Bergwanderung zur Fornohütte, 2’574 m ü. M. mit Ueberraschungen!

Die Fornohütte liegt in der Südostschweiz an der Grenze Oberengadin und Bergell auf 2’574 m ü. M. Sie ist Eigentum der Sektion Rorschach des SAC und  Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Touren, sowohl im Sommer wie auch im Winter.

Forno-Hütte

Forno-Hütte

Die Hütte erreicht man in einem 4 1/4 stündigen (800 m Höhenunterschied) Fussmarsch ab Maloja. Der Weg führt vorbei am wunderschönen Cavloc See um gleich anschliessend die Alp Da Cavloc mit ihren vielen Geissen (Ziegen) zu durchqueren.

Weiter aufsteigend vorbei an der Plan Canin dem reissenden Bergbach Orlegna folgend. Kurz nach der alten Stahlbrücke findet sich eine Holzbrücke um weiter auf der linken Talseite dem Bach zu folgen. Ein kurzer Aufstieg auf den Gletscher bis 200 Höhenmeter unter die Fornohütte. Über eine kurze Leiter geht’s in Traversen, die teils in den Fels gesprengt wurden, hinauf zur Hütte. Der Weg durch die Felsen ist mit Stahlseilen gut abgesichert.

Die vorangehende,  im Internet gefundene Wegbeschreibung  trifft nicht mehr zu und ist eine Wegbeschreibung zu Zeiten ohne grosse  Gletscherschmelze.

Forno Gletscher

Forno Gletscher

Seit 2013 verläuft  der Wanderweg zur Fornohütte nicht mehr über den Forno-Gletscher sondern ab etwa 2300 müM quert man über eine Brücke den  Bergbach Orlegna und steigt nun  auf der rechten Talseite entlang  den Berghang zur östlich liegenden Forno Hütte empor.

Dieser Weg auf Geröll, durchsetzt mit grossen Steinen  am Fusse des Monte Forno musste  teilweise mit Seilen gesichert werden und ist alles andere als bequem zu begehen. Jedenfalls mussten wir unsere Marschzeit um etwa ¼ Stunde nach oben anpassen.

Kurz nach der Brücke  sahen wir von weitem etwa um 11 Uhr wie eine Wandergruppe – wahrscheinlich vom Passo da Casnil Sud herkommend – westlich des Forno-Gletschers  – talwärts wanderte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass diese Gruppe in der Forno-Hütte übernachtete und plante über den Passo da Casnil Sud zur Albigna-Hütte zu dislozieren aber schon an der vom Gletscher neu gebildeten westlichen Seitenmoräne scheiterte.

Diese gut 30 Meter hohe, sehr steile  Moräne mit neuen Abbrüchen  und durchsetzt mit Sand und losem Geröll soll zwar neu gemacht worden sein, aber in diesem trockenen Sommer 2015 manchem Wanderer Schwierigkeiten bereitet haben.

Blick von der Forno-Hütte

Blick von der Forno-Hütte gegen Passo da Casnil Sud

Nach Auskunft der noch jungen Mannschaft in der Forno Hütte beherbergten sie in der vergangenen Nacht eine Wandergruppe die als Ziel Albigna-Hütte angab.  Ob die Gruppe wohl ihr Ziel erreicht hat?

Um 1350 Uhr  verlassen wir in östlicher Richtung die Forno-Hütte in gemütlichen Schritten  mit der Empfehlung doch den Panoramaweg zurück nach Maloja zu nehmen. Die Wanderzeit sei nur etwa ½ Stunde länger. Die wunderbare Berggegend links  am Monto del Forno (3214 müM) und an lieblichen Bergseen vorbei würde uns sicher auch gefallen.

Nach etwa ¼ Stunde verlassen wir den Wanderweg in östlicher Richtung über den Sella dell Forno (2768 müM) ins Muretta-Tal runter Richtung Norden und erreichen über den sogenannten Panoramaweg nach geraumer Zeit einen unbenannten Bergsee auf 2728 müM.

Hier erliegen wir dem Glauben bereits die meisten Höhenmeter hinter uns gebracht zu haben, falsch.  An der westlichen Flanke des  Monte del Forno und Pizzi dei Rossi vorbei geht es auf verblockten Wegen die immer unsere ganze Aufmerksamkeit erfoderten   Rauf und Runter, sodass wir mehr als froh sind unsere Wanderstöcke zu „Gleichgewichtsübungen“ dabei zu haben.

Unser Höhenmesser notiert schliesslich vom Ausgangspunkt aus gemessen mehr als 1100 Höhenmeter aufwärts und gleichviel  abwärts. Schliesslich schätzten wir gar im Talgrund des Val Muretto auf 1976 müM anständige Wege erreicht zu haben und über den Lägh da Cavloc nach über 10  Stunden Marschzeit wohlbehalten unser Fahrzeug um 1935 Uhr erreicht zu haben.

Spät – aber nicht zu spät – treten wir unsere Rückreise  an mit der Erkenntnis, dass nicht  jede Auskunft eines Hüttengehilfen auf eigene Erfahrungen beruhen muss und nicht jeder Wanderer gleich ein Ueli Steck  (2015: 42 4000er in Rekordzeit) verkörpert.

Mit Ueberraschungen ist auf allen erstmalig begangenen Gebirgswegen zu rechnen! Auch von überholten Fehlinformationen aus Internet oder angeblich kompetenten Fachmännern/Fachfrauen sei gewarnt!

Forno-Karte

X=Alter Hüttenweg 1=Neuer Hüttenweg 2 Albigna Hütte 3=Panoramaweg 4=Forno Pass

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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