Vollgeld – was versteht man unter Vollgeld?

Schon nach der Grossen Depression in den 1930er-Jahren wollten Ökonomen auf das von Schulden gestützte Geldsystem generalüberholen und unseren Nationalbanken die komplette Dominanz übertragen. Ist dies das Ende oder der Beginn einer monetären Fata Morgana?

Vollgeld

Vollgeld

Wenn ein Bankkunde sein Konto überzieht, so entsteht neues Geld: Buchgeld oder Giralgeld. Damit liegt die Neugeldschaffung in den Händen von privaten Banken. Dieses System kann für Spekulationsblasen sorgen. Insbesondere bei Hypothekarschulden welche 2012 auf über 100 Prozent des BIP stiegen sind wir inzwischen Vizeweltmeister. Aber wo liegt das Problem?

«Solange man die Hypothekarzinsen vom steuerbaren Einkommen abziehen kann, hat niemand ein Interesse daran, seine Schulden abzubezahlen», sagt der Immobilienexperte. Würde man Zinsabzug und Eigenmietwert abschaffen, würde auch das Hypothekargeschäft der Banken darunter leiden.

Inzwischen hat der Bundesrat die Banken angehalten, von Haus- und Wohnungskäufern einen höheren Anteil von Eigenmitteln zu verlangen. Ausserdem müssten Immobilienkäufer innerhalb von 20 Jahren ihre Hypothek bis auf zwei Drittel des Belehnungswertes amortisiert haben. Aber ist bis heute in dieser Richtung eigentlich etwas geschehen? Nein! Und warum nicht?

Die zwei Abstimmungen über die Abschaffung des Eigenmietwertes hatten beim Schweizer Volk darum keine Chancen, weil Banken eine erfolgreiche Lobbyarbeit pflegten und selbst der Hauseigentümer Verband dagegen votierte.

Aber auch die alleinige Macht der Notenbanker könnte bei gefährlichen Fehleinschätzungen nicht besser funktionieren als unser dezentral organisiertes Bankensystem. Die finanzstarken Gegner der Vollgeldinitiative werden deshalb dies zu verhindern wissen.

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