Scourie – Ardmair (nordlich Ullapool)

Die letzte Nacht in Scourie stürmte es wie verrückt. 10 Meter oberhalb eines Looch’s (Fjord) auf einer abschüssigen Stelle parkierten wir unseren Camper einen Meter vor dem senkrechten Fall ins Loch. Natürlich 1. Gang rein, Handbremse angezogen.
Um Mitternacht drückte der zunehmende Sturm von hinten derart auf das Fahrzeug, dass – wie es mir schien – sich Millimeter um Millimeter Richtung Loch bewegte. Nicht auszudenken was passieren könnte wenn uns der Sturm wirklich ins Loch schieben würde. Oder? Sollte das straff angezogene Handbremsseil mit einem Knall reissen und wir in wenigen Sekunden hoffentlich schwimmend das Ufer des Loch’s doch noch erreichen können.

Jeder Leser erahnt vielleicht wie es mir zumute war. Soll ich jetzt um Mitternacht einen anderen Standplatz suchen oder weiter auf der Hut sein und auf das reissen des Seils warten? Vielleicht würde es mir noch reichen mit aller Kraft die Fussbremse zu drücken. Den 10 Meter Sturz ins Loch könnten wir ja noch überleben, doch sind sie schon einmal aus einem sinkenken Camper in stockdunkler Nacht ausgestiegen und im kalten Wasser an Land geschwommen? Wir nicht und möchten es auch nicht probehalber probieren!

Es stürmt und rüttelt weiter und so drehen sich meine Gedanken um ein Szenario das ich nie erleben wollte und vermutlich auch nicht würde. Eines gilt für mich als sicher! Sollten wir diese Nacht heil überstehen, so werde ich nie mehr so nah an einem verdammten Loch parkieren! Sturm hin oder her?

Nach einer Nacht ohne Schlaf verlassen wir Scourie direkt am Atlantik und fahren südwärts auf einer schottischen Hochlandstrasse Richtung Ullapool. Nach etwa 78 ml fahren wir vorbei an einer Landzunge welche mir sofort bekannt vorkam.
Ist dies die Landzunge wo wir 1974 im Zeitraffer gefilmt haben, wie Jacky und Bernhard ihr Zelt abgebaut und in ihrem kleinen Opeli verstaut haben? Die Landzunge könnte stimmen und nördlich von Ullapool war es auch. Als Heidy mit der Erkenntnis kam, sie habe rostrotes Wasser als Brauchwasser in der Toillette gesehen dann war mir klar. Dies muss der Rastplatz gewesen sein!

Damals war es natürlich nur eine sumpfige Wiese mit einem Brunnen wo eben dieses Whisky-Wasser floss und eher ein Rastplatz denn ein Campingplatz. In der Zwischenzeit sind eben 43 Jahre verflossen und aus einem sumpfigen Rastplatz ein geteerter Platz mit diversen Gebäuden geworden.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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