NETATMO App: Stickstoffdioxid NO2 gemessen in µg/m³

Unter dem Begriff Stickoxide (NOx) werden Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO) zusammengefasst. Sie entstehen beim Verbrennen von Brenn- und Treibstoffen, insbesondere bei hohen Verbrennungstemperaturen. Hauptquelle ist der Strassenverkehr.

Stickstoffdioxid – NO2 – ist ein rotbraunes, giftiges, stechend chlorähnlich riechendes Gas und kommt auch als Spurengas in der Atmosphäre (höchste Werte in Bodennähe) vor. Es wird in microgramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) als Feinstaub gemessen. Auch Blitze erhöhen den natürlichen Stickstoffdioxid-Gehalt der Atmosphäre.

Ein NO2-Messgerät zeigt den Wert in μg/m³ an, für die Partikelklassen PM 2.5 (<2,5μm) (PM steht für Particulate Matter) und PM 10 (<10μm). Die Messdauer kann zwischen 60 und 180 Sekunden in Intervallen von 10 Sekunden eingestellt oder manuell gesteuert werden.

Messprinzip: Es wird eine definierte Menge Luft (Probe) durch einen Laserstrahl geführt. Das Licht des Laserstrahls bricht sich an den Partikeln oder wird absorbiert. Durch Photodioden werden diese Effekte messtechnisch erfasst und mit Referenzwerten verglichen.

Während in der Stadt die Grenzwerte immer wieder überschritten werden, werden sie auf dem Land weitgehend eingehalten. Vorstädtische Gebiete liegen im Grenzwertbereich.

Seit Mitte der 1980er Jahre ist der NO2-Rückgang dank den getroffenen Luftreinhaltemassnahmen (z.B. Verschärfung der Abgasgrenzwerte, Katalysator bei Personenwagen) um 30 bis 50 % zu verzeichnen. Trotzdem stellt die Stickoxidbelastung nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem dar, welches weite Teile der Schweiz betrifft.

Neben der Belastung von Mensch und Umwelt durch zu hohe NO2-Konzentrationen sind die Stickoxide auch für den Säureeintrag und die Überdüngung empfindlicher Ökosysteme mitverantwortlich. Der Eintrag von Stickstoffverbindungen in empfindliche Ökosysteme liegt noch weit über den tolerierbaren Werten. NETATMO
gehört übrigens zur Partikelklasse pm2.5 und den fünf Einteilungen nach AQI (air quality index) an.

Vor Weihnachten lag der Wert bei uns im Schnitt unter 10 µg/m³, was nach AQI sehr gering war. Am Neujahr kletterte dieser Wert bis auf 44 µg/m³ (Gering (AQI 25/50), Siehe App-Bild) und nur einen Tag später sank er wieder auf 8 µg/m³ was einem „sehr geringen“ Wert (AQI 0/25) entspricht.

War vielleicht die „Silvester-Knallerei“ Schuld am markanten Anstieg oder vielleicht die Feinstaub-Wolke aus Spanien? Wir wissen es nicht!

AQI Werte Tabelle

  • 0 bis 25 sehr Gering
  • 25 bis 50 Gering
  • (30 µg/m³ Grenzwert Schweiz)
  • 50 bis 75 Mittel
  • 75 bis 100 Hoch
  • über 100 sehr Hoch

Abgase im Wandel


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2 Responses to NETATMO App: Stickstoffdioxid NO2 gemessen in µg/m³

  1. W. Dietmar Gellermann says:

    Die Aussage, NOX entsteht durch zu hohe Temeratur ist nich korrekt. Ein Benzinmotor hat wesentlich höhere Temperaturen als ein Dieselmotor. Trotzdem entstehen beim Dieselmotor die gefährlichen Stickstoffoxide (NOX). Grund ist der wesentlich höhere Druck beim Dieselmotor. Der gebundene Sauerstoff kann nur durch ein reaktonsfreudiges Medium (Harnstoff) wieder entzogen werden.
    WDG

  2. aloe says:

    Leider auch eine zu große Vereinfachung. Bei jedem Verbrennungsprozess in Luft entsteht NOx

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