PCT 2017; Lake Isabella

Nach 5 Tagen bin ich hier in Lake Isabella angekommen. Das Essen plante ich kurzfristig nur für diese Zeit, da das Gewicht des Wasservorrats zu hoch war.

Erst war vorgesehen, direkt in acht Tagen nach Kennedy Meadows zu hiken. Auf dem Trail gibt es für 2 x 25 Meilen (40 km) nur eine Wasserquelle. So kommen zum Trinken, Kochen und Zähneputzen schnell 5 Liter Wasservorrat zusammen.

Mit dem Essen für 5 Tage kommen etwa 10 kg zusätzliches Startgewicht zur Ausrüstung dazu. Ob 18 kg oder 21 kg Etappenstartgewicht, ist beim Hochwandern ein grosser Unterschied.

Nach grosser Hitze waren die beiden letzten Wandertage erträglich. Sobald es kühler wurde, kamen meine Kräfte wieder zurück und ich konnte die Berge viel leichter hoch wandern. So macht es wieder Spass!

Hier in Lake Isabella ist heute ein Feuer in der Wildnis, direkt vor dem Ort, ausgebrochen. Flugzeuge, Hubschrauber und Feuerwehrleute waren den ganzen Tag im Einsatz. Im Ort sieht man heute Abend an versch. Orten Feuerwachen und je nach Wind riecht man starken Rauchgeruch. Die Bewohner waren aufgeregt, da bereits letztes Jahr hier ein grosses Feuer war.

Starker Wind mit Böen begleiteten die Hiker seit drei Tagen. Während einer Übernachtung, hoch oben auf einem Berggrad, ging es die ganze Nacht turbulent zu. Zusätzlich wechselte der Wind die Windrichtung, so standen die Zelte seitlich zum Wind! Zum Glück hielten alle Behausungen dem Sturm stand. Normalerweise wird der Wind ab 21.00 Uhr schwächer. Dem war in dieser Nacht nicht so. Selbst Ohropax halfen nur teilweise, den Sturmlärm zu dämpfen.

Auf dieser Etappe wurden die ersten 1000 km überlaufen. War ein gutes Gefühl vor dieser Marke, im Sand mit Hölzern geschrieben, zu stehen. Die Länge des Trails wird dadurch fassbarer.

Tagelang führte der Weg durch riesige Windparks. Wo Windräder stehen, hat es auch Wind. Viel Wind! Je nach Trailrichtung war das Wandern sehr mühsam. Die Wanderstöcke waren gute Helfer, das Gleichgewicht zu halten.

Einer der schönsten Sonnenaufgänge erlebte ich auf diesem Streckenabschnitt. Morgens um 5.30 Uhr wandere ich jeweils los. Der Sonnenaufgang folgt je nach Höhe innerhalb der ersten Viertelstunde. Jedes Mal ein schönes Erlebnis! Übrigens Hiker-Schlafenszeit auf dem Trail ist spätestens um 21. Uhr, sofern man nicht noch unterwegs ist.

Noch ca. drei Tage Wüstengebiet und dann kommt die High Sierra! Sand habe ich dann nach acht Wochen genug gesehen. Ich freue mich auf eine andere Umgebung, vor allem werden mir die grossen abgebrannten ehemaligen Waldgebiete nicht fehlen. Schattenlos, öde und daher sehr heiss. Auch die stachligen Sträucher und Kakteen werde ich nicht vermissen. Die ersten drei Tage der Sierra von Kennedy Meadows nach Lone Pine werde ich noch hiken. Danach sieht ein Weiterkommen für mich leider zu gefährlich und eine Nummer zu gross aus. Durch den vielen Schnee sind die kalten Schmelzwasserflüsse teilweise mannshoch und sie müssen mit Rucksack durchschwommen, durchlaufen muss fast jeder werden. Zusätzlich zur Ausrüstung braucht man Steigeisen und eine Eisaxt. Es gibt Jahre, da ist die Sierra zu dieser Zeit fast schneefrei. Derartige Schneeverhältnisse, wie in diesem Jahr, sind ungewöhnlich. Viele Hiker umgehen die Sierra bereits ab hier in Lake Isabella, aus Enttäuschung oder um den vielen Höhenmetern zu entgehen. Da für mich die Sierra ein großes Highlight auf dem PCT darstellt, gehe ich so weit wie möglich hoch. Diese Strecke ist noch mit normaler Wanderausrüstung zu begehen. Ab Lone Pine habe ich die Möglichkeit, mit einem Bus wieder runter zu kommen. Wie ich die Sierra umgehen und wo ich wieder auf den Trail einsteigen kann, ist noch unklar. Informationen dazu erfahre ich bis in Lone Pine aus den facebook-Einträgen, aus dem Hiker-Tratsch oder von den dortigen Rangern.

Vor zwei Tagen haben Julia und ich einen Hikerfreund wieder getroffen, den wir seit Idyllwild nicht mehr gesehen haben. Bis wir uns wieder verlieren, starten wir morgen Sonntag zu dritt. Heute war auch ein kurzes Wiedersehen mit einem weiteren PCT-Begleiter. Nach einem gemeinsamen Nachtessen verabschiedeten wir uns schon wieder, da er bis Montag hier bleibt. Er wird versuchen durch die Sierra zu kommen, so werden wir uns wohl nicht mehr treffen.

In Kennedy Meadows habe ich zwei Pakete abzuholen und einen Teil der Inhalte weiter zu senden. Ein Zeroday (Erholungstag) ist dort nicht mehr vorgesehen. So werde ich mich in ca. sieben Tagen aus Lone Pine wieder melden.

PS: Blog bearbeitet in iJmuiden/Amsterdam

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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