Von Lagos nach Ponte de Sagres!

Heute Dienstag verlassen wir die wunderbare Stadt Lagos und fahren weiter westwärts zu dem Cabo Sao Vincente. Die äusserste Landzunge am Atlantik „knapp“ vor Amerika lassen wir diesmal jedoch „Landsend“ sein.

Wir beschränken uns auf die alte Festung bei Sagres und besichtigen diesen historischen Ort viel intensiver als wir dies vor 24 Jahren konnten und auch wollten. Auch die gemachten Fotos vom Sao Vincente könnten nicht schöner sein.

Heute wurden wir jedoch – wie immer an solchen Orten – durch ein Kassenhäuschen vorerst daran gehindert. Früher war eben alles gratis und frei, heute wollen sie auch noch von älteren Herrschaften wie unsereins etwas verdienen.

Das Wort „Seniors“ pulversiert jedoch den Eintrittspreis glattweg um die Hälfte allerdings ohne einen Mehrwert gegenüber früher mit Gratis zu bieten.

Das Meer und die Steilküsten sind noch immer gleich hoch wie früher und die zahlreichen Fischer ziehen noch immer mit ihren langen Fischerruten die kleiner gewordenen Fische direkt vom 50 Meter tiefer liegenden Atlantik zu sich hoch. Die Fischer sehen zwar nicht ob einer angebissen habe, doch manchmal ziehen sie halt auch die leere Angel einfach wieder hoch und manchmal nicht einmal mehr DIE.

Heute haben wir ja Zeit und Umrunden die ganze Landzunge. ¾ Stunden hin und ¾ Stunden her alles auf Schottersteinen nur unterbrochen durch landseitige Geländeeinbrüche in denen es kräftig tost und faucht als hörte man den gesamten Atlantik beim Arbeiten stöhnen.

Waren eventuell dies die früheren Sonar-Lautsprecher aus dem Mittelalter welche Alarm schlugen? Damit schossen sie mit ihren gewaltigen Schiffskanonen von hier aus gegen die feindlichen Segelschiffe dessen Flaggen sie mit ihren blinden Fernrohren nicht erkennen konnten! Einfach, dass Schiffe so weit draussen waren genügte doch sie als feindlich zu betrachten.

Im Laufe des Nachmittags bezogen wir – gemäss Navi – durch den Hintereingang im „Parque de Campismo Orbitur“ quartier. Für Euro 21.50 inklusive „Güggel-Gekrähe“ und „Hühner-Gegacker“ hatten wir ansonsten eine ruhige Nacht.

Ob wir vor 24 Jahren am gleichen Ort so gut geschlafen haben, wissen wir nicht mehr? Fazit: Im Greisenalter hört man manchmal auch „Güggel“ welche “gackern“ und umgekehrt!

Ponta de Sagres: Südwestlich von Sagres auf einer ein Kilometer langen und etwa 300 Meter breiten Landzunge befindet sich direkt im Atlantik der Ponta de Sagres.

Das Nationaldenkmal mit seinen steil ins Meer abfallenden Klippen ist von überragender Bedeutung. Innerhalb dieser Festungsanlage liegt ein erst 1928 freigelegter, berühmter Steinkreis, dessen Alter und Zweck unklar ist. Der Kreis, unterteilt in 42 Felder und mit einem Durchmesser von 43 m, wird als Windrose (Rosa dos Ventos) interpretiert, könnte aber auch eine Sonnenuhr gewesen sein. Einig ist man sich aber darin, dass er aus der Zeit Heinrichs des Seefahrers stammt.

Nördlich davon befindet sich auf den Klippen oberhalb des Badestrandes Praia de Beliche ein kleineres Fort, Fortaleza de Beliche, das im Jahre 1587 von den Soldaten Francis Drakes zerstört wurde. Davon ausgenommen war einzig die kleine Kapelle Santa Catharina.

Nachdem es 1632 wieder aufgebaut und 1755 durch das große Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami erneut zerstört worden war, lag es über 200 Jahre in Trümmern.

Dieses Erdbeben hatte nach heutigen Schätzungen am 1. November 1755 eine Stärke von etwa neun auf der Richter-Skala und sein Epizentrum lag nur 200 km südwestlich des Cabo de São Vicente im Atlantik.

Es gehörte zu den zerstörerischsten Naturkatastrophen der europäischen Geschichte. Die Fortaleza de Beliche wurde 1960 zum 500. Todestag Heinrichs des Seefahrers komplett restauriert.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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