Narvik/ N – Kiruna/ S

Das Schlafen auf einem städtischen Parkplatz in Narvik war ungewohnt und weil kostenfrei trotzdem sicher und sauber. Schliesslich waren wir ja mit unserem Camper autonom, weil wir Strom (auch 230 Volt), Frisch- und Abwasser (80 Liter), Toilette (ca. 5 Tage), Kommunikation (TV, Radio, Telefon) und letztendlich genügend Food im Kühlschrank und zudem Heizung (wichtig) hatten.

Uns fehlte es also an nichts. Auch der PW welcher neben uns irgendwann in der Nacht wegfuhr und am Morgen von der vermutlich gleichen Angestellten wieder parkiert wurde war eigentlich nicht der Rede wert.

$Wie immer frühstückten wir wiederum noch vor 0700 Uhr, bevor wir mit dem Camper die verschiedenen Viewpoints von Narvik im Westen (oberhalb des regionalen Flughafens) oder im Osten (Narvik Ski centre und Cable car) abfuhren. Meistens waren aber diese Points von Sträuchern und Bäumen zugewachsen, sodass wir nur teilweise die erwarteten Aussichten zu Gesicht bekamen.
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Kabelväg / Lofoten – Narvik / N

An dieser Strecke konkurrieren die Schönheiten der norwegischen Landschaften miteinander. Berge, Seen, hohe Bogenbrücken oder tiefe Tunnels unter dem Meer in Kombination mit Sonnenschein und den typischen Regenwolken vom Sommer 2016 entlockt uns immer wieder ein aah und ooh.

Gestern 23. Juni 2016 stimmten die Engländer über den Verbleib in der EU ab
und tatsächlich – wir konnten über SRF1 TV am 24.6. mitverfolgen – dass zwar die Schotten den Brexit hoch verwarfen, die Engländer mit gut 51 % der Stimmen innerhalb zwei Jahren aus der EU austreten werden. Das englische Pfund stürzte um über 14 % ab wohingegen der Schweizer Franken dank Intervention der SNB auf 1,08 zum Euro um etwa 3 % erstarkte.
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Ramberg – Kabelväg / Lofoten

Die vergangene Nacht war endlich wieder einmal ohne Sturm und grossen Regen. Sehr gut geschlafen!

Wir verlassen Ramberg um 0930 Uhr weiter Richtung Norden auf der E10. Kurz davor regnete es kräftig. Der Petrus wünschte uns wohl gute Fahrt. Auch ich wollte unsern „WatsUp Bekannten“ alles Gute wünschen. Bei vielen Anrufen blieb es allerdings beim Versuch, nur bei Walti und Silvia hatten wir Erfolg.

Das Gratis-Telefon in die Schweiz war aus meiner Sicht gut verständlich. Vorausgesetzt die Internetverbindung klappt. Auch bei Isabell und Dietmar hatten wir Erfolg, jedensfalls läutete Heidy’s Händy gerade dann, als wir um etwa 1230 Uhr auf der E10 wenden wollten um zum verpassten Camping Kabelväg Feriehus & Camping og einzubiegen.

Ausser norwegischen Campern und einer neu angekommenen deutschen Familie war der Platz verwaist. Trotzdem machten wir uns auf Platz 5 sofort mit Elektro-Anschluss und TV gemütlich. Wie üblich sind in Norwegen alle Kabäuschen mit Codes (1234) zutrittsgeschützt, Den Internetcode „Relac0m2015“ hätten wir auch, allerdings stellen wir fest, dass die Empfangsstärke für „WatsUp“ zu schwach ist.
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Ramberg / Lofoten

Die vergangene ganze Nacht stürmte und pfiff es gewaltig und rüttelte am Camper wie wir es noch nie erlebt hatten. Ein junger Mann mit einem grossen Rucksack und einem Kriechzelt suchte gegen 1700 Uhr noch einen möglichst ebenen Platz ohne grosse Pfütze hinter einem Lattenzaun aus, welcher ihm unmöglicherweise etwas Schutz bieten möge.

Er hatte offenbar Erfahrung im grössten Sturm sein kleines Zuhause aufzustellen. Dann verschwand er im Zelt.
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Bodö – Ramberg (Lofoten)

Nach einem wunderbaren Himmel am Abend mit blauen Störungen gegen Mitternacht wollen wir unbedingt die Mitternachtssonne nicht verpassen.

Noch lange sitzen wir im Führerhaus und lassen die Schneeberge in wechselndem Licht an uns vorbeiziehen. Doch irgendwann sind wir müde und legen uns zu Bett.

Punkt 2400 Uhr erwache ich und schiebe die Verdunkelung zu Seite. Es wird taghell und es blendet mich. Eine Sonne sehe allerding nicht und weil auch Heidy nicht mal erwachte schliesse ich die Dachluke und es schläft im nächsten Augenblick wieder weiter.
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Mosjöen – Bodö

Eines muss gleich richtiggestellt werden. Es gibt viele schöne und ruhigere Plätz in Nord-Norwegen. Der Camping von Mosjöen an der E6 gehört eindeutig nicht dazu!

Am Montagmorgen regnet es noch immer. Trotzdem sind wir froh um 0600 Uhr aus den Federn kriechen zu dürfen. Nach dem Frühstücken wird bei Regen von mir das E-Kabel zusammengerollt und Heidy ist für den Abwaschgang zuständig. Dabei vergesse ich doch tatsächlich die Türvorlage einzupacken.
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Levanger – Mosjöen

Heute fuhren wir von Levanger / Tröndelag alles auf der E6 ins 320 km nördlich liegende Mosjöen / Nordland. Die Geschichte von Mosjöen beginnt mit den ersten Packhäusern am Meer welche zu den Mo-Höfen etwas weiter nördlich gehörten. Mosjöener waren die grösste Gruppe der Lofotenfischer.

NordlandIn der rauen See kehrten manche Fischer nicht mehr zurück und die Witwen – meist Näherinnen – mussten ihre Waren selbst verkaufen. Weil zudem viele Kaufmänner ebenfalls in jungen Jahren starben mussten die Näherinnen selbst Handelshäuser gründen und auch führen. Die Bewohner der Lofoten-Inseln sprachen davon, dass sie in die Stadt wollten um bei „Enkjo“ (der Witwe) einzukaufen.

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Trondheim – Levanger

Bevor wir nordwärts weiterreisen besuchen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Trondheim (2016: 187 353 Einwohner). Es sind dies wie üblich in Norwegen, den Hafen, die Festung, den Nidaros-Dom und die Gamle (Altstadt) mit der Old Town Brücke.

Weder den Hafen (wo gerade zwei Hurtig-Routen Schiffe zu bewundern sind) noch das Kristiansten Fortress sollte man auslassen. Im Inneren der Festung wurden im 2. Weltkrieg noch am 1. Februar 1947 neben weiteren neun Wiederstandskämpfern auch Henry Rinnan exekutiert. 1718, gegen Ende des “Great Northern War” attakierte König Karl XII of Sweden mit einer Armee von 6‘900 Soldaten unter General Carl Gustaf Armfeldt diese Festung.
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Oslo – Hamar – Trondheim

Auf dem stadteigenen Marine-Stellplatz bis etwa 03.15 Uhr gut geschlafen. Dann poltert oder verwechselt unser norwegischer Nachbar doch tatsächslich in seinem Suff sein Heim. Eine weibliche Stimme korrigiert dann aber die Adresse und ich sehe gerade noch wie der unter „Drugs“ stehende in seinem Camper verschwindet.

Am Vorabend versuchte Heidy in der nahen Stadt noch Geld zu wechseln. Die im Führer angegebenen Banken sind jedoch alle ins Centrum verschwunden oder höchstens noch durch einen Automaten präsent. Dafür hat sie Lebensmittelläden entdeckt und frisches Brot gekauft. Beide schmecken wunderbar. Es war schon schwierig Bargeld in Dänemark zu tauschen, aber es scheint in Norwegen noch schwieriger zu sein.

Gegen 10 Uhr sind wir abfahrtbereit und können bereits im naheliegenden Kreisel auf die Osloer Ringstrasse Richtung Trondheim einbiegen. Ueberall sieht man die Registrierungskameras über der Fahrbahn. Ich gehe davon aus, dass uns daheim irgendwann die Rechnung ins Haus flattert.

Wir schätzen, dass auf der 535 km langen Fahrt Richtung Trondheim irgendwo auf eine Bank treffen, wo wir unser Bargeld doch noch los werden.
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Frederikshavn/DK – Oslo/Norwegen

Faere-FrederikshavnHeute Morgen verlassen wir den Nordstrandcamping in Frederikshavn um 07.45 Uhr und werfen den elektronischen Schlüssel einfach in den Briefkasten. Es ist offensichtlich üblich, dass auch bei einem Luxus Camping niemand eine halbe Stunde früher aufsteht damit die Reisegäste die Fähre der Stena-Line nach Norwegen erreichen.

HeidyDer gestrige Tag war mehr als trüb und am Nachmittag war meisten Regen angesagt. Also nicht wie 1974 als in Jütland der ganze Juni ein Hitzemonat war. Wir waren jung und taten es den Einheimisch in Sachen Kleidervorschriften gleich.

Dabei war es üblich, auch am Textilstrand nackt zu liegen oder beim Konzert mit einem Monokine zu stolzieren. Noch heute sehe ich die Kopenhagener Banker wie sie mit Anzug über Mittag im Park der Meerjungfrau sich einfach all ihrer Kleider entledigten und nach einer geraumen Weile wieder verschwunden waren. Mitsamt ihren Kravatten.
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Göttingen – Zürich (650km)

Nach der gestrigen langen Fahrt haben wir jetzt nur noch 650 km vor uns und werden heute Samstagnachmittag – wenn alles gut läuft – nach gut 6 Stunden reiner Fahrtzeit zu Hause sein.
Einmal mehr um 04.15 Uhr geht der Wecker ab und um Punkt 05.00 Uhr fahren wir vom Platz weg und zurück auf die Autobahn A7. Trotz der frühen Zeit ist schon viel los auf der Autobahn, die Automobilisten die gestern im Stau standen, sind wohl jetzt auch im Süden angekommen. Einmal mehr haben wir Stau-Glück, denn kurz vor Stuttgart hat direkt vor uns ein Lastwagen eine Panne und verursacht später einen Stau von 8 Kilometern Länge. So hören wir es im Radio als wir bereits Stuttgart hinter uns gelassen haben.
Trotz intensivem Ferienverkehr erreichen wir die Grenze bereits kurz nach 11.00 Uhr, etwas später sind wir bereits beim Mittagessen in Schaffhausen bei unseren Eltern – herzlichen Dank! Am Nachmittag sind wir noch zu Kaffee und Eistorte bei Armin und Heidy in Winterberg eingeladen – auch hier besten Dank!
Am späteren Nachmittag erreichen wir dann unser zu Hause nach über 6500 km unfallfreier Fahrt und fast 100 Stunden hinter dem Steuerrad unseres Fiat Ducato.

Wir wollen diese 3-wöchige Norwegen-Reise mit diesem letzten Bericht abschliessen.
Danken möchten wir vor allem Armin Meier (Kapomuck) für seine zu Verfügung gestellte Internet-Seite, verbunden mit seiner grossartigen Arbeit (hat unsere Fotos und weiteres Bildmaterial verarbeitet). Danken möchten wir aber auch all unseren treuen Leserinnen und Leser. Gerne hoffen wir, dass wir viele erreicht haben und vielleicht auch für eine eigene Norwegen-Reise inspiriert haben. Wir stehen gerne für Sachfragen oder Details zur Verfügung soweit es in unseren Möglichkeiten steht.

Wir werden in der kommenden Woche noch mit ein paar Tipps und Zahlen aufwarten.

Eure Brigitte & Markus

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Strömstad (S) – Göttingen (D) (1060km)

Bereits ein paar Minuten vor 04.00 Uhr bin ich wach und mache mich innerlich für die Fahrt nach Deutschland bereit. Etwas nach 4 Uhr musste auch Brigitte erwachen, was im Norden ganz einfach ist – Verdunklungsrollo auf und Tageslicht kommt herein, auch wenn es erst 04.00 Uhr ist. Die Sonne erwacht nämlich in Strömstad schon einige Minuten früher und auch während der Nacht ist es nie vollständig dunkel.

Wir trinken einen kurzen Kaffee und dann geht alles sehr schnell. Womo ab den Böcken fahren, Stromkabel einziehen, Abwasser entsorgen, Frischwasser fassen und Campingplatzschlüssel im Briefkasten einwerfen.
Und ab geht die Post, schnell nach Strömstad, entgegen den Anweisungen vom Navi, fahren und auf die E6. Nach den ersten 6 Kilometern ist es klar – Pech gehabt, in Strömstad gibt es nur eine Einfahrt nach Norden in Richtung Oslo. Es geht also schon gut los, umkehren und am Camingplatz wieder vorbei rauschen, dann auf die E6 S in Richtung Göteborg. Die E6 ist keine Autobahn, sondern nur eine gut ausgebaute Schnellstrasse. Erst einige Kilometer später ist die Autobahn wieder gebaut und befahrbar. Sie sind schon noch ein wenig hinter dem Mond, die guten Nordländer in Sachen Autobahn! Von Göteborg bis Oslo besteht noch keine durchgehende Autobahn, ebenso wenig wie von Oslo nach Stockholm oder von Oslo nordwärts ist nur ein kleines Stück fertig. Und ist man endlich auf einem Stück Autobahn ist es durchaus möglich, dass nur 80, 90 oder 100 signalisiert sind, obwohl gemäss offizieller Tempolimite 110 km/h zulässig wären.

Mehr oder weniger zügig fahren wir die rund 400 km bis Malmö mit einem Tankstopp durch, überqueren für 78 Euro die immer wieder faszinierende Öresundbrücke mit anschliessender Tunnel-Unterquerung des nachfolgenden Fjords.

Der Verkehr hat im Laufe des Morgens stark zugenommen, der Grund ist uns seit gestern leider bekannt. In Schweden ist Midsummer-Fest, das heisst Schul- und Arbeitsfrei vom Freitag bis Montag, zudem ist Sommerferienanfang in fünf deutschen Bundesländer, u.a. Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ein Superstart für unsere Rückreise. Im Internet werden im Grossraum Hamburg Staus von Dutzenden von Kilometern prognostiziert. Was soll’s wir müssen irgendwie da hindurch, im schlimmsten Fall übernachten wir eben von Samstag auf Sonntag nochmals. Der Tag wird es zeigen……

Wir fahren durch Kopenhagen, der Verkehr nimmt heftig zu, dann nimmt er zum Glück wieder etwas ab, als wir die E20 verlassen und die E47 nach Süden nehmen. Zügig kommen wir vorwärts und bereits um 11.45 haben wir nach über 600km Roedbyhavn erreicht. Wir geben unsere ID-Nummer an, die wir am Vortag per Internet gebucht und bezahlt haben und bekommen umgehend das Ticket für die nächste Fähre (12.15Uhr). Wir können allen nur ein Flex-Ticket (für Womo’s über 6m und 2 Personen = Euro 128.-) empfehlen. Man bucht für den Fährtag die angenommene Zeit und kann beim Eintreffen ohne Problem auf die nächst mögliche Fähre umbuchen. Personen ohne vorbestellte Ticket warten…..!
Wir werden auf eine bevorzugte Warteschlange gewiesen und fahren als 2. Fahrzeug auf die Fähre, obwohl neben uns Reihen von Autos auf die Fähre warten. Wer keinen Platz mehr hat, wartet auf die nächste, übernächste Fähre…..!
Ab ins Restaurant und gleich bestellen, wir haben 45 Minuten Fahr- und eben auch Essenszeit. Wir essen ein superfeines Pangasiusfilet mit Shrimps und Salat vom Buffet, trinken ein Süssgetränk und einen Cappuccino für Euro 47.- und haben erst noch 15% Rabatt durch das Flexticket.

In Puttgarden geht es sofort weiter, zuerst auf der E47/A1 nach Lübeck und Hamburg, später auf die A7. Im Radio hören wir Horrormeldungen von 15 und mehr Kilometern Stau auf der A7, zudem ist ein Stau auf unserer E22/A1 von 5 Kilometern angesagt…. super Schei….! Wieso beginnen ausgerechnet jetzt Schulferien und erst noch an einem normalen Freitag? Und schon sehen wir die Warnblinker vor uns. Doch nach 2 Kilometer Stopp and go sind wir bereits an der Baustelle vorbei und fahren mit forschem Tempo auf Hamburg zu. Zum Glück müssen wir nicht durch den Elbetunnel und haben den Weg via Roedby-Puttgarden gewählt, denn wir hören aus dem Radio Stau von 15 und 5 Kilometern, Tendenz zunehmend.
Auf der Gegenseite Stau von 5 und mehr Kilometern und wir fahren mit kleinen Unterbrüchen zügig durch Hamburg auf die A7. Vor Hannover ist nochmals 7 Kilometer Stau gemeldet. Auf einem Rastplatz meint aber ein Carchauffeur, dass dies wohl bald vorbei sei, er hätte aktuell keine Meldung mehr auf dem Navi.
Es war genau so, wir fahren gut durch und sind inzwischen nach Total 1050 km in Göttingen eingefahren. Wir steuern einen Stellplatz in Göttingen an und übernachten hier für 9 Euro die Nacht.

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Strömstad Daftö Campingplatz (0km)

Bei bedecktem Himmel und kühlen 15 Grad verbringen wir eine Ruhetag auf dem Campingplatz Daftö. Morgen wird die erste Etappe via Kopenhagen – Roedby dann mit der Fähre nach Puttgarden sein. Wir haben via Internet auf der Fähre um 16.45 Uhr gebucht, haben aber die Möglichkeit auf der nächsten erreichbaren Fähre ein zu schiffen. Das sogenannte Flex-Billet für 128 Euro ermöglich dies. Wir werden dann so weit als möglich fahren und wenn es geht erst nach Hamburg übernachten.

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Lillehammer – Strömstad (S) – (340km)

Einmal mehr ist unser Wunsch nach schönem Wetter (noch) nicht erfüllt worden. Der Himmel hat sich in der Nacht, nach einem wunderschönen Sonnenuntergang (23.00 Uhr) von gestern, überzogen und es ist bewölkt. Gut, man muss immer das Positive suchen und feststellen….. es regnet nicht!

Nach dem Frühstück besuchen wir noch die Innenstadt von Lillehammer. Bald finden wir einen Parkplatz nur einige Schritte von der autofreien Hauptstrasse Storgata. Wir spazieren noch ein paar Minuten durch diese Einkaufsstrasse und betrachten links und rechts die paar noch vorhandenen alten Holzhäuser. Wie viele andere Städte von Norwegen, wurde auch Lillehammer während dem 2. Weltkrieg durch die Deutsche Wehrmacht bombardiert und teilweise zerstört.

Dann machen wir uns auf für den ersten der drei geplanten Rückreisetage zurück in die Schweiz. Wir wollen in der ersten Etappe bis Strömstad (Schweden) fahren, uns auf diesem wunderschönen Campingplatz noch einen Ruhetag gönnen, bevor wir dann am Freitag mindestens bis Hamburg und einen Tag später in einem Rutsch zurück nach Zürich wollen. Wir haben uns für die Strecke Strömstad – Göteborg – Malmö – Kopenhagen – Roedby, und von hier die Fähre nach Puttgarden, entschieden. Wir haben die Fähre gleich über das Internet gebucht, man weiss ja nie wie es an einem Freitag steht.

Doch vorerst fahren wir auf der E6 südwärts dem Mjosasee entlang. Er ist ein sehr grosser, langer See und reicht von Lillehammer bis weit über Hamar hinaus. Die Strasse ist in einem guten Zustand, der Verkehr nimmt aber laufend zu, je näher wir uns der Hauptstadt Oslo nähern. Das Tal weitet sich immer mehr, links und rechts von langgezogenen, bewaldeten Hügeln eingerahmt. Nach unseren spektakulären Fahrten gibt diese Strecke nicht mehr viel her. In Hamar legen wir eine kleine Pause ein und sehen uns die riesige Olympiahalle von aussen an. Wir haben Glück mit dem Wetter – es hat sich zusehend gebessert, die Wolken sind verschwunden und haben dem blauen Himmel Platz gemacht.

Weiter geht es auf der E6 in Richtung Oslo. Auf diesem Abschnitt wird die heute noch zweispurige Strasse zur Autobahn ausgebaut. Auf kilometerweiten Strecken sind mal links, dann wieder rechts riesige Baustellen. Die Strasse muss total in den felsigen Boden hineingesprengt werden. Ein Stück dieser neuen Autobahn ist bereits fertig gestellt und befahrbar – kaum darauf kommt natürlich bereits die automatische Zahlstelle in Sicht. Auf der sogenannten Ringstrasse um Oslo herum hat es sehr viel Verkehr und es wäre dringend nötig, wenn sich Norwegen hier etwas einfallen lassen würde. Ich habe nämlich noch nie gesehen, dass es auf einer vierspurigen Ringstrasse Bushaltestellen und Erdbeerstände an kleinen Ausbuchten hat…..!

Auch sind die Tempolimiten von 90 und 100 auf den norwegischen Autobahnen sicher zu niedrig, fahren doch die Lastwagen auch mit fast 100 Sachen herum, was ein Ueberholen dann mühsam macht.
Die Grenze nach Schweden bildet eine Brücke, die mit einem hohen Bogen zwischen der Autobahn symbolisiert ist.

Markus beim Blog-Schreiben

Jetzt sind wir wieder auf dem 5-Sterne Campingplatz Daftö bei Strömstad und haben einen wunderschönen Platz mit Sicht auf die Schärenlandschaft. Natürlich sind wir diesmal nicht so alleine wie im September, doch die effektive Saison beginnt hier erst am 26. Juni 2010. Wir geniessen die Sonne und ruhen uns etwas aus. Es geht immer eine frische Brise vom Meer her und es ist nur 20 Grad.

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Geiranger – Lillehammer (290km)

Es ist kaum zu glauben, als wir aus dem Fenster schauen – strahlend schönes Wetter….. haben wir eigentlich erwartet!….. aber die Wolken hängen so tief im Tal, dass die Berge verhüllt sind. Das ist aber eine Enttäuschung, hofften wir doch endlich auf die versprochene strahlende Sonne.
Nach dem frühen Morgenessen machen wir uns auf die Socken und fahren die RV63 bergwärts. In kurzen und langen Kehren geht es steil den Berghang hinauf und bald verschwindet vor uns die Strasse im Nebel. Noch ist die Sicht einigermassen gut, aber ab 600m wird es immer nebliger und düsterer. Nach ein paar hundert Metern sehen wir die Strasse kaum noch. Ich muss die Geschwindigkeit auf unter 40 km/h reduzieren, aber der Wettergott kennt heute keine Gnade. Jetzt sieht man fast überhaupt nichts mehr, vielleicht gerade noch 10, manchmal sogar nur noch 5 m weit. Einen solch dichten Nebel haben wir wirklich noch nie erlebt. Wir schleichen mit gerade mal 20 km/h den Berg hinauf, die Köpfe kleben an der Windschutzscheibe. Zum Glück ist die Strasse mit weissen Seitenstrichen markiert, sonst wäre es fast aussichtslos gewesen weiter zu fahren. Plötzlich zwei Lichter, ein Reisebus steht vor uns – schnell ausweichen und weiter geht die Fahrt. Nach weiteren 400m Höhenmeter sind wir endlich auf 1040m ü M und vor uns taucht die Djupvasshytta aus dem Nebel auf. Eine Gruppe Touristen läuft mit Film- und Fotokameras leicht verstört auf dem Parkplatz hin und her. Wir fahren weiter in die Suppe hinein und kaum haben wir das Restaurant hinter uns, lichtet sich der Nebel und die Sicht ist plötzlich wieder gut. Rechts der zugefrorene See und über uns wallen sich Wolken im Sonnenlicht. Die Berge werden schnell sichtbar, dann zieht eine neue Front auf und verdeckt die Sonne. Also schnell weiter, nicht dass wir wieder in der Suppe herumkurven müssen. Wir haben jetzt die RV15 erreicht und biegen links in Richtung Lom ab. Die Strasse ist gut ausgebaut und mit über 80 km/h fahren wir in rasanter Fahrt talabwärts. Nein, jetzt kurvt vor uns ein Lastwagen mit Anhänger auf die Strasse. Jetzt ist es sicher fertig mit der schnellen Fahrt. Aber falsch geraten, der Lastenzug fährt uns fast davon und wir geben alles um dran zu bleiben.

Bei Otta treffen wir auf die E6 die von Trondheim her kommt. Sofort gibt es mehr Verkehr, dafür ist jetzt die Strasse noch ein Stück breiter geworden.
Das Wetter ist inzwischen so gut geworden, dass wir ins schwitzen kommen. Das Thermometer zeigt unglaubliche 26 Grad an – wir sind vom Winter in den Sommer zurückgekehrt und das mit nur 290 km!
Schon um 14.00 Uhr treffen wir in der Olympiastadt (1994) Lillehammer ein und haben genügend Zeit, um uns die Sprungschanzen anzusehen. Es ist gut beschildert und bald stehen wir auf dem Parkplatz vor der gewaltigen Schanzenanlage.
Haben wir aber Glück, auf beiden Schanzen wird eifrig ein Sommertraining abgehalten. Nein, nein wir haben den Winter definitiv hinter uns gelassen, die Springer trainieren auf einem Kunststoffrasen, der mit einer fest eingebauten Bewässerungsanlage immer wieder bespritzt wird. Wir lösen ein Billet für den Sessellift und fahren zum Sprungturm hinauf. Wobei das Wort Sprungturm eigentlich falsch ist, da die Schanze in das Gelände gelegt wurde und auch der Schanzentisch nur 3 oder 4 m hoch ist. Jetzt stehen wir zuoberst beim Anlauf und blicken in die Tiefe….. uuuaaa es schaudert einem wirklich. Nicht für 1 Mio. würde ich da hinunterspringen – das tun Andere und mir viel Erfolg. Wir bestaunen die Flüge vor, neben und über uns und gehen zu Fuss die X-hundert Stufen wieder hinunter.
Anschliessend besuchen wir noch Freilichtmuseum Maihaugen mit alten gut erhaltenen Häusern und einer alten Stabskirche. Alles irgendwo abgebaut und jetzt wieder in einer schön gestalteten Anlage a la Ballenberg aufgebaut.
Jetzt geniessen wir die Sonne und den Sommer auf dem Campingplatz Lillehammer direkt am grossen Mjosasee.

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Molde – Trollstigen – Geiranger (140km)

Wo sind nur die gescheiten Wetterfrösche geblieben – oder sind die Gefragten alle im Tourismus tätig? Ja, ja, ich weiss man darf einfach keinen Platzwart oder Platzwartin nach dem Wetter fragen. Er hat mir sogar auf Deutsch geantwortet: Morgen ist es schönes Wetter, viel Sonne….. Er meinte wohl Sonne in flüssiger Form!

Es ist kurz vor sieben Uhr, als mich ein störender Laut auf dem Dach weckt. Nein, nicht schon wieder denke ich und höre genauer hin, aber da ist nichts zu beschönigen, Regen prasselt auf unser Womodach. Doch schon wenig später hört es wieder auf zu regnen.
Wir verlassen Molde auf der RV 64, die gleich hinter dem Campingplatz im Tunnel verschwindet, zuerst unter dem Flughafen und wenig später unter dem Fjord hindurch. Ich frage mich bei solchen Bauwerken fast automatisch, weshalb unsere gescheiten Politiker und Bauingenieure nicht schon lange einmal einen Kulturausflug nach Norwegen unternommen haben und sich dann ein bisschen von dieser Strassenbaukunst beeinflussen liessen. Dann wäre sicher der Seetunnel in Zürich längst gebaut und das „Puff“ am Bellevue und Bürkliplatz beseitigt.
Weiter geht die Strasse über eine Insel, dann folgt eine Brücke über einen Fjordarm.
In Solsneset geht es dann wieder einmal auf eine Fähre, die uns in ein paar Minuten nach Afarnes bringt.

Die schneebedeckten Berge, die wir von Molde aus als Panorama sahen, kommen näher und werden gleichzeitig höher und steiler (obwohl sie keine 2000m hoch sind). Wir umfahren einen kleinen Fjord, der wie ein Spiegel vor uns liegt, dahinter wölben sich die Trollwände in den nun fast blauen Himmel. Die Sonne kommt immer mehr zum Vorschein und lässt die Schneefelder aufblitzen. Nach Andalsnes zweigen wir links ab auf die RV63 in Richtung Trollstigen. Das bewaldete Tal ist bald einmal zu Ende und die Strasse steigt mit 10% und mehr steil den Berghang hinauf – wir haben die wohl bekannteste Strasse von Norwegen erreicht. Ein Reisecar schlängelt sich langsam den Berg hinauf und stoppt vor der Stigfoss-Brücke. Der Stigfoss donnert in mehreren spektakulären Fällen über die insgesamt 800m hohe Felswand ins Tal hinunter. Als wir hinter dem Car und mehreren Autos ankommen, wird uns klar weshalb der Car nicht weiterfährt. Von oben kommt der blaue norwegische Linienbus. Da es für Busse und Lastwagen fast keine genügend langen Ausweichstellen gibt, tut der Fahrer gut daran sich mit Blicken den Berg hinauf zu orientieren. Die Strasse ist zwar für Womos meist breit genug, doch auch hier heisst es bei den Spitzkehren gut nach oben schauen denn es hat einige davon.
Von oben haben wir ein gewaltiges Panorama in die Tiefe und auf die am Berg empor schlängelnde Strasse. Aber auch der Blick in die frisch verschneiten Berge ist phantastisch. Interessant ist einmal mehr, dass fast alle Seen über 800m noch mindestens teilweise mit Schnee und Eis bedeckt sind. Vom Aussichtpunkt fahren wir noch einige Kurven bergwärts, bis es nach der Passhöhe (900m) in langen Kurven langsam wieder auf Meereshöhe hinab geht. Hier nehmen wir die Fähre von Linge nach Eisdalen –auf der wir schon einmal in entgegen gesetzter Richtung nach Alesund waren.

Wenn wir über den Landweg von Schweden nach Dänemark fahren, war dies die 12. und gleichzeitig letzte Fähre von unserer diesjährigen Reise.
Jetzt steigt die RV63 allmählich wieder an und bald haben wir wieder eine respektable Höhe, und vor uns öffnet sich der berühmte Geirangerfjorden. Weit unten auf dem Fjord erspähen wir ein Schiff der Hurtigruten. Die Strasse geht jetzt wieder in mehreren Kehren talwärts mit einem phantastischen Blick auf den Fjord und die paar Häuser und Hotels von Geiranger. Wir richten uns erneut auf dem Campingplatz von Geiranger ein und machen gleich anschliessend eine 90-minütige Schifffahrt auf dem Fjord. Das Wetter hat sich zusehends wieder verschlechtert und der Himmel ist leider meist bewölkt. Trotzdem ist es eine eindrückliche Fahrt entlang von Felswänden, mit hohen Wasserfällen, darunter natürlich der berühmte Drei-Schwestern-Wasserfall, der von über 250m in die Tiefe rauscht. Leider stehen meist nur noch verwaiste Bauernhöfe auf kleinen Felsvorsprüngen hoch über dem Fjord. Der grösste Bauernhof wurde nach dem 1. Weltkrieg aufgegeben. Er hatte einmal über 100 Geissen, über 30 Schafe und sogar 6 Kühe. Die Kinder wurden jeweils angebunden, damit sie nicht in die Tiefe stürzten. Der Zugang war nur über Leitern möglich, die man einfach hochzog, wenn ein Steuereintreiber Geld einkassieren wollte.
Schade, dass man in Adliswil keine Leitern mehr einsetzen kann…….

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Molde – Atlantikstrasse – Kristiansund – Molde (197km)

Wie schön für einmal ist beim Erwachen kein Regen zu hören….! Doch was sagte ich gerade….kein Regen..??…..kaum gesagt, schon setzt er ein. Doch so schnell wie er gekommen ist, so schnell ist er auch schon wieder weg. Langsam verziehen sich die Wolken und während dem Frühstück, mit feinem norwegischem Lachsfilet, kommt die Sonne zum Vorschein.

Storeisund - Bridge - Atlantikstrasse - Norwegen

Wir machen uns frühzeitig auf den Weg, tanken noch Diesel (Preise immer zwischen Nkr. 11.30 und 12.80) und fahren auf der E39 bis zum nahen Flughafen und zweigen dann auf die RV64 ab. Es geht zuerst über einen kleinen Pass, da der kostenpflichtige Tunnel infolge Bauarbeiten gesperrt ist. Wir durchfahren ein ganz in kräftiges Grün gehülltes Tal. Ueberall kräftig grüne Tannenwälder, dazwischen saftig hellgrüne Laubbäume, die vermutlich erst vor ein paar Wochen ihr grünes Kleid erhalten haben. Einige Kilometer später erreichen wir Eide, das bereits am atlantischen Kornstadfjorden liegt. Die Strasse zieht sich nun dem Fjord entlang, links erheben sich grüne Berge, die von vorbeiziehenden Wolken abwechselnd in der Sonne oder im Schatten liegen. Man fühlt sich irgendwie fast ein wenig im schottischen Hochland. Dann plötzlich öffnet sich der Fjord und Inseln werden sichtbar – eine riesige Schärenlandschaft erhebt sich vor unseren Augen. Wir haben die effektive 8,2 km lange Atlantikstrasse vor uns. Die Strasse zieht sich über majestätisch geschwungene Brücken von Insel zu Insel. Besonders die 260 m lange Storseisund Brücke mit einer Höhe von 23 m sieht von weitem so aus, als würde sie in der Luft enden. Von Insel zu Insel geht die wunderschöne Strecke über insgesamt 8 Brücken und durch eine einmalige Schärenlandschaft. Nach dem Erreichen des Festlandes wenden wir unser Womo und fahren gleich nochmals zurück, um den gleichen Weg zum dritten Mal zu fahren. Es ist einfach einmalig diese Landschaft, verbunden mit der heutigen Technik, anzusehen. Zudem hat uns das Wetter positiv überrascht, am Meer war es fast strahlend blau.

Baubeginn war der 1. August 1983 – sechs Jahre später war die Eröffnung. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde auf dem gleichen Trasse eine Eisenbahnstrecke geplant, die aber 1935 wieder vom Tisch war. In den 70er Jahren wurde dann mit der Strassenplanung begonnen. Bis zur Eröffnung im Jahre 1989 wurde diese Strecke von einer Fähre bedient. Für den Bau hat Norwegen 122 Mio Nkr. ausgegeben – innerhalb 10 Jahren war dieser Betrag durch Mautzahlungen der Benutzer wieder in der Staatskasse! Das sollte sich mal die schweizerische Regierung überlegen….. der Steuerzahler resp. der Automobilist wäre ihr dankbar und die Strassen würden vielleicht schneller gebaut!

Kurz vor Kristiansund – übrigens unser nördlichster Punkt der diesjährigen Reise – geht die RV64 durch einen Fjordtunnel (200m u.M.)auf die Insel von Kristiansund. Da er noch neu und somit unbezahlt ist, haben wir die entsprechende Maut an der Zahlstelle zu begleichen. Auch in der Stadt und später auf der RV70 geht das Inselhüpfen weiter. Zuerst über eine hohe Stadtbrücke, einige Kilometer später geht es wieder unter einem Fjord hindurch um gleich danach auf einer riesigen Hängebrücke aufs Festland zu wechseln. Auch hier wird man natürlich zur Kasse gebeten. So wird man schnell bei jeder Brücke oder Fjordtunnel seine 100 Nkr. los. Die Rückfahrt auf der E39 war schnell und unspektakulär.
Entgegen unserem neu erstellten Reiseplan befinden wir uns wieder auf dem gut eingerichteten Campingplatz Kviltorp vor Molde. Das Wetter schien uns einfach zu unsicher, um noch eine über 100km Fahrt nach Alesund zu machen und dann wo möglich nochmals nur Nebel und Regen zu sehen.

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Alesund – Molde (70km)

Der Sturm mit seiner dazugehörigen Regenfront hat uns in der Nacht stark durchgeschüttelt. Um 23.00 Uhr stand ich nochmals auf und liess die Womo-Stützen herunter. Siehe da, es hat zwar einiges ausgemacht, trotzdem aber fand der Sturm noch genügend Angriffsflächen am Womo – es rüttelte weiter.

Bei schönem Wetter wären wir nochmals zu einem Stadtbummel aufgebrochen, aber bei diesem Regenwetter schickt man nicht einmal einen Hund nach draussen.
Bei Regen waren wir in Alesund eingefahren, bei Regen verlassen wir Alesund wieder. Schade, aber wer weiss, vielleicht führt uns der Weg nochmals in diese Jugendstil Stadt.

Wir verlassen Alesund auf der E136 und einige Kilometer weiter kommt die E39 von Süden her. Bei Sjoholt zieht die Strasse in langen Kurven bergwärts und bald haben wir wieder die 400m Marke hinter uns gelassen. Und was sieht man auf 400m in Norwegen – richtig! – eine Skistation mit einem Lift und zwei Abfahrtspisten. Drei Schneisen hat man aus dem lockeren Birkengestrüpp herausgehauen, eine für den Skilift, die anderen beiden links und rechts für die vielleicht 600m langen Pisten.
Hat sich wohl hier Aksel Lund Svindal auf seine Karriere als Skirennfahrer vorbereitet? Möglich ist fast alles in Norwegen…..

Nach dem Scheitelpunkt führt die Strasse in ebenso langgezogenen Kurven talwärts und kurz vor Vestnes zweigt nun die E136 nach Andalsnes ab, während unsere E39 nach ein paar Kilometer am Moldefjorden endet. Eine längere Fährüberfahrt steht uns nun direkt nach Molde bevor. Für 301 Nkr. kaufen wir unser Ticket und nach knapp 20 Minuten sind wir in Molde angekommen.

Alesund Molde Caming

Alesund Molde Camping

Jetzt stehen wir mit unserem Womo auf dem Kviltorp Campingplatz in Molde und haben einen Blick über den Fjord. Das Wetter ist inzwischen besser geworden, es regnet bereits etwas heller…..
Ja, sogar etwas Sonne ist zu sehen und die Wettervorhersage ist gemäss der hübschen Frau an der Information von Alesund eigentlich ganz gut. Jeder Tag soll etwas besser werden – nah sollen wir es ihr glauben??
Wir möchten morgen die berühmte Atlantikstrasse nach Kristiansund befahren und wenn noch Zeit vorhanden ist via Molde nochmals nach Alesund fahren, damit wir Alesund auch mit Sonne sehen könnten.
Am Montag soll dann unsere Reise von Alesund via Sykkylven – Hellesylt (Fähre) nach Geiranger zurück gehen. Am Dienstag wäre dann die Strecke Geiranger – Trollstigen – Andalsnes – Dombas, am Mittwoch Dombas – Lillehammer vorgesehen. Ab Donnerstag wäre dann die Heimfahrt von Lillehammer – Hamar – Oslo – Strömstad, Freitag Strömstad – Büsum und Samstag nach Zürich zurück. Vielleicht schieben wir noch einen Tag hinein, sodass wir erst am Sonntag zu Hause sein werden – von Lillehammer sind es immerhin über 2000km nach Zürich.

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Geiranger – Alesund (120km)

Wie schon gesagt es hat über Nacht bis auf ca. 700m hinunter geschneit und bei uns am Fjord auf 0m ü M regnet es immer noch in Strömen. Wir müssen heute nicht stressen und können alles gemütlich angehen, denn wir fahren heute nur nach Alesund. Das Wetter hat unser Programm wieder einmal mehr auf den Kopf gestellt und wir werden unsere restliche Reise nach dem Wetter richten.

Wir verlassen um 11.00 Uhr ganz gemütlich den Geirangerfjord bei Regen und fahren die RV63 nach Eisdalen. Steil und mit mehreren Haarnadelkurven steigt die Strasse an einem Hang vom Geirangerfjorden hinauf. Der Blick hält sich sehr in Grenzen, kaum sieht man den Fjord und bald ist auch dies vorbei, Nebel folgt und es macht schnell zu. Links und rechts sieht man frischen Schnee an den Hängen der Berge, die sich kurz zwischen Nebelfetzen zeigen.
Bei Eisdalen nehmen wir die Fähre über den Norddalsfjorden nach Linge. Dort verlassen wir die RV63 und wechseln auf die RV650. Zu unserem Erstaunen ist diese 3.klassige Strasse breit und mit vielen neu erstellten Tunnels versehen. Wieder geht es dem Fjord entlang, mal aufwärts, um später wieder abwärts zu gehen.
Bei Sjoholt kommen wir auf die zusammen verlaufenden E39/E136. Die E39 kommt von Kristiansand via Stavanger nach Bergen und geht weiter nach Trondheim. Die E136 geht via Andalsnes nach Dombas und dann zusammen mit der E6 nach Oslo.
Wir fahren nach Westen in Richtung Alesund. Langsam kommen wir aus den Bergen hinaus und links und rechts sind jetzt Fjorde zu sehen. Das Wetter hat sich kaum gebessert, es wechselt zwischen Regen und Wolken ab.

Schon bald erreichen wir die Stadt Alesund die fast ganz draussen im Meer steht und auf verschiedene Inseln verteilt ist. Die Inseln sind untereinander mit Tunnels oder Brücken miteinander verbunden. Es gibt aber auch Fährverbindungen und Schnellboote mit denen man zu den verschiedenen Nachbarinseln fahren kann.
Wir finden Dank der guten Anweisungen von Ruth + Emil Steiner, die auch in Norwegen, jetzt aber in Schweden sind, den Bobilplatz ganz in der Nähe vom Stadtzentrum. Es ist ein Stellplatz für Wohnmobile mit Duschen, Toiletten und Entsorgungsstation direkt am Meer. Vom Meer her weht ein kräftiger Wind und bringt eine Regenfront nach der Anderen. Wir haben einen Platz direkt am Meer und der Wind pfeift um unser Womo und bringt es leicht ins Wanken.
Wir kleiden uns entsprechend mit Norwegerjacke und Regenschutz, über unsere Köpfe ziehen wir, unsere auch in Norwegen gekauften Fischerhüte mit langem Halsschutz. Wir marschieren durch die Stadt und später auf den Aksla, den Aussichtsberg von Alesund den man über 418 Stufen erklettern kann. Uffff endlich haben wir es geschafft und können trotz Regenschauern auf die Stadt blicken. Bei einem Kaffee wärmen wir uns etwas auf. Auf der Terrasse oberhalb des Aussichtsrestaurant können wir uns unmöglich aufhalten, der Wind hat stark zugenommen.
Wieder zurück im Womo werden wir jetzt stark durchgeschüttelt, der Regen klatscht an die Wände und Fensterscheiben und das Meer schlägt mit immer grösser werdenden Wellen an felsige Ufer vor uns. Weiter vorne haben bereits einige Besitzer ihre Womos nach hinten verschoben – haben sie Angst vor dem stürmischen Meer? Bei uns spritzt das Wasser noch nicht über das Ufer, wir harren der Dinge die da kommen.
Während der ganzen Nacht hat es sehr stark gestürmt und kräftige Regenschauer gingen über der Stadt nieder. Es ist auch kalt geworden, das Thermometer zeigt nur noch knappe 7 Grad.

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Sognedal – Jostedal – Geiranger (322km)

Mit einem scheuen Blick wagen wir aus dem Womo zu schauen, denn es wurde Regen vorhergesagt. So stand es im Internet, hingegen stand in der Zeitung es wäre nur bewölkt mit einer kleinen Sonne hinter den Wolken – Sonne, Wolken und Regentropfen können wir Schweizer auch in norwegischer Sprache lesen….!
Der Himmel sah wirklich gar nicht so schlecht aus. Zwar hingen die Wolken noch tief, doch auch sonnige Flecken waren auf den benachbarten Bergen auszumachen.

Also nichts wie weg ins Jostedal an den Nigardsbreen Gletscher und später vielleicht…– nah wir werden es sehen, wie weit wir heute noch kommen. Wir möchten noch unser Abwasser entleeren und auf dem Platz ist noch keine Möglichkeit, da alles neu gebaut worden ist und noch gebaut wird. Bei der nahen Tankstelle ist die Anlage defekt und bei einer weiteren Anlage sollten wir Nkr 50.- bezahlen – schliesslich finden wir einen Abwasserschacht bei einem Rastplatz.

Wir fahren auf der RV55 in östlicher Richtung zuerst dem Sogndalfjorden, später dem Lustrafjorden entlang bis Gaupne. Dort biegen wir auf die RV604, die ins Jostedal führt. Es ist ein sehr langes, nicht allzu breites Tal, das auch sehr langsam ansteigt. Die Strasse führt dem Fluss Jostedola entlang, der in einer intensiven grünen Farbe dem Fjord zufliesst. Natürlich ist es fast reines Gletscherwasser, denn auf der ganzen linken Seite thront hoch oben der gewaltige Jostedalbreen. Nach rund 30 km erreichen wir Gjerde, der letzte kleine Ort im Tal, bevor wir am Gletschermuseum vorbeikommen und einige Meter später an einer Schranke anhalten. Vor uns diskutierende Holländer, die sich wie immer sehr kompliziert anstellen, wenn es ums zahlen geht. Es ist eine Selbstbedienungs-Zahlstelle wie man sie oft in Norwegen findet. Man nimmt ein gedrucktes Couvert, schreibt die Autonummer und das Datum auf, steckt den entsprechenden Betrag ins Couvert und ab in den daneben hängenden Briefkasten. Das Doppel reisst man natürlich vorher ab und steckt es gut sichtbar hinter die Frontscheibe des Womo’s. So einfach ist das.

Ueberhaupt hat es viel zu viele Holländer (unsere Holländer-Freunde möchten mir das verzeihen) hier in Norwegen mit Wohnwagen, die jede kleinste Strasse hochfahren und dann trotzdem Angst haben, wenn es links oder rechts steil den Berg hinunter geht.
Nach 5km Fahrt auf dem Bomveg (zu Deutsch Mautstrecke) erreichen wir den grünen Nigardsvatn und dahinter leuchtet in eisblauer Farbe der gewaltige Strom des Nigardsbreen. Das Wetter ist so-so-la-la, die Gipfel leider in den Wolken, aber ohne Regen, manchmal sogar ein Strahl Sonne auf dem oberen Teil des Gletschers. Wir ziehen uns warm an und marschieren dem Ufers des Sees entlang über Stock und vor allem Stein. Nach ca. 45 Minuten erreichen wir die gewaltige Gletscherzunge, aus der aus einem eisblauen, dunklen Schlund ein tosender Bach sprudelt. Der Gletscher haucht einem kalt an – ein eisiger Wind weht uns an und wir ziehen den Reissverschluss schnell noch etwas höher.
Zurück fahren wir mit dem Motorboot, das alle paar Minuten vom Parkplatz bis nahe an den Gletscher fährt.

Wir fahren den ganzen Weg zurück nach Gaupne und biegen wieder auf die RV55 ein, und einige Kilometer hinter dem Fjordende beginnt die Strasse stetig an Höhe zu gewinnen. Die ersten Haarnadelkurven folgen und steil geht es an verschiedenen Berghängen empor. Links und rechts werden neben Nebel- und Wolkenfetzen hohe Berge mit Gletschern sichtbar. Es sind dies die hohen Berge der Jontheimgruppe mit dem höchsten Berg Norwegens, dem Galdhoppingen (2469m ü M).

Leider sehen wir vor allem weisse Schneefelder, die sich mit den Wolken vermischen. Endlich haben wir den höchsten Punkt des Sognefjellet mit 1434 m erreicht. Um uns herum ist es vor allem weiss und der grosse Bergsee ist über die Hälfte mit Eis und Schnee bedeckt. Auf der Strasse kommt uns ein Ratrac entgegen…. nach 100m wissen wir es: auf einer präparierten Loipe sind Skilangläufer zu Hauf unterwegs. Wir können und wollen es auch nicht ändern, aber hier oben auf den Fjells in Norwegen ist auch im Juni noch voll Winter.

Die Fahrt ins Tal geht meist mit kleinem Gefälle voran, dazwischen einige kurze Steilstufen mit bis zu 10% Gefälle. Wir erreichen Lom und biegen in nördlicher Richtung auf die RV15. Das Wetter wird immer düsterer und Regen zieht auf. Das Tal ist zuerst sehr breit, wird aber später schmaler und die Strasse beginnt wieder zu steigen. Bald einmal erreichen wir wieder die 1000m Marke und vor uns sind wieder Schneeberge zu sehen. Auf der Passhöhe verlassen wir die RV15, die nun im Tunnel verschwindet und nach Stryn weitergeht. Wir fahren auf der RV63 zur Djupvashytte wo eine Abzweigung zum Dalsnibba-Aussichtspunkt führt. Es hat aber keinen Sinn nochmals 400m höher zu steigen, um in den Nebel zu sehen. Wir fahren weiter und nun geht es die letzten 10km steil zum Geirangerfjorden hinunter. Es hat wieder einmal unzählige Haarnadelkurven in der Abfahrt und erst vor den letzten Kehren hat es einen super Aussichtpunkt mit Blick auf Geiranger und den engen Fjord.

Jetzt sind wir auf dem Geiranger Camping direkt am Fjord und hören dem Regen zu, der auf das Womodach prasselt. Es soll so bleiben……

Noch ein Wort zum Morgen……es ist nicht genau so geblieben…..es hat Schnee bis auf 700m – frischer, weisser Schnee

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