PCT 2017: Burney – Chester – Quincy, Marke 1385 mi/2229 km = gelaufene 1185 mi/1907 km

Mit langen Tagesdistanzen bin ich schnell über Chester hier in Quincy angekommen. Chester erreichte und verlies ich am selben Tag. Es war schwierig, eine Dusche zu finden. Bei der vierten Stelle hat es doch noch geklappt. Am Abend war ich froh, nach allen Erledigungen im Ort, wieder im Wald im Zelt zu liegen.

Vor Chester bin ich durch den ersten Nationalpark gewandert. Es war der Lassen Volcanic NP. Da es dort Probleme mit Bären gibt, die auf Nahrungsmittel von Besuchern und Hikern scharf sind, ist ab diesem Jahr für die Wanderer mit Übernachtung im Park ein Bärenkanister vorgeschrieben. Im Kanister werden die Nahrungsmittel versorgt und können so von den Bären nicht gerochen werden. Der Kanister kann von den Bären auch nicht geöffnet werden. Da ich erst einen in den Sierras im Rucksack dabei haben werde, waren die knappen 20 Meilen an einem Tag durch den Park zu wandern.

Wie der Name des Nationalparks schon sagt, hikte ich durch vulkanisches Gebiet. Das Etappenstück „Hot Rim“, eine ehem. Lavaebene, die heute teilweise bewaldet ist, war tagsüber sehr heiss, um die 40 Grad C. im Schatten. Einen kleinen Teil durchliefen wir am Abend und für den grössten Abschnitt ging es sehr früh in der morgendlichen Dunkelheit weiter.

Die Nacht vor dem National Park zelteten wir im Wald. Da die Bären wohl von der neuen Vorschrift (Bärenkanisterpflicht) und schon gar nicht von deren Zonengrenzen eine Ahnung haben, erachteten wir das Hängen unserer Lebensmittel in den Bäumen als Vorsichtsmassnahme. Zugegebenermassen fungierte ich nach einigen fehlgeschlagenen Wurfversuchen, die Leine über einen hohen Ast zu werfen, als Assistentin. Das System mit dem Lebensmittelhängen ist eine prima Sache, braucht aber einiges an Übung.

Immer wieder gibt es Rehe, die sich neugierig um die Zelte aufhalten. Manche kommen bis auf wenige Meter nah und sind nicht scheu. Wer auch sehr nahe, zu nahe kommen, sind die Mücken. Seit einigen Wochen werden die Hiker am Abend von diesen Biestern fast aufgefressen. Beliebt ist der Rücken und die Kniekehlen, die beim abendlichen Zeltaufbauen ungeschützt sind. Die gefrässigen Dinger stechen durch das T-Shirt. Zudem werden die Hiker zu jeder Tageszeit an den Wasserstellen von den Plagegeistern mit Freude erwartet. Die Mückenmittel halten tagsüber nur kurz ihr versprechen. Durch das ständige Schwitzen verlieren die Mittel bald ihre Wirkung.

Nach Chester verlief der Trail wieder auf über 7000 Fuss (2100 m). Die Hitze war besser zu ertragen und die Aussicht war grandios! Dies war auch bei meiner letzten Zeltstelle so, bevor es wieder ins Tal nach Quincy runter ging. Der Sonnenuntergang erlebte ich im Zelt durch den Eingang und in der Nacht schienen die Sterne so nah und klar wie im Planetarium. Die Nächte sind zurzeit nicht mehr so kalt, sodass ich nur das Innenzelt aufbaue. Die Sicht in den Himmel ist so frei und immer wieder ein Erlebnis.

Wenn immer zeitlich möglich, stelle ich auch gerne mein Zelt an einem Fluss oder See auf. Nach einem heissen Tag ist das abendliche Baden oder Schwimmen einfach herrlich! Der Wettlauf mit den Mücken schon weniger.

Sierra City ist der nächste Ort, den ich in 4-5 Tagen erreichen werde. Dorthin habe ich mir einiges schicken lassen, was ich an Kleidung und Ausrüstung für die Sierras so brauche. Es zeigt sich, dass einige Etappen in den Sierras möglich sein werden. Den ersten Schnee erwarte ich noch vor Sierra City. Da erreiche ich wieder eine Höhe von ca. 8000 Fuss (2400 m).

Text und Bilder von Christina
Blogbeitrag bearbeitet von „muck“ in Llanrwst, Wales/UK

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
Dieser Beitrag wurde unter Reiseberichte PCT USA, Reisen, USA abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.