Ramberg / Lofoten

Die vergangene ganze Nacht stürmte und pfiff es gewaltig und rüttelte am Camper wie wir es noch nie erlebt hatten. Ein junger Mann mit einem grossen Rucksack und einem Kriechzelt suchte gegen 1700 Uhr noch einen möglichst ebenen Platz ohne grosse Pfütze hinter einem Lattenzaun aus, welcher ihm unmöglicherweise etwas Schutz bieten möge.

Er hatte offenbar Erfahrung im grössten Sturm sein kleines Zuhause aufzustellen. Dann verschwand er im Zelt.

Nach etwa einer Stunde war es aber auch ihm zu ungemütlich. Sichtlich genervt und mit allen seinen Kleidern angezogen baute er sein kleines Zelt ruck zuck, zag zag wieder zusammen und verschwand in einer Holzhütten. Ich bin mir sicher, dass es auch hier durch alle Ritzen zog, doch im Sturm flatertte es wenigstens nicht wie eine Fahne!

Den Morgen gehen wir gemütlich an und erkundigen uns zuerst über das Leeren der Toilette. Wie sich herausstellt unweit von uns und eigentlich nicht zu übersehen. Gegen Mittag klart das Wetter auf und um 1130 Uhr sind wir beide nur mit dem Frühstück im Magen abmarschbereit.

Screenshot of 06211117_0953  0:00:00.000  (21.06.2016 14:17:12)

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Selbstverständlich mit hohen Schuhen, Stöcken und alles was zu einer Bergausrüstung gehört. Inklusive Proviant. Unser Ziel ist der Nubben, zwar nur 240 müM aber mit einem über 65 % steilen Aufstieg. Der Bergweg mit lauter hohen Tritten und durchsetzt mit vielen glitschigen Dreck-Stellen würde man in den Alpen als zikzack-Weg anlegen. Offenbar sind Norweger alles grosse Gulliver und haben damit keine Mühe. Bergsteiger welche uns entgegenkamen rutschten zwar einfach auf dem Hosenboden von Absatz zu Absatz.

ArminAls wir etwa 2/3 der Höhe erklommen hatten, machte sich bei mir ein Hungerast bemerkbar. Es war etwa 13.30 Uhr und ein „verdammt hure Krampf“. Wenig später spürte ich gar ein leichtes Unwohlsein. Zeit also um etwas zu essen oder um die Tour abzubrechen.

Sofort entschieden wir uns den Abstieg anzutreten. Wir wählten nicht mehr den glitschigen Weg sondern die anschliessende Grasnarbe was viel leichter von sich ging. Jetzt erst konnten wir die herrliche Aussicht von Ramberg und die dahinterliegenden Schären sowie einen Seeadler um den Nubben fliegen, so richtig geniessen.

Im Dorf unten bemerkten wir dann einen Gemüsegarten mit verstreut liegenden alten Zeitungen. Ich gehe davon aus, dass die Besitzer letzten Herbst ihr Gemüse wie Kohl, Rüben etc. in Zeitungen gewickelt und vergraben haben. Während dem Winter und dem Golfstrom gefriert der Boden kaum und eine Schneedecke isoliert das Gemüse bis gegen das Frühjahr besser als der Kühlschrank. So ist immer für Nachschub von etwas Vitaminen für den Eigenverbrauch gesorgt.

Kaum sind wir gegen 15.00 Uhr wieder im Bobil (norwegisch für Camper) beginnt es erneut leicht zu regnen.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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