Panne in der Schlucht – Motor aus?

Mittwoch, 30. Mai 1979: Erneut fahren wir Richtung Süden weiter. Eine Oase wechselt die andere ab. Anfänglich liegen sie noch in einem vom Fluss gegrabenen Tal bevor sie etwas öder werden und sich der Umgebung von der Wüste zur Oase nicht mehr so scharf abzeichnet. Immer mehr Windhosen kreuzen unseren Weg. Auch kleine Sandstürme preschen gegen unser Fahrzeug.

In Erfoud fahren wir hinauf auf das Bordj Est, wo wir eine herrliche Aussicht auf das Dorf und die folgende Wüste geniessen. In der Ferne erblicken wir eine weitere Oase. Es könnte Rissani sein. Nachdem wir noch einen Soldaten zum Einkaufen ins Dorf geführt haben passieren wir kurz darauf hinter Erfoud die ersten Sandpassagen. Unser Fahrzeug schafft sie jedoch alle spielend.

In Rissani hat man das Gefühl am Rande der Welt zu sein. Alles ist sehr arm. Lediglich das Grabmahl des Scharifs Moulay Ali macht einen ordentlichen Eindruck. Auch die Leute hier sind nicht aufdringlich. Ein Berber – mit dem sich Heidy lange unterhält währendem ich ruhig filmen kann – möchte mit uns in die Schweiz zurück kehren zur Brautschau, da sie bei uns zu Hause gratis sei. Hier müsste er jedoch 25 Kamele bezahlen.

Unmittelbar vor Erfoud – auf der Rückkehr dorthin – biegen wir nach links ab. Wiederum begleiten uns Sandfurten auf dem Weg gegen Nordwesten. Kurz nach Jorf – wo Marktag ist – steckt ein doppelspänniger Eselskarren im Sand. Nur nach geraumer Zeit und mit meiner Hilfe kommt er wieder frei.

Diese Strecke zwischen Erfoud und Tineydad ist besonders reizvoll. Es scheint, als wäre hier die Wüste am nächsten. Die vielen Windhosen die uns begleiten verstärken noch diesen Eindruck. Im sehenswerten Tinerhir unmittelbar nach dem Flussübergang biegen wir nach rechts ab und erreichen von zwei unausgebauten Furten die Gorges du Todra. Eingangs Schlucht kamen uns die beiden Winterthurer entgegen, die wir bereits in Meknes und Meski gesehen haben.

Donnerstag, 31. Mai 1979: Wir sind bereit zur Abfahrt. Heidy ist bereit zum Filmen. Nachdem der Motor kurz angesprungen ist, macht er anschliessend keinen Wank. Nicht einmal der Anlasser dreht mehr. Die Kerzen sind nass. Durch den Vergaser rinnt ein Bach von Benzin. Ich wechsle die Kerzen und die Batterie, nehme den Vergaser auseinander und bin fast am Ende meines Latains als er schliesslich nach vier Stunden Arbeit endlich wieder läuft. Die Ursache dürfte mein fehlerhafter Anlassvorgang auf 1400 müM bei sehr hohen Temperaturen gewesen sein.

Gegen 1300 Uhr verlassen wir die Schlucht und passieren Richtung Quarzazate fahrend eine schöne Kasbah nach der anderen. Die Häufigkeit steigert sich noch bis Quarzazate. Kurz vor dem Ort geraten wir noch in einen Sandsturm. Auch grosse Windhosen fegen über das Dorf hinweg. Nachdem dem Einkaufen fahren wir auf den dortigen Campingplatz und fallen todmüde ins Bett.

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Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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