Die Vollgeldinitiative will den Einfluss der Banken einschränken!

Am 10. Juni 2018 dürfen wir über die Vollgeld-Initiative abstimmen. Aber was ist eigentlich Vollgeld und was Buchgeld auch Giralgeld genannt? Warum haben einzelne Bürger immer mehr und andere immer weniger davon?

Heute liegt der Anteil von Banken oder Buchgeld bei satten 86 %. Nur noch 14 Prozent sind echtes, von der SNB geschöpftes Vollgeld.

Warum läuft das Geld aus dem Ruder?

Vielleicht weil private Geld schöpfen dürfen und damit auf einer Schuldenwirtschaft aufbauen? Wenn ein Kunde bei einer Bank beispielsweise Geld leiht, schöpft diese mit ihrem Kredit lediglich eine Verpflichtung, dass der Schuldner diesen Kredit irgendwann zurückzahlt. Weil die Summe dieser Verpflichtungen bzw. virtuellem Geld der Banken nicht auf Vollgeld basiert, wird damit auf unverantwortlicher Weise die Schuldenwirtschaft hochgetrieben. Es ist also viel mehr Geld (86%) im Umlauf als die SNB erlauben würde.

Als Hüterin des Schweizer Frankes gilt zwar wie 1891 immer noch die Nationalbank, doch warum ist sie heute gerade mal mit 14 % daran beteiligt? Und warum hat eigentlich damals die Schweizerische Nationalbank das alleinige Monopol zur Schöpfung von Geld erhalten?

GESCHICHTE
Die gravierende Geldkrise im Gefolge des Deutsch-Französichen Kriegs von 1870-71 förderte die Durchsetzung des Papiergeldes als Zahlungsmittel. Damit gewannen die Befürworter einer Zentralbank an Boden, die 1874 das Recht des Bundes erstritten, in diesem Bereich zu legiferieren.

Anhaltende Probleme („Silberdrainage“ nach Frankreich) und mangelhafte Elastizität des Notenumlaufs bereiteten den Durchbruch vor: 1891 wurde das Notenmonopol im revidierten Art. 39 BV verankert aber erst 1905 mündete der langwierige und konfliktreiche Gesetzgebungsprozess in eine Kompromisslösung über das Projekt einer „Schweiz. Bundesbank“ (einer Staatsbank / SNB) ein, die unverkennbar die Handschrift der erstarkten Wirtschaftsverbände und insbesondere des Schweizerischen Handels- und Industrievereins trug.

Mit der Gründung der SNB wurde das bis anhin durch 36 „Zeddelbanken“ wahrgenommene Notenemissionsrecht in einem einzigen Institut zentralisiert (Notenbank). Das Gesetz wies der SNB das Monopol zur Notenausgabe zu und schrieb vor, dass die (inländ.) Golddeckung mind. 40% des Notenumlaufs betragen musste (Goldwährung); diese Bestimmung war Ausdruck einer konservativen Geschäftsmaxime und des Willens zur Hartwährung.

Bei Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde die Noteneinlösungspflicht ausser Kraft gesetzt. Die SNB hatte den rasch expandierenden Geldbedarf des Bundes durch die Übernahme von (kurzfristigen) Schatzanweisungen zu decken; aufgrund der dominierenden Real-Bills-Doktrin wurde sie von der starken Inflation überrascht.

Nachdem die Goldparität 1925 (faktisch) und 1929 (formell) wieder eingeführt worden war, wurde die Einlösungspflicht 1936 anlässlich der Abwertung um 30% des Schweizerfrankens erneut sistiert und durch das Bundesgesetz von 1953 gänzlich aufgehoben.

Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems (Abkommen von Bretton Woods) und dem Übergang vom System fester Wechselkurse zum Floating 1973 erhielt auch die SNB ihre Aktionsfähigkeit im Bereich der Geld- und Währungspolitik vorerst zurück. Seit Mitte der 1970er Jahre machten sich zwei Probleme bemerkbar: Erstens verschärfte sich im Zeichen einer strukturellen Wirtschaftskrise der Zielkonflikt zwischen „Finanzplatz“ und „Werkplatz“ Schweiz.

In der neuen Bundesverfassung von 1999 wurden alle Bestimmungen, die einen Bezug des Frankens zum Gold herstellten (Münzfuss, Einlösungspflicht, Deckungssatz für Notenumlauf), ersatzlos gestrichen. Die Neubewertung der Aktivposten der SNB machte zwischen 2000 und 2005 den Verkauf der Hälfte der Goldbestände (1’300 t) im Wert von rund 19 Mrd. Fr. möglich.

Nachdem dieses Sondervermögen zunächst für eine Stiftung solidarische Schweiz hätte Verwendung finden sollen, wurde es schliesslich im Zuge einer heftigen politischen Debatte nach dem etablierten Gewinnschlüssel auf Bund und Kantone verteilt. Die Schweiz hat die Modernisierung der Währungspolitik und der Organisationsstruktur der SNB halbwegs erfolgreich abgeschlossen. Die währungs- und geldpolitischen Herausforderungen, mit denen sich die SNB konfrontiert sieht, hängen heute weitgehend von der Entwicklung des Euros und der Weltwirtschaft beziehungsweise dem „Finanz- und Werkplatz-Schweiz“ ab.

UBS-Banker Ermotti will nicht wissen wie Geld geschöpft wird?

Warum wissen die Herren wie Bundesrat Maurer oder UBS-Bankchef Ermotti nicht wer in der Schweiz Geld schöpft? Und warum wollen eigentlich die Geschäftsbanken, dass Postfinanz keine eigenen Kredite wie Hypotheken vergeben darf?

Durch die eigene Schöpfung von Geld würde sich Bankchef Ermotti ins eigene Fleisch schneiden und streitet deshalb die klaren Fakten einfach ab. Schliesslich möchte er auch keine staatliche Geschäftsbank wie E-Finanz Post neben sich haben. Er weiss also sehr wohl von seinem Privileg und kann deshalb ruhig als Lügner bezeichnet werden.

UBS-Bankchef Ermotti muss man gar als kriminellen Betrüger welcher ungerechtfertigte Gewinne erzielt und die Schweiz ein weiteres Mal wie vor 10 Jahren ins Verderben führt.

Aber auch Bundesrat Maurer macht in seinem Verwirrspiel eifrig mit, wenn er behauptet, das sei immer so gewesen und Vollgeld komme deshalb nicht in Frage?


GELD ist STAATS-RELIGION?

Nachtrag 20Minuten vom 21.4.18/Mar

Hat Bundesrat Ueli Maurer und die SNB falsch informiert?
Ja, meinen Beschwerdeführer Michael Derrer und das Initiativkomitee. Es sei haarsträubend, welch grobe Falschaussagen über die Initiative gemacht würden, sagte Derrer im 20Minuten. Es sei nicht akzeptabel und es verletze die politischen Rechte der Stimmbürger, dass die Behörden «verzerrte und lückenhafte» Aussagen der Initiativgegner aufnähmen.

Beschwerdeführer Derrer ist nebenamtlicher Bezirksrichter in Rheinfelden AG und Dozent an der Hochschule Luzern. Im Rahmen dieser Tätigkeit befasse er sich seit Jahren mit dem Thema Vollgeld, sagte er. Ausserdem ist er Unternehmer und Unternehmensberater, vor allem für Schweizer Firmen in Osteuropa.

Die Initiative Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! war 2014 vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der UBS-Rettung lanciert worden.
Finanzminister Ueli Maurer sagte an der Medienkonferenz zum Thema, man habe die Kritik zur Kenntnis genommen. «Wir sind der Meinung, dass unser Abstimmungsbüchlein sehr sorgfältig erstellt wurde, mit allen Experten, die zur Verfügung stehen», sagte er. Die im Abstimmungsbüchlein gemachten Aussagen seien korrekt.

Er habe sich die Medienkonferenz angehört, sagte dagegen Michael Derrer der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. «Da hörte ich Dinge, die nachweislich nicht stimmenFalsche und lückenhafte Informationen habe er auch auf der Webseite der Nationalbank und im Abstimmungsbüchlein gesehen.

About muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
This entry was posted in Geld, Geschichte and tagged , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

One Response to Die Vollgeldinitiative will den Einfluss der Banken einschränken!

  1. Werner Schiesser says:

    Guten Abend lieber Armin
    Seit langer Zeit las ich wieder einmal in deiner interessanten Hompage…, einfach toll, so viele kompetente Informationen – gratuliere, werde öfter mal rein sehen.

    Beste Grüsse sende ich dir und deiner Frau – Werner Schiesser mit Erika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*