Samstagsfahrt von York nach Chester / UK

Heute Samstagmorgen regnet es schon um 0500 Uhr als wir erwachten. Ziel ist die Stadt Chester mit dem dortigen Stadtcamping. Alles ist fein säuberlich im Navi programmiert nur der Regen nicht.
Mit der Regenjacke mache ich mich auf, alles drum herum zu erledigen und Heidy alles drinnen. Die Scheisse ist also meine Zuständigkeit und Elektrokabel und Keile auch.

Mit Morgenessen, Toillette, Betten, TV etc. ist es also inzwischen 0730 Uhr geworden bis wir abfahrbereit waren. Nach wenigen Minuten, bzw. Meilen sind wir auf der Umfahrung A64 von York unterwegs. Es regnet noch immer und wird dies auch die nächsten Meilen noch tun.

Über Darlington, Leeds nähern wir uns Manchester, dann auf der A62 kommt Liverpool und was macht es? Regen, regnen und nochmals Regen. Erst in der Nähe von Chester trocknet es ab. Also genau richtig. Auch den Stadtcamping finden wir schnell nur die Antwort des Platzwartes – so scheint es uns wenigsten – hätten wir wissen müssen. Full. Er gibt uns aber auf einem A4 Blatt Alternativen mit Adressen und Telefonnummern bekannt.

Auf Grund der Adressen wissen wir nicht einmal ob es zu Chester gehört oder ein Ort an der Peripherie ist. Im Quartier wo wir eine „Church-Street“ gefunden haben, ist den Einheimischen jedenfalls kein Camping bekannt. Ein anderer ist schon von weitem als Full angeschrieben und der Letzte als „Lake von Chester“ muss wohl an einem See liegen. Bei einem Autobahn Rastplatz meint Heidy im angrenzenden Dickicht einen See entdecken zu können.

Aber wo ist die auf dem Navi angezeigte Strasse zum Camp. Keine Stichstrasse nicht’s. Wir haben Cheester als Stadt bereits gestrichen und uns alternativen im Umland ausgewählt als uns plötzlich ein grosser, brauner Wegweiser ins Auge sticht. Also sofort links weg und alles geradeaus, bis wir mitten im Wald eine „Churchstrasse“ entdecken die sogar noch mit einem Campingschildchen markiert ist.

Holper, holper wir hüpfen mit unserem Camper von Loch zu Loch immer tiefer in den dunklen Wald bis uns eine Neonreklame in die Zivilisation zurück ruft. Es ist wahrhaftig der Lake Camping von Chester und der hat sogar noch Platz. Anstelle von £ 30 koste er mit unserer ADAC-Campcard bloss £ 20.- inkl. Strom. Nur wo soll der Camping sein, bis jetzt haben wir nur schlechte Strassen und weder Caravan‘s noch Zelte gesehen und wo ist der See?

Weiter hinten! Und tatsächlich – weiter hinten sehen wir zwei drei Caravans um eine schäbige Hütte gruppiert welche dank der offenen Türe sofort als WC erkannt wird. Der einzige freie und mit Kies präparierte Platz ist daneben und hinter der Scheisse finden wir auch noch einen Elektro-Anschluss.
Na gut, wir gehen davon aus, dass hinter uns in einer Wiese am Waldrand spielende Erwachsene mit Kinder nur darum einen Höllenlärm erzeugen, um den Autobahnlärm von nebenan zu übertönen. Das Scheisshaus mit Durchzug ist auch noch eine Dusche und und und. Mit unserem Camper brauchen wir dies alles sowieso nicht. Schliesslich entdecken wir inmitten einer Wiese noch einen rostigen Wasserhahn welcher aber sich ebenfalls nicht zur Trinkwasser Entnahme eignet.

Wir aber haben einen trockenen Camper dessen Kühlschrank langsam leergeräumt wurde und ein warmes Bett sogar mit Fussbodenheizung. Eine Frau dessen Stimme zu krächzen schien wollte partout bei uns um Einlass bitten, konnte aber von anderen daran gehindert werden. Wir drinnen stellten uns schlafend und wollten sicher nicht solch ungebetene Gäste welche möglicherweise noch betrunken waren, beherbergen.

Am Sonntagmorgen, nachdem wir gemütlich Gefrühstückt hatten, sah ich die Zeltler unter einem dichten Blätterwald dort hocken, wo am Abend noch ein Familienzelt stand. Von weitem sah die Gruppe nass und frierend aus. Wir haben herrlich geschlafen und die Fussbodenheizung sorgte dafür, dass beim Aufstehen in warme Kleider geschlüpft werden konnte. Was will man mehr? Hat es vielleicht die ganze Nacht geregnet?

Übrigens Chester ist eine Stadt im Nordwesten Englands nahe der Grenze zu Wales. Sie ist rund 2000 Jahre alt; aus dieser Zeit datieren Teile der Stadtmauer. Während der Römer hiess sie Deva oder Castra Devana.

Als Kastell für die Legio XX Valeria Victrix lag Chester sicher in einer Schleife des Dee, die als Hafen und Verteidigungsanlage gegen die einheimischen Kelten genutzt wurde.

Chester ist für seine „Rows“, aus dem Mittelalter stammende, in Stockwerkshöhe gelegene Fachwerkkolonnaden, bekannt.

Über muck

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