Granada und die Alhambra!

Granada ist die Hauptstadt der Provinz Granada in Andalusien und liegt in einem Ballungsgebiet der Vega de Granada. Die Stadt zählt 237‘540 Einwohner, von denen die meisten in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte oder im Tourismus arbeiten.

Wirtschaftlich und kulturell ist auch die Universität Granada von großer Bedeutung, mit ca. 60.000 Studenten handelt es sich um eine der grössten Bildungseinrichtungen Spaniens.

Granada wurde unter dem Namen Iliberra als eine von Phöniziern und Iberern bewohnte Siedlung erstmals um 500 v. Chr. erwähnt. Aufgrund der geschützten Lage zwischen den umliegenden Bergen sowie der aussergewöhnlich fruchtbaren Erde ist eine frühere Besiedlung anzunehmen.

Nach der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Römer ist die Siedlung mit dem Namen Illiberis belegt. Nach dem Zerfall des römischen Kaiserreichs kam das Gebiet zunächst unter den Einfluss des nordafrikanischen Reichs der Vandalen, stand nach dessen Zusammenbruch 534 für einige Jahrzehnte unter oströmischer Herrschaft und gehörte dann seit Beginn des 7. Jahrhunderts zum iberischen Reich der Westgoten.

Im Jahr 711 wurde die Stadt von den Mauren erobert und der Name zu Ilbīra arabisiert. Als Verwaltungszentrum der Provinz wurde im Jahr 756 etwa zehn Kilometer weiter im Nordwesten unter dem Namen Madīnat Ilbīra eine neue Stadt gegründet.

Gleichzeitig begann sich für das Gebiet der alten Siedlung die neue Bezeichnung Qal’at Ġarnāṭa (arabisch ‏قلعة غرناطة‎ ‚Burg von Granada‘) durchzusetzen, aus der sich der moderne Name der Stadt entwickelt hat.

Robert Pocklington sieht darin das romanische Farbadjektiv granat (‚rot‘) wiedergegeben. Der Mittelalterarchäologe Antonio Malpica Cuello (Universität Granada) lehnt allerdings die Gleichsetzung von Illiberis mit Granada ab. Ihm zufolge fehle es an den für eine römische Stadt notwendigen Strukturen (Forum, Theater etc.).

Nach dem Untergang des Kalifats von Córdoba ergriff 1012 der berberische Clanchef Zāwī ibn Zīrī die Macht in der Provinz und machte das leichter als Ilbīra zu verteidigende Granada zum Sitz der Dynastie der Zīrīden, die von hier aus etwa 80 Jahre lang über eines der bedeutendsten Kleinkönigreiche des südlichen Al-Andalus herrschte, bis sie 1090 von den Almoraviden gestürzt wurde. Nach der Vertreibung der Almohaden wurde die Stadt von 1238 bis 1492 Hauptstadt des Sultanats der Naṣriden.

Im Jahr 1066 kam es zum Massaker von Granada, bei dem ein Mob einen jüdischen Wesir sowie den Grossteil der jüdischen Bevölkerung der Stadt ermordete; die Bluttat wird als das erste Pogrom auf europäischem Boden angesehen.

Am 2. Januar 1492 kapitulierte der letzte naṣridische Herrscher Muhammad XII. und übergab die Stadt an Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón. Die so genannten „Katholischen Könige“ (Reyes Católicos). Damit war die Reconquista, die „Rückeroberung“ der iberischen Halbinsel für das Christentum, abgeschlossen.

Gemäss einem Passus des dabei abgeschlossenen Vertrages durfte die maurische Bevölkerung in Granada weiterhin ihre Religion frei ausüben, die Naṣriden mussten Granada jedoch verlassen. Boabdil lebte zunächst für einige Zeit auf einer ihm als Lehen zugestandenen Burg in der Alpujarra, bevor er, nach dem Tod seiner Gattin, in das Gebiet des heutigen Marokko übersiedelte.

Im Jahre 1499 wurde auf Geheiss des Erzbischofs Jiménez de Cisneros von Toledo auf dem Marktplatz von Granada ein Scheiterhaufen errichtet, um Bücher zur islamischen Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung und Naturwissenschaften zu verbrennen.

Im Laufe dieser Ereignisse kam es zu einem eintägigen Pogrom gegen alle Nichtchristen, dem vor allem Juden zum Opfer fielen. Das seit mehreren Jahrhunderten bestehende Viertel der jüdischen Gemeinde wurde vermutlich zu diesem Zeitpunkt zu grossen Teilen zerstört.

Nach Aufständen der in Spanien verbliebenen Muslime, der so genannten Morisken, gegen die Unterdrückung durch die neuen Herrscher wurden sie in den Jahren 1569–1571 erst in andere Teile der iberischen Halbinsel zwangsumgesiedelt und 1609–1611 nach Afrika vertrieben. Viele siedelten sich im heutigen Tunesien und Algerien an und prägten dort die Kultur.

Granada verfiel zugleich in wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. So ging etwa die Seidenproduktion, für die Granada im Mittelalter ein Zentrum war, ganz unter. Ein wichtiges Zeugnis dieser Zeit sind die Bleibücher vom Sacromonte die den Überlebenskampf gebildeter Muslime in einer christlichen Gesellschaft auf ganz eigene Art widerspiegeln.

Im Spanischen Bürgerkrieg fiel Granada gleich zu Beginn in die Hände der Nationalspanier, der sozialistische Bürgermeister Manuel Fernández-Montesinos Lustau, ein Schwager des Dichters Federico García Lorca wurde – wie auch der Dichter – im August erschossen.

Seit dem Jahr 1492 ist Granada Sitz eines Erzbistums. Die Universität Granada wurde in den Jahren 1526 bis 1531 errichtet und stellte vor allem im 20. Jahrhundert eine der Haupteinnahmequellen Granadas dar.

Nach dem Ende der Franco-Diktatur gewann zunehmend der Tourismus an Bedeutung. Durch das weitgehend friedliche Zusammentreffen verschiedener Kulturen und die Toleranz unter den Anhängern mehrerer Religionen im maurischen Mittelalter gilt Granada bis in die heutige Zeit als Beispiel für die Möglichkeiten einer multikulturellen Gesellschaft. Heute leben in Granada ca. 15.000 Muslime, von denen 1000 bis 1500 spanische Konvertiten sind.

Die bedeutendsten Bauten aus der maurischen Zeit gehören zur Festung Alhambra eine Ansammlung von Palästen und die grösstte profane Anlage dieser Art in Spanien. Sie wurde auf älteren Anlagen im 13. und 14. Jahrhundert als Residenz der maurischen Könige der Naṣriden-Dynastie errichtet.

Berühmt ist die Alhambra für ihre Stuckdecken und den Löwenbrunnen. König Karl V. ließ einen Palast in diesem Areal erbauen, durch den weite Bereiche des ursprünglichen Palastes zerstört wurden. Da es sich bei diesem um eines der bedeutendsten Gebäude der Renaissance in Spanien handelt, werden hier keine Ausgrabungen durchgeführt.

In der Alhambra befindet sich im Gebäude eines dem Franz von Assisi geweihten Klosters aus dem 16. Jahrhundert ein Hotel. Oberhalb der Alhambra liegt der Generalife die Sommerresidenz des Emirs. Im Palacio de Carlos V. befindet sich heute das Museo de Bellas Artes de Granada. Die 1839 institutionalisierte Sammlung ist eine der ältesten, noch bestehenden Gemäldegalerien Spaniens und das Museo de la Alhambra.

Typ: Der Campingplatz „Reina Isabel“ (Koordinaten N 37 Grad, 7‘ 29“- W 3 Grad, 35‘ 11‘‘) liegt etwa 3 km ausserhalb Granada nur 1 km entfernt vom Naturpark Sierra Nevada in La Zubia an der „Laurel de la Reina“.

Viertelstündlich fahren die Busse Nr. 175, 176 oder 177 für Euro 1,50 in die Stadt bis ans Kongress-Zentrum. Kurz vor dem „Rio Genil“, dort wo die meisten Passagiere aussteigen und der Bus nachher links abbiegt sollte man diesen verlassen, zu Fuss den Rio überqueren und weiter auf der „Accero del Darro“ in westlicher Richtung bis zur „Plaza Isabel la Catolica“ gehen (etwa ¼ Stunde).

Dort finden sie Kleinbusse mit Nummer C3 des Typs Fiat Ducato oder ähnlich welche sie die engen Gassen bis zur Alhambra hochfahren. Unterwegs finden sie auch Taxis welche zwar etwas teurer (Euro 6.50) dafür bequemer sind.

Merken sie sich den Ort wo sie den Bus verlassen haben oder suchen sie sich den Zusteige-Ort rund ums Kongress-Zentrum (Palacio de Expositiones y Congtresos) indem sie Einheimische fragen, den hier finden sie viele Wartehäuschen ohne Bus-Nummern Beschriftung.

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