Schweizerische Nationalbank führt morgen Donnerstag Negativzinsen ein

Nachdem die SNB seit September 2014 in regelmässigen Abständen kundgetan hat, dass Negativzinsen in der Schweiz kein Thema seien, hat sie nach den ungestümen Zeiten wie dem drohenden Kollaps der russischen Wirtschaft am 18. November 2014 in einer Pressemitteilung verkündet, dass sie auf morgen Donnerstag Negativzinsen von -0.75 % für Banken einführt. Der Franken soll damit unattraktiv gemacht werden.

Medienmitteilung vom 15. Januar 2015

Geld Fr. 50.- bis 100.-Die Banken müssen damit für einen Teil ihres Geldes – welches sie auf den Girokonten der SNB halten – Strafzinsen von 0,75 Prozent bezahlen. Dabei gibt es auch Freibeträge; Mindestens 10 Millionen Franken oder das 20-fache der gesetzlich geforderten Mindestreserven.

Das Halten von Liquidität wird also teurer. Es ist davon auszugehen, dass die Banken ihren Grosskunden – beispielsweise Hedgefonds – diese Negativzinsen weiter verrechnen und den sicheren Hafen Franken damit teurer machen.

Im Juni 2014 wurden im Euroraum bereits Negativzinsen von -0.1 % auf Bankeinlagen eingeführt. Im September 2014 wurde die Einlagefazilität erneut gesenkt und beträgt nun -0,2 Prozent. Inzwischen geben die Institutionen Kosten vereinzelt an die Kunden weiter. Die Commerzbank etwa, die zweitgrösste Bank Deutschlands, belastet einzelne grosse Firmenkunden mit einer Guthabengebühr. Das Geld auf dem Konto wird also nicht mehr, sondern immer weniger.

Dass die Schweizer Banken die Negativzinsen auf Kleinsparer abwälzen, glaubt der SNB Chef Jordan nicht. Die SNB nehme zwar keinen Einfluss auf die Geschäftsentscheidungen der Banken. Die Verzinsung der Kundeneinlagen liege ganz im Ermessen der Banken. „Ich gehe davon aus, dass es für sie keinen Sinn macht, die Kleinsparer mit Negativzinsen zu belasten“, sagte Jordan. Die Banken seien interessiert an einem robusten Anteil Depositkunden.

Migros-Bank

Migros-Bank

Die Geschäftsbanken gaben sich in ersten Stellungnahmen denn auch kundenfreundlich: Weder die Zürcher Kantonalbank (ZKB) noch die Raiffeisen oder Postfinance wollen Privatkunden oder KMU mit Negativzinsen belasten. Doch Experten halten es für möglich, dass die Spar- und Anlagezinsen weiter Richtung null sinken und Spesen sowie Gebühren steigen werden. Gerade Postfinance – welche nach wie vor keine marktgenügende Banklizenz verfügt – ist davon besonders betroffen.

In der Schweiz lag früher eine Verordnung vor, welche in den Jahren 1964-1966 sowie Ende Juni 1971 bis November 1979 angewendet wurde, aufgrund derer ein Verbot der Verzinsung von Geldanlagen in Schweizer Franken seitens ausländischer Geldgeber vorsah.

Damals war die Erhebung einer Kommission – sprich Negativzins – in Höhe von bis zu 10 % pro Vierteljahr möglich. Damit wollte das Land den übermässigen Kapitalzufluss aus dem Ausland stoppen, welcher den Wechselkurs des Schweizer Frankens zum Nachteil der Schweizer Exporteure beeinflusste.

Als Reaktion auf die Eurokrise kam es zu einer sehr starken Frankenaufwertung. Die Parität lag kurzzeitig unterhalb eines Frankens pro Euro. Am 6. September 2011 stellte die SNB fest, dass die damalige massive Überbewertung des Schweizer Frankens eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft darstellte. Daraufhin führte sie einen Euro-Franken-Mindestkurs von 1.20 ein den sie bis heute hartnäckig verteidigte.

Die Nationalbank (SNB) führte in den Monaten März, Juni, September und Dezember 2014 eine vertiefte geldpolitische Lagebeurteilung durch, die jeweils in einen Zinsentscheid und in die Publikation einer mittelfristigen, bedingten Inflationsprognose mündet. Die Nationalbank begründet jeweils ihre Entscheide in einer Medienmitteilung sowie im vierteljährlichen Bericht über die Geldpolitik, der im Quartalsheft 4-2014 publiziert wird.

Money-Money von Abba

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
Dieser Beitrag wurde unter Geld abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.