut.

Warndreieck/Sicherheitswesten
In der Türkei ist das Mitführen eines zweiten Warndreieckes Pflicht. Von Vorteil ist sicherlich auch eine Sicherheitsweste pro Person.

Toilettenentsorgung
Auf den Toiletten der Tankstellen oder Gaststätten. Hier eignen sich die Stehklos ganz besonders. Wo solche Fehlen kann auch ein Spaten gute Dienste verrichten.

Unfall
Bei einem Unfall benötigt man ein bestätigtes Polizeiprotokoll für den Zoll. Sollte das Fahrzeug in der Türkei repariert werden, muss die Adresse der Werkstatt auch von der Polizei in dieses Protokoll eingetragen werden.
Bei einem Totalschaden muss das Fahrzeug bei einer Zollstelle abgeliefert werden. Erst dann wird die Fahrzeugregistratur im Reisepass gelöscht.

Maut
Das Befahren der Autobahnen ist gebührenpflichtig. Auch für die Benützung von Brücken werden Gebühren erhoben. Im Süden gibt es folgende zwei Zahlungsmethoden: OGS-Gerät oder KGS Karte (Durchfahrtskarten System). Eine Barzahlung ist nicht möglich. Die KGS Aufladekarte ist neben den Brückenzollämter in Istanbul wo „NAKIT KGS“ draufsteht als auch in Ziraat Bankasi erhältlich. Vorlegen muss man eine Kopie des Fahrzeugausweises.

Hilfe im Notfall
Unfallrettung/Notarzt 112, auch aus Mobilfunknetzen
Polizei 155
ADAC-Notruf ADAC Istanbul (02 12) 2 88 71 90 (aus eurpäischem Teil ohne Vorwahl)
Pannenhilfe ADAC Istanbul (02 12) 2 88 71 90 (Für ADAC Mitglieder ist die Hilfeleistung kostenpflichtig, für ADACPlus Mitglieder werden die Kosten der Pannenbehebung bis zu jeweils Euro 200 zurück erstattet.)
Deutsche Botschaft Ankara (03 12) 4 55 51 00
Telefonieren in die Türkei 00 90 + Orts- oder Funknetzkennzahl ohne die vorangehende Null + Teilnehmernummer.

Telefonieren aus der Türkei
Aus der Türkei nach Deutschland 00 49
Aus der Türkei in die Niederlande 00 31
Aus der Türkei nach Österreich 00 43
Aus der Türkei in die Schweiz 00 41
(Telefonkarten „telfonkarti“ sind an Kiosken und in Postämtern erhältlich)

Straßenhilfsdienst
Pannenhilfe über die ADAC-Notrufstation in Istanbul.
Hilfeleistungen kostenpflichtig (für ADAC Plus Mitglieder Erstattung bis 200 Euro für Panne und Abschleppen).
Notruf Polizei(Stadt): 154, Notruf Gendarmerie(Land): 156.

Türkei, Bilder aus Pamukkale von 1987

Weitere Türkei Impressionen

Tagesaktuelle Benzin- und Dieselpreise von Österreich und Italien (Südtirol), damit Sie uns möglichst günstig erreichen.

Anreise über die Balkanroute (1’910 km)

Türkei Land auf einer größeren Karte anzeigen

Südroute Italien – Griechenland (1’580 km)

Südroute Türkei auf einer größeren Karte anzeigen

Campingplätze in der Türkei


Größere Kartenansicht

Route durch Griechenland
Route durch Griechenland

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Ancona / IT – Münstertal / Schweiz

Die Gemüselastwagen mit Tomaten und Gurken beladen kommen in Ancona zügig vom Schiff. Die grossen Gurken in ihrem Camper hintennach. Die typische italienische Ordnung verlangt von uns wegen einer Baustelle unmittelbar vor der Autobahneinfahrt diese wieder zu verlassen. Da kommen uns bereits die Tomaten und Gurken entgegen.
„Hallo kleine Gurken, wie geht’s? Gut geschlafen?“ tönt es unserseits über die Leitplanke hinweg.
„Svizzera?“ hör ich noch immer einen italienischen Ordnungshüter auf Frage wo es zur Schweiz gehe sagen: Na klar, alles geradeaus!

„Mein Brummi schleicht die Autobahn, von Süd nach Norden ab“ tönt es aus unserem Autolautsprecher. Die Freiheit haben wir nun wieder und bleiben deshalb stur auf der langsameren Seite bei den Lastwagen. Im Stop and Go Verkehr sind die Langsameren bis Rimini schneller als die „Ferraristi“ auf der Ueberholspur. Viele Baustellen verzögern für manchen Italiener heute Samstag den Weg in die Ferien. Mit drei Spuren etwa 60 km vor Bologna ändert sich dies und es kommt Fahrgefühl auf. Bis Rimini haben wir ja nur Anlauf genommen. Ab jetzt überholen uns gar die Ferraristi die wir wenig später wieder rechts überholen. Einer hängt in der Mittelleitplanke mit nur noch drei Rädern. Der Abschleppwagen ist bereits vor Ort. Wahrscheinlich auf Vorbestellung des Ferraristi.

So neigt sich der sonnige Tag seinem irdischen Ende entgegen. Es wird langsam aber sicher dunkel als wir im Vintschgau nach einem Stellplatz in der Gegend von Lana Ausschau halten. Wir finden trotz Navi und genauen Koordinaten keinen Platz nur andere Camper die wahrscheinlich dasselbe tun wie wir. Also weiterfahren ins Engadin.

Sowohl Italienische- wie Schweizer Zöllner haben ihre Posten bereits verlassen. Wahrscheinlich sind sie zusammen Kartenspielen gegangen jedenfalls liegen die Zollämter heute unbesetzt und alleine gelassen an ihrer Grenze und wir reisen zügig in die Schweiz ein.

Bei Tschierv ziehen wir jedoch unsere persönliche Grenze. Bei der Suche nach der Einfahrt verlangt Heidy, dass ich sie aussteigen lasse. Weil sie kaum Anstalten für eine Suche vornimmt bin ich der Meinung, sie habe ihre Grenze bereits hinter sich gelassen.
Gemeinsam schaffen wir aber dennoch die letzten 50 Meter zum Camping hoch und stellen das Fahrzeug einfach ab. Mit Ferienträumen von fernen Stränden schlafen wir schnell ein.

Am anderen Morgen werde ich feststellen, dass die Hinterräder geradewegs in einem Bachverlauf stehen. Glücklicherweise fehlt hier jedoch das Wasser. Es wartet noch hoch oben in den Wolken bis wir sein Bett verlassen haben.

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Ueberfahrt von Igoumenitsa nach Ancona

Noch zwei Stunden. Dann haben wir die 15 stündige Ueberfahrt geschafft. Das 204 Meter lange Schiff der Superfast VI hat eine Menge Platz für Gemüselastwagen und Touristen. Die Gurken und Tomaten in Euronorm sind besser dran als die Touristen mit Camping on Bord.

Die Kühlaggregate der Lastwagen laufen ununterbrochen und tragen dazu bei, dass die ständige Temperatur von ursprünglich 33.9 Grad Celsius nur allmählich und erst am anderen Tag gegen 30 Grad sinkt. In diesem höllischen Lärm – nur leicht übertönt vom ständigen Brummen der Schiffsmotoren – ist bei dieser Hitze an schlafen nicht zu denken.

Ach, wäre ich doch nur eine Gurke! Dann hätte ich wenigsten einen gekühlten Liegeplatz in Euronorm und müsste mich nicht mit überhitzten Touristen in ihren schäbigen Wohnwagen herumschlagen. Die einfache Fahrt kostet ja mehr als der Anhänger Wert hat. Darum kümmern sie sich auch einen Scheiss um das Verbot, dass Kochen und Heizen auf dem Schiffsdeck strengsten verboten ist. Wenn sie schon während den Strandferien nie gekocht haben müssen sie doch wenigsten hier vor Publikum zeigen, dass Sie das können?

Ueberhaupt scheint mir die Reiserei während den Hauptzeiten wiederum ein Stück frugaler geworden zu sein. Den Gesellschaften fehlt offenbar das notwendige Geld um das Abfertigungspersonal zu stellen. Ein Mann wäre ein Mann (oder Frau). Einzig die Polizei verschaffte sich mit Cis-Gis-Tönen ein bisschen Durchsetzungsvermögen um die herumlungernden Touristen in Schach zu halten. Nur widerwillig verzogen sich diese dann gemütlich.

Noch eine einzige Stunde bis Ancona und wir sind unserem Camping on Bord entflohen. „Der Brummi fährt die Autobahn von Nord bis Süden ab“ tönt es dann wieder ab CD und ein bisschen Freiheit ist wieder Unser.

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Kalampaka – Igoumenitsa /GR

Heute Dienstagmorgen fahren wir auf der Hauptstasse E92 hoch zur Autobahn E90 Igoumenitsa – Thessaloniki. Diese kurvige Bergstrecke von insgesamt etwa 40 Kilometer wird als gefährlich eingestuft, da sie viel Schwerverkehr aufweist, teilweise eng und unübersichtlich ist. Doch heute haben wir Glück. Nur wenig Verkehr behindert uns und so erreichen wir problemlos die Autobahn nach etwa 1 Stunde.

Die Superautobahn durch das Gebirge von Ipauros ist derzeit von der Abzweigung von Meteora bis nach Igoumenitsa völlig kostenlos, doch die Griechen sind gerade daran, drei Zahlstellen einzurichten. Höchste Zeit also auch die Autofahrer an der finanziellen Misere von Griechenland beteiligen zu lassen.

Auf der Hochebene (660 müM) von Ioannina zeigt das Thermometer noch immer über 34 Grad. Die Sicht ist jedoch trüb, ein Zeichen für die hohe Luftfeuchtigkeit. Davon spüren wir im Camper allerdings nichts. Bei angenehmen 22 Grad und mit 100 km/h geht es auf und ab Richtung Westen, Kilometer um Kilometer. Nach etwa 200 davon geht es runter nach Igoumenitsa. Die Luft klart auf und wir landen geradewegs am geschlossenen Tor des Hafens nur weil wir nicht glauben wollten was uns das Navi ankündigte.

Im Hafenbüro der Anekline will Heidy das bestätigte Ticket umbuchen. Doch in den 2 Monaten die wir unterwegs sind hat sich Anekline mit der Geselllschaft Superfast zusammengeschlossen. Ob wir denn nichts von diesem Zusammenschluss mitbekommen hätten fragt entgeistert die freundliche Dame am Schalter. Neu müssten nun alle Tickets 72 Stunden vorher bestätigt werden. Am fraglichen Samstag sei die Fähre nach Ancona ausgebucht und ab sofort müssten wir uns an die Superfast Gesellschaft halten, die am Freitag hier um 2000 Uhr losfahren werde. Selbstverständlich ebenfalls mit Camping an Bord.

Nach einer Umbuchungsgebühr von Euro 108.60 (Anekline war ein ADAC-Schnäppchen) hatten wir unser neues Ticket bei Superfast. Gerade rechtzeitig 72 Stunden vor Abfahrt. Glücklich drehe ich unfreiwillig mit meinem Camper noch eine Hafenrunde in Igoumenitsa währendem Heidy am Bankschalter die immer günstiger werdenden Euros (Kurs 1.15) vom eigenen Konto abhebt. Dann finden wir ein schattiges Plätzchen mit Supersicht auf den Hafen um noch etwas zu essen.

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Bei den Mönchen der Meteora-Klöster und wieder zurück!

Nach dem Morgenessen verlassen wir etwa um 9 Uhr frohen Mutes den Camping und marschieren der Hauptstrasse entlang Richtung des etwa 1.5 km entfernten Zentrums von Kalambaka.

Eigentlich wollten wir von hier aus mit dem öffentlichen Bus zu den Meteora-Klöstern hochfahren. Ein Serviceangestellte eines Restaurants erklärte uns wo die Busstation sei. Weil sie den Fahrplan nicht kannte kam sie nach kurzer Zeit zurück und sagte uns, dass gemäss telefonsicher Anfrage beim Unternehmer heute erst um 1300 Uhr ein Bus verkehre.

Für 9 Euro karrt uns dafür ein Taxitunternehmer zum Kloster Metamórphosis hoch. Unterwegs erfahren wir dafür noch manch Wissenswertes nur keine Wahrheiten.

Die Meteora-Klöster bestehen aus 24 einzelnen Klöstern und Eremitagen, von denen heute nur noch sechs bewohnt sind. Die restlichen achtzehn Klöster sind entweder zu schwer zu erreichen oder wurden wegen Einsturzgefahr verlassen.

Die ersten nachgewiesenen Einsiedeleien gibt es in Metéora seit dem 11. Jahrhundert; Überlieferungen berichten sogar von einer Besiedelung bereits vor dem 10. Jahrhundert. Im Laufe der Jahre wuchsen diese Einsiedeleien zu einer organisierten Gemeinschaft nach Vorbild des heiligen Berges Athos zusammen und bildeten das Klostergebilde Doúpiani.

Mit der Ankunft des von Athos geflohenen Mönches Athanasios im Jahr 1334 begann der Aufstieg des Klosterlebens von Meteora. Zusammen mit seinem geistlichen Ziehvater Gregorios und 14 weiteren Mönchen gründete er 1344 das Kloster Metamórphosis, auch bekannt als Megálo Metéoro. Und genau dieses wollen wir heute Sonntag als erstes Kloster besuchen.

Der Gebäudekomplex des Megálo Metéoro ist mit etwa 60.000 m² das Größte der Metéora-Klöster. Es liegt 613 m über dem Meeresspiegel und ist noch immer von Mönchen bewohnt. Seinen Namen Metéoro (der Schwebende) erhielt der Fels vom Gründer des Klosters, dem Mönch Athanasios. Zuvor hieß das Plateau lediglich Platýlithos (breiter Stein). Bis zum Jahr 1923 war das Kloster nur über Strickleitern bzw. eine Seilwinde mit Netz zu erreichen. Heute führt eine Steintreppe mit 143 Stufen und ein Tunnel in den Gebäudekomplex. In der Hauptkirche sind Fresken aus dem Jahr 1552 erhalten geblieben. Sehenswert ist auch die Einsiedlerhöhle des Athanasius am Klostereingang.

Die Kraxelei bei den Steintreppen bei Temperaturen um die 40 Grad bringen uns ordentlich ins schwitzen. Heidy noch vorschriftsgemäss mit Jacke und ich in langen Hosen geben heute zusätzlich warm. Die vielen Leute oben bei den Kirchen und unten in der Küche geben noch zusätzlich Wärme ab. Selbst im Weinkeller spüre ich nichts von erfrischender Kühle. Dass auch Mönche einen guten Wein gern getrunken haben ist bekannt aber gesottener Wein? Nein danke.

Also Treppe runter und dann wieder rauf und Fussmarsch von etwa 15 Minuten zum nächsten Kloster Varlaám:

Das Mitte des 14. Jahrhunderts zunächst als Einsiedelei gegründete Kloster ist noch ebenfalls bewohnt. Nach dem Tod des ersten Einsiedlers blieb das Gelände zunächst einige Jahre ungenutzt. 1518 wurde mit dem Bau des Klosters begonnen der wahrscheinlich 1535 abgeschlossen werden konnte. Die Stifter des Baus legten testamentarisch die zönobitische Lebensweise fest.

Die erste koinobitische (zönobitisch) Mönchsregel stammt vermutlich von Pachomios (um 292–346) aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts.

Im Koinobitentum sind eine größere Anzahl von Mönchen zu einem Leben in räumlicher und asketischer Gemeinschaft unter einheitlicher Leitung und hinter hohen Mauern vereint. Die wesentlichen Merkmale sind die Gemeinsamkeit des Lebensraumes, die Gleichartigkeit der Kleidung und die Unterordnung durch Zucht und Gehorsam.

Der Tagesablauf im Kloster beruht auf dem Wechsel von Arbeit und Gottesdienst. Die militärische Ordnung ist nicht zu übersehen: es herrscht strenge Zucht, Pachomios übte die Prügelstrafe selbst oft aus. Dagegen gibt es eine gute Versorgung der Kranken und Bedürftigen, sowie eine Ausbildung für die Jungen. Die strenge Askese der Einsiedler tritt zurück zugunsten eines geregelten Gemeinschaftslebens.

Die Mönche sind in ein einfaches, dunkles Gewand gekleidet, das Schema. Es ist mit Lederriemen zusammengebunden, die als Symbol für die Bindung des Mönchs an die Gemeinschaft durch sein Gelübde gelten. Am Ende von Pachomios Wirken gab es 9 Männer- und 2 Frauenklöster, mit über 10.000 Mönchen und Nonnen. Er stand in regem Schriftverkehr mit den Verwaltern seiner Klöster. Dieser Klosterverband war eine große Wirtschaftseinheit, eine Art Produktivgenossenschaft deren wirtschaftlichen Leitung einem Großökonom sogenannten Verwalter unterstand. Er legte zweimal im Jahr seine Generalabrechnung vor.

Pachomios ist heute leider nicht im kühlen Vorraum zur Kirche anzutreffen sonst würde er noch immer mit eigener Hand für Ruhe sorgen.

Hier versuchen wir an der Tür zu den für Mönche vorenthaltenen Räumen dem Gesang der Gottesmänner zu folgen. Mit kräftigen Stimmen sind harmonische Klänge zu vernehmen die wir förmlich Aufsaugen. Geistige Kraft eben die uns Gut tut und nicht von palavernden Italienern in verbotenen Shorts gestört werden sollten. Pachomios fehlt eben heute überall.

Wieder untem am Felsen zum Kloster Varlaam haben wir offensichtlich einen Fussweg nach Kalambaka entdeckt. Er ist zwar nicht bezeichnet und auch nichts angeschrieben, doch geländemässig könnte es hier zur 10 Kilometer weit entfernten Stadt und damit zum Camping gehen.

Gegen 1400 Uhr wollen wir jedoch nur verpflegt und mit der notwendigen Tranksame in dieser Hitze das Wagnis eingehen. Eine einfache Skizze und unser Urteilsvermögen im Gelände ist alles was wir derzeit haben. Als Versicherung haben wir noch unser GPS-Händi und die Telefon-Nummer 1414 dabei. Ob allerdings hier im Dschungel der Meteora-Gipfel uns die Rega rausholen würden bleibt unbekannt.

Bald haben wir das Tor des Klosters erreicht und der Weg führt steil hinab in die Meteora Felsen hinein. Sollen wir nun dem nur obeflächlich verlegten Kanalisationsrohr folgen oder lieber links halten. Wir entschliessen uns für links doch dieser Weg endet gerade dort wo es nur noch mit Klettergurt weitergeht. Als zurück durch Dornen und Brennesseln zum Kanalisationsrohr. Dies scheint der richtige Weg zu sein denn auch Scheisse will ja auch in die Stadt.

Plötzlich hinter mir ein markergreifender Angstschrei von Heidy und ein gewaltiger Satz vorwärts. Reflexartig schreie ich gleich mit und bewege mich ebenfalls nach vorn. Dann ein Blick zurück und sehe keinen Elefanten nur seinen Rüssel am Boden schleichen.

Eine beinahe armdicke Schlange verfolgt Heidy. Die überraschend auftauchende, dunkel gefärbte, etwa 1 Meter lange Schlange ist wahrscheinlich selbst überrascht und verfolgt Heidy nur, weil es praktisch in der Fallinie nach unten geht. Wo sie herkommt und wo sie hingeht ist uns gleich. Ob giftig oder ungiftig ebenfalls.

Einzige Konsequenz: Heidy lässt ihr hochgeknöpften Hosenbeine wieder runter und wird etwas mehr schwitzen. Im Traum wird die Schlange sie nächste Nacht nochmals verfolgen. Vielleicht findet sie dann auch noch die Lautsprecher in den Bäumen des Campingsplatzes welche Vogelgezwitscher verursachen.

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