Braucht Europa mehr Demokratie oder einfach nur einen grösseren Glauben an die Zukunft?

Hans-Werner Sinn und Yanis Varoufakis meinen, dass längerfristig nur die Gründung eines europäischen Bundesstaates mehr Demokratie in die Europäischen Gemeinschaft bringen könnte. Der scheidende Leiter des Müncher Ifo-Institutes Sinn ist 68-jährig und ein überzeugter Sozialdemokrat wohingegen der 1961 geborene Professor für Ökonomie Yanis Varoufakis Marxist und bekennender Spieler ist.

Vor einem Jahr ist Yanis Varoufakis mit einem lauten Knall auf die politische Bühne von Griechenland als Finanzminister getreten und im Juli 2015 wieder klanglos in der Versenkung verschwunden. Nun versucht er auf andere Art und Weise seine Reformideen für Europa an den Mann, bzw. die Frau zu bringen.

Yanis Varoufakis

Yanis Varoufakis

Das Reform- und Rettungspaket für Griechenland ist in seinen Augen gescheitert. „Das Land sei bankrott, trotzdem verspricht die EU weitere 85 Milliarden für das bankrotte Griechenland. Das muss gestoppt werden“.

Er orientiert sich dabei am Autobauer Gerneral Motors als dieser zahlungsunfähig wurde. GM hat zuerst seine Schulden saniert und dann den Konzern restrukturiert; Diese Reihenfolge sei enorm wichtig – meint Yanis Varoufakis.

In seinen 2015 erschienen Büchern „Time for Change“ und „Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise“ versucht der griechische Wirtschaftsprofessor mit einer neuen Demokratiebewegung Europa aus der Krise zu führen. Dabei sieht er insbesondere das grösste Defizit in der fehlenden Hoffnung.

Hans-Werner Sinn

Hans-Werner Sinn

Vielleicht hat er damit möglicherweise recht, doch die Verfassung Griechenland mit seiner Steuerbefreiung von reichen Reedern und von gleichlautenden Gesetzen müsste geändert werden und würde heute kaum mehr reichen den Staat zu sanieren. Auch von griechischen Steuereintreibern dürfte mehr Leistung und dafür weniger Korruption erwartet werden. Ein weiterer Grund sei die fehlende Demokratie in der EU. Das Parlament habe kaum Kompetenzen und die Europäische Zentralbank kontrolliere sich ja selbst.

Der Glaube der HOFFNUNG stirbt zwar immer zuletzt! Was leuchten soll morgen im griechischen Vaterland, muss heute mit Taten beginnen!

Wirtschaftsprofessor Varoufakis müsste eigentlich wissen, wo er seinen Einfluss mit Erfolg geltend machen könnte? Ob dies nun zuerst bei der Europäischen Regierungsform oder in Griechenland sein soll – bleibe dahingestellt. Oder ist dies einfach nur ein weiteres, spielerisches Filmthema das zwar ein klein wenig „Wahrheit“ ausspricht aber leider unrealistisch bleibt?

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