Leipzig/DE – Nürnberg – Heilbronn – Stuttgart – Winterberg /ZH

Die Sachsen in Leipzig kennen ein derart kompliziertes Campingreglement am Kulkwitzer See, dass auch ein weitgereistes Ehepaar mehrmals dieses Lesen muss um den Camping überhaupt wieder verlassen zu können.
Kulkwitzer_See_Leipzig_(Richtung_Norden)Alleine die Ausfahrtsprozedur überfordert die Hirnrinde gleich mehrmals, damit man nicht über das Jahresende auf dem Camping verbringen muss. Nachdem Heidy es geschafft hatte, mich mitsamt Camper aus dem Gefängnis an einer speziellen Schleuse zu befreien und die Wanderung zurück an die Reception aufnahm war die Aufgabe für mich nicht weniger anstrengend. Wo nur fahre ich den zur Reception zurück? Finde ich Heidy wieder?

Nachdem ich mich im Gestrüpp der zahlreichen Parkplätz beinahe verfahren hätte, bei einem alten an Land einbetonierten Schiff wenden konnte und schliesslich durch den Wald erahnte, dass eventuell dort unten die verdammte Reception sein könnte atmete ich auf als Heidy mir entgegen kam.

Heute wollen wir endgültig Heim und zwar auf dem direkten Weg! Von nun an ist wieder unser fest eingebauter und erfahrener „Pioneer-Navigation- Avic F30-BT“ unser alleiniger Führer und der führt uns Erstens an einem REWE-Lebensmitteldiscounter und Zweitens einer Aral-Tankstelle vorbei. Für Euro 1.02 gibt es hier in Sachsen den Diesel, allerdings mi 7 % Zusatzstoffen. Und welche dies sind bleibt umstritten. Vielleicht mit noch ein bischen “Ulbricht-Rost“ dabei?

Frohgelaunt geht es wenig später auf der A9/E51 mit etwa 100 km/h Nürnberg zu. Die Sonne brennt immer stärker und intensiver auf Heidy’s Haupt sodass sie diesen durch das Glasdach gebündelten Strahl nur noch unter allerlei Verrenkungen ausweichen kann. Verdunkelung vorne zu und hinten auf ist die Lösung bei heissen 32 ° trotz Schatten. Die automatische Klimaanlage wird auf kühle 20 ° gestellt und alles läuft bestens, bis kurz vor Nürnberg die dreispurige Autobahn in zwei zweispurige aufgeteilt wird. Eigentlich würden damit in gleicher Richtung vier Spuren zur Verfügung stehen doch zwei sind als Baustelle gesperrt und beinahe zwei sind wegen eines polnischen LKW’s ebenfalls zu.

Von weitem meint Heidy, der Verkehr werde im Gegenverkehr geregelt und ausser meiner Blase geht einfach nichts mehr. Stillstand überall – ausser Blase! Viele Autofahrer steigen auf der AB aus. Autotüren verdecken das Geschäft und mir wird plötzlich bewusst, wie gut und einfach es doch Camperfahrer haben? Hose runter, Geschäft und Spühlen bevor es wieder weitergeht und dies alles vollklimatisiert.

Später bemerken wir, dass beim Pannen-LKW dieser so unglücklich stand, dass der vorausfahrende LKW nur knapp am Pannen-LKW vorbeikam. Nochmals Glück gehabt denn wenig später ist bereits 1300 Uhr und Mittagszeit. Wir sind auf der E50 im Kammersteinerland als wir die dortige Raststatte aufsuchen und uns diverser, während der Reise zu Abfall gewordene Schuhe etc. entledigen.

Beim Wegfahren meine ich an allen vier Reifen einen Platten zu haben doch meine Wahrnehmung ist wegen der Müdikeit nach dem Essen offenbar irritiert. Ein Rundgang um das Auto zeigte das Gegenteil und das heisse Wetter ergab Vertiefungen im Asphalt und damit quergestellte Spurrillen, bzw. Standrillen.

Ueber Heilbronn fahren wir weiter bei zunehmenden Verkehr bis nach Stuttgart wo die E52 von Karlsruhe einmündet und dort wieder einen Stau auf der E8/E81 überwunden werden muss. Darnach läuft es wie geschmiert, weil wir vom überflüssigen Plunder befreit sind und der Dieseltank sich bereits wieder geleert hat. Die Autobahntankstelle bei Hegau ist unser nächster Stopp wo wir noch reinen Diesel für Euro 1.10 tanken.

ABKirche-HegauVon dort aus haben wir eine herrliche Sicht auf die weissen schneebedeckten Alpen. Als wir uns von der Tankstelle wegbewegten um uns diese herrliche Aussicht einzuverleiben, setzte ich mich unangegurtet schräg auf meinen Führersitz. Aber jedesmal wenn ich Gas eben wollte würgte ich beinahe den Motor ab. Streikt nun im angesicht der Alpen der Hillholder (Anfahrhilfe beim Ducato) oder ist es nur den Zusatzstoffen im Diesel oder den inzwischen 33° Celsius zu verdanken. Noch und nochmals Handbremse gelöst bis ich bemerkte, dass ich selbst einen Defekt hatte und der hiess MüDIGKEIT!

Screenshot of DATAKAM  0:01:14.911  (19.07.2016 17:05:06)

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Weil ich etwas seitwärts auf meinem Bock (Sitz) sass, hingen auch die Beine schief und so trat ich jedesmal auf die Bremse wenn ich eigentlich Gas geben wollte – und dies völlig unbemerkt von mir.

Die letzten 50 km wurden dann mit der grössten, aufzubringenden Konzentration gefahren die nur Fahrer verstehen können die ähnliches auch schon erlebt haben.

Wärend der 5 ½ wöchigen Reise durch 10 Länder haben wir 7‘110 km zurückgelegt. Dazu kommen 3 grössere Schiffsreisen wie Frederikshavn – Oslo, Lofoten oder Helsinki – Tallinin dazu. Die detaillierten statistischen Auswertung wie Kosten, Streckenkilometer und die Auswertung der Bordcamera sind noch ausstehend. Zusammenfassend dürfen wir festhalten, dass wir viel erlebt und noch mehr gesehen haben. Reisen sind eben keine Ferien wo es einzig um die Erholung und den Spass geht.

Heidy und meine Wenigkeit danken allen unseren treuen 1‘546‘126 Leserinnen und Leser der Blogseite https://www.kapomuck.ch und danken für ihre Treue.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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