Oslo – Hamar – Trondheim

Auf dem stadteigenen Marine-Stellplatz bis etwa 03.15 Uhr gut geschlafen. Dann poltert oder verwechselt unser norwegischer Nachbar doch tatsächslich in seinem Suff sein Heim. Eine weibliche Stimme korrigiert dann aber die Adresse und ich sehe gerade noch wie der unter „Drugs“ stehende in seinem Camper verschwindet.

Am Vorabend versuchte Heidy in der nahen Stadt noch Geld zu wechseln. Die im Führer angegebenen Banken sind jedoch alle ins Centrum verschwunden oder höchstens noch durch einen Automaten präsent. Dafür hat sie Lebensmittelläden entdeckt und frisches Brot gekauft. Beide schmecken wunderbar. Es war schon schwierig Bargeld in Dänemark zu tauschen, aber es scheint in Norwegen noch schwieriger zu sein.

Gegen 10 Uhr sind wir abfahrtbereit und können bereits im naheliegenden Kreisel auf die Osloer Ringstrasse Richtung Trondheim einbiegen. Ueberall sieht man die Registrierungskameras über der Fahrbahn. Ich gehe davon aus, dass uns daheim irgendwann die Rechnung ins Haus flattert.

Wir schätzen, dass auf der 535 km langen Fahrt Richtung Trondheim irgendwo auf eine Bank treffen, wo wir unser Bargeld doch noch los werden.

128 km nördlich Oslo, versuchen wir in der alten Bischofsstadt mit Namen HAMAR unser Glück und geben auf einem unserer GPS-Geräte das Suchwort „Geld“ ein. Wenig später fahren wir bereits an einem nigelnagelneuen riesengrossen Gebäude vorbei welches mit drei grossen Buchstaben wie BND angeschrieben ist. Das kann aber kaum eine Wechselstube sein. Viel zu gross und nicht einmal Fenster! Hier werden nur grosse Geschäfte getätigt. Unser Bargeld reicht ja kaum um Grüssgott zu sagen!

Also weiter suchen und siehe da, links hat es ein Schild mit P-Automat. Gerade vor uns wird das noch leere Parkfeld in der Innenstadt von einem Fremden belegt. Nicht weit davon entfernt zwischen Universitäts-Gebäude und einer Sperma-Bank finde ich dann noch einen temporären Stellplatz für den Camper.

Heidy macht sich auf die Suche nach dem Schild P-Automat. Hier ist gerade eine städtische Beamtin dabei den grösseren Parkscheinautomaten zu revidieren. Ihre Frage nach einer Bank für den Geldwechsel führte zwar zu einem Gebäude wo früher eine Bank gewesen ist, heute aber nur noch persönliche Kunden betreut werden. Die Bank-Fachfrau zeigte Heidy eine andere Bank wo sie Notengeld wechseln könnte. Schweizerfranken nehmen diese allerding nicht nur Euro’s!

Also immerhin, denkt Heidy und bekommt für die Euro 600.- gerade mal NOK 5’531.40, Kurs 9.219, abzüglich NOK 200.-. Die Notengeschäfte sind also für Touristen in Norwegen nicht mehr üblich. Wahrscheinlich ist es heute einfacher Bargeld gleich kofferweise in den BAHAMAS zu Tauschen als in Norwegen zu etwas Barem zu kommen.

Nun muss Heidy nur noch den Rückweg finden? Wo bin ich all den gut gemeinten Ratschlägen nachgelaufen? Gleichzeitig entdeckt Armin wartend im Camper das zurückgelassene Händy von Heidy. Also was tun, wenn sie mich nicht mehr findet? Sie hätte in ihrem Telefon ja auch einen GPS-Stadtplan!

Den „Freund und Helfer“, die Polizei gibt es ja auch hier. Schliesslich entscheide ich mich fürs Warten, es ist ja noch kaum mehr als ein Stunde vergangen?

Nach einer viel zu langen Weile für das Wechseln von Notengeld gleich um die Ecke erscheint Heidy doch noch. Schon von weitem winkt sie mir mit beiden leicht V-förmig gespreizten Armen – das Viktoriezeichen – entgegen. Also Erfolg für uns Beide.

Unsere Norwegenreise, diesmal mit einheimischer Währung kann weitergehen. Auf der E6 hinter Dombas steigt die Strasse bis etwa auf 1025 m an und führt uns durch das FOKSTUHE-Gebirge (1716 müM) mit seinen Naturpark’s und vielen neu entdeckten Vögeln und dem niederen Gebüsch. Hier sollen schon in uralten Zeiten Pilger auf der Wanderung nach Nidaros (Trondheim) gesichtet worden sein. Später ist hier die Berghütte (Fjellstue) entstanden welche noch aus der Regierungszeit des König Eystein (gest. 1122) stammt.

Trondheim-Stellplatz-SportDie weitere Fahrt durch das abweisende Tal nach Trondheim will einfach kein Ende finden. Die Uhr rückt bereits auf 20.00 Uhr vor und wiederholt passieren wir Einfahrten zu Uebernachtungsplätzen welche direkt an die E6 angrenzen. Hundemüde fahren wir trotzdem weiter, den Befehlen des Navigationsgerätes folgend. Dann ging alles viel zu schnell.

Die Einfahrt zum Stellplatz in Trondheim beim Sportplatz hätten wir beinahe verpasst doch gleich einem weissen Feld von abgestellten Campern doch noch gefunden. Der von 20.00 bis morgens um 08.00 Uhr Gratis-Stellplatz war zwar voll, doch ein Zürcher welcher mich müde am Steuer sitzen sah kam auf mich zu und sagte: „Sie können hier schon stehen bleiben! Sie müssen morgens einfach vor 08.00 Uhr wegfahren.“ DANKE CH-FREUND!“

Ergebnis: Die ruhigste Nacht welche wir in Norwegen durchgeschlafen haben!

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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