PCT 2017: Campo bei Warner Springs, USA (33° N)

Die Tage sind in „Warner Springs/USA“ sehr heiss. Die Temperaturen liegen tagsüber weit über 30 Grad und nachts fallen sie auf knapp 0 Grad Celsius. Anhand einer App stehen dem PCT Wanderer alle Informationen zur Verfügung wie Standort, Höhenprofil, Wegstrecke, Wasserreport, Zelt- und Einkaufsmöglichkeiten. Damit kommt Christine gut zurecht wie sie ihn ihrem Mail schreibt.

Ein „Trail Angel“ mit Namen „Bob“ holte mich am letzten Montag abends spät ab und brachte mich zu Scout und Frodo, ebenfalls zwei „Trail Angels“, welche für die PCT Hiker unentgeltlich grosse Unterstützung leisteten. Bei Scout und Frodo konnte ich drei mal übernachten. Christines Gepäck kam am folgenden Abend spät in San Diego an. Die Zeit im Hiker Camp von S+F war sehr wertvoll. Jeden Tag kamen und gingen viele Hiker, sodass ich manche von Ihnen kennen lernen und bereits vor dem Start Informationen austauschen durfte.


Um mit der Hitze einigermassen zurechtzukommen, klingelt der Wecker üblicherweise um 0350 Uhr. Nach der frühen Wanderung vor Tagesbeginn ist 1900 Uhr schliesslich gerade richtig um sich wieder zur Ruhe zu begeben.

Unterwegs hat es sehr viele Schlangen. Auch eine Klapperschlange in Angriffsposition bekam ich zu Gesicht. Diese zwang mich schliesslich einen Felsen zu umgehen, da sie ihre Position partout nicht aufgeben wollte.

Die Gegend und damit die Natur ändert sich auf dem Weitwanderweg PCT ständig. Einmal Mojave Wüste, dann wieder bis zu 1800 müM liegenden Bergwald und dann wieder trockene Steppe. Einfach nur Grossartig!

Etwa alle 4-5 Tage gibt es die Möglichkeiten, wie hier in „Warner Springs“ in einem „Community Resource Center“ mit Post und Campsite seine mitgeführten Vorräte aufzufüllen, zu Duschen oder seine Kleidung zu waschen.

Da treffen sich dann viele Hiker auf dem Campingplatz. Auf so einem bin ich gerade und lege einen ersten Neroday (halber Tag frei) ein. Schliesslich erwarten meine Verwandten und Freunde ja Nachrichten von mir und das Schreiben auf dem Handy ist beim Marschieren nicht gerade ideal.

Unter den Hikern herrscht wie immer eine aufgeräumte Stimmung. Alle sind sehr nett und hilfsbereit. Eine internationale Gruppe aus Amerikanern, Israelis, Franzosen, Schweizern, Deutsche sowie ein Tscheche. Einer spielt gerade Ukulele.

Heute Dienstag holte ich ein Lebensmittelpacket bei der hiesigen Post ab, das ich mir von San Diego aus hier her gesendet habe.

Die Post liegt etwas entfernt vom Campingplatz. Der Sheriff nahm mich und zwei weitere Frauen mit seinem Auto mit und brachte uns wieder zurück. Einfach so und mit grosser Freude.

Ein anderes mal hitch hikte (Autostopp) ich mit einem Hikerkollege vom Trail in das Städtchen Julian. Es nahm uns ein Holländer mit, der den Weg extra für uns machte. Ich erlebe hier in California eine sehr grosse Hilfsbereitschaft.

Mein Rucksack mit Lebensmitteln für 4 bis 5 Tage und 3 l Wasser hat ein Gewicht von etwa 18 kg und muss die nächsten 16 Meilen (25,6 km) den Berg hochgetragen werden.

Ich freue mich bereits auf den Tag, an dem die „Krampferei“ aufwärts mich kaltlässt.


Somewhere-Over-The-Rainbow

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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