Katarakt Operation aus der Sicht eines Betroffenen!

Der Graue-Star oder auch Katarakt genannt bezeichnet eine Trübung der Augenlinse. Betrachtet man Menschen, die an einem fortgeschrittenen Katarakt erkrankt sind, kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen, woher sich die Bezeichnung „Grauer-Star“ ableitet. Die getrübte Linse kann in den meisten Fällen operativ durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt werden.

AugeDie Ursache des Grauen Stars ist häufig unbekannt. Der typische „Altersstar“ bildet sich über Jahre aus. Man bemerkt dies meist von selbst, wenn zBsp. die weissen Wände in der Küche langsam grau erscheinen. Dann ist es Zeit nicht den Maler oder Anstreicher zu bestellen sondern seine Augen bei einem Arzt kontrollieren zu lassen. Dieser wird eine Empfehlung abgeben, ob es Zeit ist die Linse durch ein Implantat zu ersetzen oder noch etwas zuzuwarten, denn mit dem Einsatz einer künstlichen Linse verlieren sie die Fähigkeit das Auge auf Fern- oder Nahsicht (Akkommodation/Brechkraftänderung) einzustellen.

kkomandationMit zunehmenden Alter wird die Linse immer härter und kann schliesslich zur Erblindung führen. Seltener sind sogar indirekte Todesfälle bekannt, weil die Betroffenen Stürze erleiden und so sich vom Leben verabschieden. Durch Diabetes mellitus oder Reaktionen auf Medikamente (vor allem Cortison), Drogen oder Traumata kommen allerdings viel häufiger als Ursache in Frage. Auch Rauchen kann die Entwicklung eines grauen Stars begünstigen. Ein Rauchstopp kann langfristig gesehen die Notwendigkeit einer Operation vor allem bei männlichen Rauchern reduzieren, jedoch nicht das generelle Erkrankungsrisiko eines Menschen vermindern.

Starkstromeinwirkung und Blitzschlag können weiter einen Grauen–Star verursachen. Eine durch Infrarot-Strahlung hervorgerufener Katarakt (Feuerstar, Wärmestar oder Glasmacherstar) oder ähnlichen Berufen, in denen sehr heisse Materialien verarbeitet werden (Hochofen-Arbeiter, Glasbläser), sind als Berufskrankheit anerkannt.

Röteln während der Schwangerschaft können Verursacher eines Katarakts schon beim Neugeborenen sein (Rötelnembryopathie). Auch beim Galaktokinasemangel kann ein angeborener Katarakt auftreten. In Fällen von angeborenem Grauen-Star muss – abhängig von seiner Ausprägung – wegen des Risikos einer drohenden Amblyopie (Schwachsichtigkeit) bereits im Säuglingsalter die trübe Linse operativ entfernt werden.

Einen Tag vor der Grauen-Star-Operation wird der Betroffene aufgefordert 4mal täglich mit Nevanac Augentropfen einen einzelnen Tropfen in das betroffene Auge zu applizieren. Es soll die Prophylaxe und Therapie von postoperativen Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit einer Katarakt-Operation vermindern. Dazu kommt noch 2 mal täglich 1 Tropfen Floxal Augentropfen, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Antibiotika. Ofloxacin hemmt ein Enzym der Bakterien, das für ihre Vermehrung notwendig ist und führt dadurch zum Absterben der Krankheitserreger.

Augenarzt Dr. med. Eugster

Augenarzt Dr. med. Eugster

Kurz vor der Operation welche insgesamt etwa ein/einhalb Stunden (inkl. Vorbereitung durch eine Anästesie-Assistent/in) dauert wird noch ein kleines Kügelchen unter das Augenlied gebracht. Dort soll das Medikament der Erweiterung der Pupille dienen. Ein Anästesist wird sie im Operationssaal empfangen. Er wird sie auf den OP-Tisch begleiten wo ihr Kopf mittels Klebestreifen auf Weisung des Operateurs fixiert wird. Sie sollten also möglichst bequem und entspannt ruhig liegen. Ueber einen Schlauch führt der Anästesist beruhigende Medikamente intravenös ein während der Arzt nach kurzer Vorbereitung bereits mit einem Skalpel das Auge öffnet um mit dem Absaugen der Linse zu beginnen. Die zertrümmerte Linse wird über einen anderen Schlauch abgeführt. Während der Operation wird es im betreffenden Auge ab und zu hell bis zu dem Zeitpunkt, wo sie wieder eine neue Linse eingesetzt bekommen.

Die ambulante Operation ist völlig schmerzfrei. In einer angenehmen Atmosphäre wo sie selbst Schuhe, Hose und Hemd anbehalten können (wird mit Ueberziehschuhen und einem Spitalhemd abgedeckt) geniessen sie nach der Operation das verpasste Frühstück noch mit einer Augenbinde abgedeckt die sie daraufhin entfernen können.

Bereits fünf Minuten später sitze ich im gleichen Zug heimwärts wie ich gekommen bin. Autofahren wäre viel zu gefährlich, weil die Sicht beim operierten Auge noch zu schlecht ist. Zu Hause angekommen meint meine Liebste, ob ich nicht operiert sei – sie habe immer auf meinen Anruf gewartet? Durch Angabe einer falschen Telefonnummer war dieses ständig besetzt und ein kurz bevorstehender Abfahrtszeitpunkt meines Zuges haben mich schliesslich um eine rasche Entscheidung gedrängt.

Den Rest des Tages wurden alle zwei Stunden mit Tobradex- und 2 mal noch Nevamac getröpfelt. Um den Augendruck zu senken wurden mir noch 2 Pillen Glaupax a 250 mg mitgegeben welche ich um 13 bzw. 1900 Uhr einnehmen soll. Bei allfälligen Schmerzen soll ich diese mit Dafalgan bekämpfen. Ein erneuter Arztbesuch wurde auf den nächsten Morgen vereinbart und erbrachten bereits eine Sehfähigkeit von 70%. Die nächsten 7 Nächte verbrachte ich mit einem Augenkörbli um das fragliche Auge vor ungewollten Kratzversuchen zu schützen. Vorgängig pflegten wir es immer mit einem dünnen Streifen Tobradec-Augensalbe.

Für die nächsten vier Wochen sind nun täglich 4 mal Tropfen von Tobradex und 2 x täglich Nevamac angesagt. Dann soll wieder alles fast wie früher sein. Bereits am zweiten Tag sehe ich die Küche wieder weiss; Nur Persil wäscht noch etwas weisser. Eine Investition in einen Malermeister erübrigt sich somit also definitiv.

Erlaubt sind aber weiterhin das Waschen des Gesichtes mit geschlossenen Augen, das Lesen oder Fernsehen sowie die Arbeiten im Hauhalt. Strengsten verboten sind für zwei Wochen das Tragen von schweren Lasten über 40 kg, Kraftsport aller Arten, das Reiben in dem operierten Auge oder Arbeiten in staubiger Umgebung. Autofahren ist erst wieder erlaubt wenn der Arzt dies bejaht.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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