«Pro Service Public» und die Post!

In der Volksabstimmung «Pro Service Public» dessen Initiative vom Schweizer Volk am 5. Juni 2016 hoch abgelehnt wurde hatte von allem Anfang an einen schweren Stand. Schon das Parlament liess sich von Bundesrätin Doris Leuthard dahingehend informieren, dass die Initiative das Ziel gar nie erreichen würde. Das Gegenteil sei der Fall, sie würde den Service Public gar behindern. Die Parlamentarier stimmten alle dagegen!

VOLG-PostEinzig der Kanton Jura mit einem Ja-Anteil von 41 % zeigte immerhin, dass es doch nicht überall und in jedem Bereich zum Besten steht. Auch meine persönlichen Erfahrungen ergaben insgesamt eher einen negativen Befund. Der rasante Abbau an Poststellen und den Versuch mit Kiosk-Artikeln das Geschäft der Post zu beleben hatte keinen langen Atem.

Nach dem Abbau von Poststellen (Gemeinde Lindau alleine drei) und der Aufsplitterung derselben in einen Zustelldienst, Geldautomaten und den Post-Filialbetrieb zeigten eines: Eine Zentralisierung mit einem Wasserkopf in Bern mit Verhinderung des persönlichen Kontaktes zu Poststellen aber auch den Zustellern (Briefträger). Keine öffentlichen Telefonnummer von Poststellen mehr, keine Beziehungen mehr zum Briefträger weil dieser beinahe wöchentlich eine andere Tour bedienen muss usw.

Dafür teils horrende Gebühren für Familien bei der Postumleitung bei Ferienabwesenheit, weil neu der Briefkasten zwar immer noch den gleichen Namen aufweist, aber aus einem Ehepaar plötzlich zwei juristische Personen werden.

Weiter kommt dazu, dass bei einem kostenplichtigen Auftrag an die Post bei einer bestimmten Poststelle Briefe oder Pakete nicht mehr täglich abliefert sondern nur noch auf das Schlussdatum hin (Datum der Abholung) bedient.

Wird also beispielsweise vor Antritt der Ferien durch einen Todesfall in der Familie verzögert, nimmt sich die Post das Recht heraus die persönlichen Briefe oder Pakete dem Eigentümer irgendwo in einem für die Post nicht zugänglichen Zustellbereich aufzubewahren. Damit bewegt sich der immer noch als „Post“ bezeichnete Zustellbereich in einem Grenzbereich, weil die persönlichen Briefe für mindestens 24 Stunden dem Kunden vorenthalten werden.

Zusammenfassung: Drei Werktage vor Ferienbeginn „Auftrag Post zurückbehalten“ per E-Mail (postmail.ch) ausgefüllt und bezahlt. Auftrag an 831700 Tagelswangen Poststelle beauftragt und Abholen aller Briefe etc. am Ende der Ferien.

Knapp vor Abreise in den hohen Norden telefonische Mitteilung von nahen Verwandten erhalten, welche vom unerwarteten und plötzlichen Tod des Bruders berichteten.

Einen Tag vor Beerdigung versucht Briefe oder Pakete auf der Poststelle 831700 Tagelswangen abzuholen, doch Frau Scheidegger hatte nichts von uns. Ausser kleinen Paketen und vielen unbekannten Einschreibebriefen war bei ihr für uns nichts geliefert worden. Keine Zeitungen, keine Briefe einfach nichts.

Frau Scheideger telefonierte daraufhin an die für sie zuständige Poststelle in Fehraltdorf/ZH. Frau Flückiger meinte, unsere wöchige Post werde im Zustellbereich der Post in Effretikon aufbewahrt und würde dort bis zu unserem Ferienende bleiben. Die Post in Effretikon hätte keinen Zugriff auf die dort gelagerten Sendungen.

Sie anerbot uns dahingehend hinzuwirken, dass wir unsere Post entweder Morgen mit dem Briefträger nach Hause geliefert bekämen oder dann diese selbst in 831700 Tagelswangen abholen könnten.

Wir verzichteten aber auf eine Heimlieferung nach dem Prinzip der Wurfpost weil wir gerade wegen der Beerdigung ganztags nicht zu Hause sind.

Dieses Vorenthalten von Briefen oder Paketen empfinde ich gerade von der Post als nicht Gesetzeskonform.

Oder sind etwa im Zustellbereich von Sendungen der Post in Effretikon derart viele ungeeignete und vertrauensunwürdige Personen im Einsatz, dass zwar eingeschriebene Briefe zur Vermittlung, bzw. Aufbewahrung an die kleine VOLG-Poststelle in Tagelswangen geliefert werden jedoch normale Briefe oder Zeitungen im für die Poststelle unzugänglichen Zustellbereich der Post in Effretikon gelagert werden müssen?

Jetzt ist mir natürlich auch klar, warum Effretikon auch keinen Zugriff auf ihre Postomaten hat. Defekte Automaten bleiben Defekt. Der Kunde muss ja selber merken wenn sie nicht mehr funktionieren.

???????? Der frühere Slogan „wenn’s ums Geld geht, ab zur Post!“ ????????

Über muck

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