Päsident der demokratischen Republik Türkei und seine Lebensgeschichte!

Recep Tayyip Erdoğan entstammt nach eigener Aussage aus einer von Batumi migrierten türkischen Familie aus dem Nordosten der Türkei, die sich schliesslich im Grossraum Istanbul niederliess. Der Vater war Seemann und arbeitete als Küstenschiffer.

Erdoğan wurde im alten Istanbuler Hafenviertel Kasımpaşa am 26. Februar 1954 geboren und wuchs mit drei Brüdern, einer Schwester und seinem Cousin Danny “Talât” Torosoğlu dort auf. Er nannte seinen Sohn nach seinem Geburtsmonat Recep, dem siebten Monat des lpislamischen Kalenders, und gab ihm mit Tayyip als zweiten Vornamen den Namen des Grossvaters.

Nach der Grundschule nahe der Piyale-Paşa-Moschee besuchte Erdoğan die İmam-Hatip-Schule, eines der religiös orientierten Gymnasien in der heutigen Türkei. In seiner Jugendzeit war Erdoğan Mitglied in der Untergrundorganisation Akıncılar Derneği. Später studierte er an der Istanbuler Marmara-Universität Wirtschaftswissenschaften.

Erdoğan ist seit dem 4. Juli 1978 mit Emine Erdoğan, geb. Gülbaran, verheiratet; das Paar hat zwei Söhne, Ahmet Burak und Necmeddin Bilal und zwei Töchter, Esra und Sümeyye. Beide Töchter studieren in den USA.

Zwischen 1994 und 1998 war er Oberbürgermeister von Istanbul. Danach sass er 1999 für vier Monate im Gefängnis, nachdem er bei einer politischen Kundgebung ein Gedicht vorgetragen hatte, das nach Ansicht der Richter religiösen Hass schüren sollte.

2001 gründet Erdogan zusammen mit anderen Politikern die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP). Bei der Parlamentswahl am 3. November 2002 wird die AKP deutlicher Wahlsieger. Aufgrund seiner Vorstrafe durfte Erdogan aber nicht für einen Parlamentssitz kandidieren. In der Türkei dürfen nähmlich nur Parlamentsabgeordnete Ministerpräsidenten werden, weshalb der AKP-Politiker Abdullah Gül neuer Regierungschef wird.

Im Sommer 2007 gewinnt die AKP erneut die Parlamentswahlen und Erdogan wird zum zweiten Mal Ministerpräsident. 2011 wiederholt er seinen Erfolg und holt fast 50 Prozent der Stimmen. Anschliessend aber wächst die Kritik an Erdogan auf’s Neue:

Der Ministerpräsident gebärde sich zunehmend wie ein Alleinherrscher und Diktator. Die Gezi-Proteste 2013 sind vorläufiger Höhepunkt der Proteste.

Nach einer Verfassungsänderung schliesslich darf Erdogan trotz seiner Vorstrafe bei den folgenden Nachwahlen am 9. März 2003 antreten und zieht schlussendlich in das Parlament ein.

Wenige Tage danach reichte Ministerpräsident Gül zugunsten Erdogans seinen Rücktritt ein und Erdogan wurde damit neuer Regierungschef.

2014 wird Erdogan schliesslich in der ersten Direktwahl überhaupt zum Staatspräsident der Türkei gewählt. Am 28. August 2014 wurde er vereidigt und zog an diesem Feiertag in seinen neuen Palast ein. Er kündigte an, sein Land „entschieden“ in die EU zu führen. Der Pfad der Türkei zur Europäischen Union sei ein „strategisches Ziel“ und werde „entschiedener fortgesetzt“ als bisher. Zu den weiteren Schwerpunkten seiner Politik gehörten demokratische Reformen und der Friedensprozesses im Konflikt mit den Kurden.

Am letzten Sonntagmorgen den 14. Dezember 2014 hatten türkische Polizisten wiedereinmal eine Razzia gegen Anhänger des islamischen Predigers und Erdogan-Rivalen Fethullah Gülen durchgeführt.

Die Redaktion der regierungskritischen Zeitung „Zaman“ in Istanbul wurde durchsucht und ihr Chefredakteur festgenommen. Auch Journalisten anderer Medien nahm die Polizei fest.

Erdogan hatte am Freitag angekündigt, er werde die Gülen-Anhänger „bis in ihre Schlupfwinkel“ verfolgen.

Brüssel hat daraufhin die Verhaftung regierungskritischer Journalisten in der Türkei scharf verurteilt. Diese Kritik hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erzürnt. Die EU solle sich „um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern“.

„Uns ist es egal, ob die EU uns aufnimmt oder nicht“, sagte Erdogan. Brüssel habe kein Recht, sich in „rechtsstaatliche Schritte gegen Elemente einzumischen, die unsere nationale Sicherheit bedrohen“.

Präsidend Erdogan und sein Palast 2014

Präsidend Erdogan und sein Palast 2014


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan residiert also seit ein paar Monaten in seinem eigenen Palais, das 210’000 Quadratmeter und 1000 Zimmer umfasst. Es könnte den Amtssitz seines französischen Amtskollegen, den Elysée-Palast, fast 20-mal aufnehmen. Abhörsichere Bunker, Tunnel, geschützt gegen Cyberangriffe und Chemiewaffen – das ist Erdogans Serail der Superlative.

Das Weisse Haus in Washington hat 55’000 Quadratmeter, samt Kino und Kegelbahn. Im Buckingham-Palast in London verfügt die Queen über 78’000 Quadratmeter. Alles lächerlich wenig.

Eigentlich dürfte es den gigantischen Prachtbau gar nicht geben. Das höchste Verwaltungsgericht der Türkei hat noch im März 2014 den Abriss verlangt. Begründung: Er steht in einem Naturschutzgebiet und ist damit quasi der grösste illegale Bau des Landes.

Erdogan, damals noch Premier, forderte die Richter heraus: «Sollen sie ihn doch abreissen, wenn sie können.» Er liess im Wald weiterbauen, erklärte das Schutzgebiet zum Baugebiet und stellte klar: «Ich werde das Gebäude eröffnen, einziehen und darin wohnen.»

Einzugstermin war der 29. Oktober 2014 – ein nationaler Feiertag – an dem der Gründung der Türkischen Republik vor 91 Jahren gedacht wurde. Ein symbolisches Datum, das an den Vater der modernen Türkei – Kemal Atatürk – erinnert.

Atatürk mit Ehefrau 1923

Atatürk mit Ehefrau 1923

Atatürk richtete sich 1923 relativ bescheiden in Ankara ein, das er zur Hauptstadt erklären liess. Das Haus liess er vom österreichischen Architekten Clemens Holzmeister bauen, welcher später auch das türkische Parlament entwarf. In dem 2-stöckigen Gebäude sollten sich türkische und westliche Stilelemente vereinen.

Das Gelände entdeckte Atatürk bei einem Ausritt. Heute liegt das Atatürk-Palais im Stadtteil Cankaya mitten in der 5-Millionen-Hauptstadt. Es diente bisher allen türkischen Präsidenten als Amtssitz.

Das neue Palais von Erdogan steht auf einem 210 000 Quadratmeter grossen Gelände, welches der Republik-Gründer Mustafa Kemal Atatürk 1937 zum Naturschutzgebiet erklärte und dem Land und seiner Bevölkerung vermacht hatte. Der umstrittene Palast kostete mit 1,37 Milliarden Türkischen Lira – umgerechnet rund 491 Millionen Euro – damit fast doppelt so viel wie bisher bekannt gemacht wurde.

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