Aus dem Tagebuch von 1979: Kamel- und andere Märkte

Samstag, 9. Juni 1979; Um 0450 Uhr klopft der Wächter an unsere Türen. Wir müssen aus dem Gemüsemarkt raus. Ausserhalb werden wir sofort von Einheimischen mit Eselskarren, Velos und Schubkarren umringt, die einerseits auf das Oeffnen des Gemüsemarktes und andererseits zum Kamelmarkt strömen.

MA-KarteMarokkoAuch wir sind bereits um 0630 im Kamelmarkt und schauen dem Treiben zu. Bei den Kamelen ist allerdings nicht sehr viel los. Die Pferde machen eindeutig das Rennen. Aber auch die unter Zelten agierenden Coiffeur haben regen Zuspruch. Mit viel Tam-Tam wechselte ein Esel seinen Besitzer. Man setzt sich nieder und ca. DH 70.- werden übergeben.

Um ca. 0800 Uhr brechen wir auf. Erika und Franz wollen heute noch bis ans Mittelmeer fahren. Wir kaufen noch etwas Gemüse ein und fahren dann zum Flughafen von Casablanca wo wir noch Geld wechseln.

Casablanca hat nebst den vielen Swimmingpools am Strand nicht allzu viel zu bieten. Auch der Verkehr ist uns viel zu hektisch, sodass wir nach Hajra-Kahla auf den Campingplatz fahren. Leider sagt uns die Atmosphäre dieses Platzes nicht zu sodass wir uns entschliessen weiter nordwärts zu fahren. Kurz vor Rabat in Temare-Plage lassen wir uns nieder und verbringen dort eine ruhige Nacht.

Sonntag, 10..Juni 1979; Nach einem kurzen Morgenessen fahren wir frühzeitig in die nagegelegene Stadt Rabat. Am Hassan-Turm und beim Mausoleum König Mohammeds V halten wir das erste Mal. Das Mausoleum wird durch Reiter und viele Soldaten in schmucken Uniformen bewacht. Der prunkvolle Bau steht im krassen Gegensatz zu den Slums am Rande der Stadt. Rabat hinterlässt bei uns einen sehr sauberen Eindruck, wenn man kurz vorher Casablance besucht hat das wesentlich weniger vornehme Viertel hat und zudem grösser Slums aufweist..

Wir besuchen anschliessend noch den königlichen Palast bevor wir zur Chellah fahren. Die römische Sala Colonia, von der praktisch nur die Stadtmauer und eine Moschee erhalten blieb, besuchen wir ebenfalls noch. Anschliessend fahren wir wieder weiter Richtung Norden. Unterwegs treffen wir auf hunderte von Jungstörchen, die in einem riesigen Sumpfgebiet Nahrung suchen. In Khedadra passieren wir auch noch ein verlassenes Zollgebäude. Die Grenze zwischen spanisch und französisch Marokko wurde hier erst 1956 aufgehoben.

Gegen Abend erreichen wir Tanger und fahren sogleich zum Hafen. Für DH 292.- (Auto 140, – + 70.- P 41.-) buchen wir die Morgen um 0800 Uhr auslaufende Fähre nach Algeciras. Auf dem sehr guten, nördlich der Stadt gelegenen Campinplatz „Tingis“ lassen wir uns für eine Nacht nieder.

Montag, 11. Juni 1979; Bereits um 0700 Uhr sind wir als Erste am Hafen. Die Abfertigung erledigt für uns ein Schlepper dem wir am Schluss noch ein bisschen Münz überlassen. Erst um 0830 Uhr mit praktisch leerem Schiff verlassen wir den Hafen von Tanger. Wir waren insgesamt 19 Tage in Marokko und doch blieb es uns bis zum Schluss fremdartig. Es schien uns, als würde die Strasse von Gibraltar zwei Walten trennen.

Ana arabi

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