Wechselkurs sFr. zum Euro – Mindestkurs aufgehoben!

Die Schweizer Nationalbank hebt überraschend den Euro-Mindestkurs für den Franken auf. Die Entscheidung sorgt für Nervosität an den Märkten, auch gegenüber dem Dollar stürzt der Euro ab.

Die Schweizerische Nationalbank hebt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro auf. Zugleich senkt sie den Zins für Guthaben auf den Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf −0,75%. Das Zielband für den Dreimonats-Libor verschiebt sie weiter in den negativen Bereich auf –1,25% bis −0,25% von bisher −0,75% bis 0,25%.

Eingang zur SNB

Eingang zur SNB

Der Mindestkurs wurde in einer Zeit der massiven Überbewertung des Frankens und grösster Verunsicherung an den Finanzmärkten eingeführt. Diese ausserordentliche und temporäre Massnahme hat die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt. Der Franken bleibt zwar hoch bewertet, aber die Überbewertung hat sich seit Einführung des Mindestkurses insgesamt reduziert. Die Wirtschaft konnte diese Phase nutzen, um sich auf die neue Situation einzustellen.

Medienmitteilung vom 15. Januar 2015

Die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume haben sich in letzter Zeit markant verstärkt und dürften sich noch weiter akzentuieren. Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar deutlich abgewertet, wodurch sich auch der Franken zum US-Dollar abgeschwächt hat. Vor diesem Hintergrund ist die Nationalbank zum Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und die Aufrechterhaltung des Euro-Franken-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt sind.

Kommentare von Deutschen Zeitungen;
Westfalen-Blatt: zum teuren Franken
Bielefeld:
– Nun herrscht zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro also nahezu Parität: Ein Franken kostet ein Euro und damit etwa 20 Prozent mehr als noch am Tag zuvor. Das einzig Gute daran: mühsames Umrechnen entfällt. Ansonsten ist der Schritt der Schweizer Notenbank, der gestern wie ein Donnerwetter die Märkte überraschte, kein gutes Zeichen – jedenfalls nicht aus Sicht der Euroländer.

Einmal mehr wird deutlich, wie sehr der Euro als Folge der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) zuletzt unter Druck geraten ist. Womöglich wird es nicht mehr lange dauern, bis auch zwischen Dollar und Euro Parität herrscht.

Diesen Wertverlust des Euro wollen die Eidgenossen nicht mehr länger ertragen – und stellen ihre Unterstützungskäufe zur Sicherung des Mindestkurses ein. Das trifft
die exportorientierte Wirtschaft im Land, deren Produkte teurer werden, ebenso wie den Tourismus. Urlaub in der Schweiz wird zum Luxus. Die Schweiz schadet sich selbst. Von Bedeutung ist aber auch das grundsätzliche Signal, das die Schweizer Notenbank sendet: Sie kehrt der Eurozone den Rücken zu. Quo vadis, armer Euro?

DAX Chartanalyse;
Schweizer Franken schüttelt DAX durch!

Der Donnerstagvormittag wird nicht nur Schweizer Anlegern lange im Gedächtnis bleiben: Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses zum Franken schlagen die Wogen auch am deutschen Aktienmarkt hoch. Inzwischen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Mutige Anleger konnten die Schwankungen zudem Gewinn bringend nutzen.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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