Helsinki mit Metro, Tram und per Pedes

Heute Dienstag machten wir uns kurz nach 0800 Uhr Ortszeit auf, ohne grosse Vorbereitungen die Hauptstadt Finnlands zu erobern. Beginnend mit dem Kauf einer Tageskarte am Automaten in der Metrostation für Euro 8.- erwischten wir wahrscheinlich ein Enkelbiljett der Region 3 Aikuinen Vuxen gültig bis 11:19 Uhr.

Zudem hat unsere Vorgängerin am Automaten ein Abo für Euro 27.50 gültig bis zum 18.07.2016 stecken gelassen und uns damit ungewollt belohnt. Warum wird eigentlich der Tourist damit bestraft, dass das Lösen einer Tageskarte beispielsweise bei der Reception nicht möglich ist? Ein 2 Tagespass inkl. Museum-Eintritt für Euro 54.- ist doch auch möglich.

Mit den Begriffen Vuossaari und Rucholahti (Endstationen unserer Metro) und dem Anzeigen der Metrostationen mit völlig anderen Begriffen auf einer Leuchtanzege im Zug (zweisprachig) erschwerte unsere Orientierung merklich. Oder wissen sie eventuell auf Anhieb gleich was „Hellsingin sisaäiset paiväliput Metrosalalta Kioskäska“ heisst. Wir jedenfalls nicht!

Sei es wie es wolle? Die Metro fuhr mit uns ganz normal bis zur Station „Helsingin ylipisto“ wo mit uns die meisten Passagiere über lange Rolltreppen im Universitätsviertel der Stadt das Tageslicht erblickten. Sofort griff Heidy zum Händy und fragte das Gerät: Wo sind wir?

Keine Antwort! Weil mitten in riesigen Hochhäusern umgeben welche nur eine kleine Oeffnung zum Himmel liess wartete das Gerät bis der nächste Satellit vorbei zog.

Jetzt endlich zeigte Heidy’s Händy an, dass wir ganz in der Nähe der grossen weissen, die Stadt überragenden Helsinkier Dom am Senatsplatz sind. Den besonderen Charakter erhält das Viertel, von dem aus Berlin stammenden C. L. Engel welcher im den Jahren 1822 – 1852 hier gewirkt hat. Dom, Regierungspalais, Universität und Nationalbibliothek alle stammen aus der gleichen klassizistischen Feder von Engel.

Am Marktplatz am Hafen wo wir vor 35 Jahren einen Liter Kartoffeln gekauft haben werden heute massenweise Kirschen, Erdbeeren und weitere exotische Früchte noch immer literweise angeboten.

Das vielfältige Angebot in der nebenstehenden Markthalle wird seit dem Jahre 1889 Käse, Fisch und Meeresfrüchte angeboten. Daneben werden heute „Stängeli Restaurant“ betrieben. Aus früheren schmalen Kontoren sind heute – dem Publikum zugewandte – auf Barhocker sitzende Konsumenten reihenweise „dargeboten“.

Ebenfalls zum Hafen haben wir heute die in zweiter Reihe stehende Uspenski-Kathedrale gezählt. Die 1868 erbaute Uspenski–Kathedrale ist die grösste, ortodhoxe Kirche Westeuropas. Entworfen wurde sie vom russischen Kirchenarchitekten Aleksein M Comostajev und steht am Rande des dicht überbauten Stadtteils Katajanokka. Die rote Backsteinkirche vereint östliche und westliche Traditionen. Die Fassade ist slawisch gehalten und die Halle hat Einflüsse aus Byzanz.

Am Schluss marschierten wir noch zur Felsenkirche hoch welche wir 1977 als neuartige, ganz in den Felsen gehauene Kirche erlebten. Auch heute hat sie ihre Anziehung bei asiatischen Touristen noch immer nicht verloren. Nur die vor knapp 40 Jahren goldgelben Pfeiffen der Orgel sind heute dunkel geworden. Auch unser Aussehen glänzt nicht mehr wie früher auch wenn ab und zu unsere Knochen eher “knaxen“ und nicht pfeiffen.

Nach 20 Minuten sind die beiden „grossen Pfeiffen“ mit der Metro wieder zurück im Camping. Kurz danach hat Petrus einmal mehr einen Regenanfall. Wir aber sitzen im Trockenen und schalten einfach die Fussbodenheizung eine Stufe höher.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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