Ewigi Liäbi – Jodlerklub Wiesenberg

Heidy und Armin feiern in diesen Tagen nicht nur ihren 48zigsten Hochzeitstag sondern zusammen ein-einhalb Jahrhundert Lebenszeit.

Während den vergangenen einhundertfünfzig Jahren war hier in der Schweiz allerhand los. Unsere Eltern erlebten noch zwei langjährige Weltkriege und lange Wirtschaftskrisen wo insbesondere unsere nördlichen und östlichen Nachbarn von Nazis fehlgeleitet wurden. Aber auch die Schweiz war teilweise nazifiziert, konnte aber immerhin durch einen gehörigen Pragmatismus das Schlimmste abwenden.

Noch heute höre ich das Brummen der amerikanischen Bomber im Zürcher Unterland, als diese von Westen herkommend über Schaffhausen Richtung München flogen um dort ihre Bomben zu deponieren. Dass auch einzelne Piloten nicht immer wussten, wo Freund- und Feindesland ist haben wir zwar nicht direkt erlebt, doch stieg jeweils die Furcht vor dem Bombenkrieg wenn der Vater befahl; ab in den Keller.

Überhaupt war meine Jugendzeit von häufigem Streit meines Bruders und mir mit unserer Stiefmutter und dem Vater gekennzeichnet. Natürlich waren wir Jungen nicht immer nur brav und rebellierten genau gleich wie unsere Vorfahren, konnten aber mit der Vollbeschäftigung in den 60 und 70 Jahren all unsere beruflichen Wünsche in Erfüllung bringen.

Nach einer lieblosen Jugendzeit wuchs bei mir der Wunsch nach Geborgenheit und Liebe im besonderen Masse an. Als Egoist musste ich als junger Erwachsener zwar immer wieder meine Rechte selbst erkämpfen bis ich von Heidy lernte, was eigentlich wahre Liebe ist. Eben nicht nur Sex sondern wie es so schön im Lied besungen wird; ja ich weiss liebi chunnt und gaht, wine cherze schmelzt si, ja wines lied, hört sie eifach uf oder si haut einfach ab. Niemer seit, es segi liecht, es isch es einzig näh und gäh, sgit kei verlürer oder gwünner i däm würfelspiil. ewigi libi das wünsch dir, ewigi liebi das wünsch ich mir, ewigi liebi nu für eus zwoi, ewigi liebi fühl i by dir der hei,

Als nach den Revolten im Jahre 1968 diese auch hier begannen, stand ich bereits auf der anderen Seite der Rebellion, bei der Polizei. Anfangs übten wir noch mit geflochtenen Weidenschildern und zackigem Marschieren die Unruhen in den Griff zu bekommen, doch auch für uns wurde es immer härter und gefährlicher. Mit der RAF mussten wir auch lernen was Terror bedeutet und auf der internationalen Ebene herrschte kalter Krieg mit all seinen Auswirkungen.

In verschiedenen Gesamtverteidigungsübungen lernten wir mit dem Schlimmsten uns auseinander zu setzen und uns auf die Trennung von den Liebsten vor zu bereiten. Natürlich lag das Schicksal von uns nicht in der eigenen Hand sondern wir wurden fremd bestimmt. Später wechselte ich von der Front in die EDV bzw. wie es später hiess – in die Informatik, was mir auch heute noch – nach der 4.Industriellen Revolution zu Gute kommt.

Wiesenberg ob Dallenwil / NW

Jodlerklub Wiesenberg ob Dallenwil/Schweiz

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Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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