Aoufous CP „Tissert“ nach Ziz-Schlucht – Legionärs-Tunnel und Midelt

Steil fahren wir vom CP „Tissert“ auf die Hochebene nach Erachidia, bzw. Ksar e Suk wie die Stadt vor 35 Jahren noch hiess. Ich vermag mich ziemlich genau daran zu erinnern, dass damals eine einzige Tankstelle für den Durst unseres Benzin-Buses eine volle Stunde brauchte um den Tank wieder zu füllen. Die lotternde Benzinpumpe schöpfte gerade mal Deziliter um Deziliter und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit um den 130 Liter fassende Tank zu füllen. Nach etwa 100 Litern schaute der Tankwart unter unseren Bus um zu schauen, wo denn das Benzin etwa entweichen würde. Er fand aber nichts.

Nach 35 Jahren besuchten wir natürlich auch die etwas südlich gelegene Oase „Source Bleue de Meski“ wo heute entlang des Schwimmbades zahlreiche Boutiken aufgereiht sind deren Inhaber die Ankommenden sofort ansprechen und zum Tee einladen. Auch Schlepper für andere Dienstleistungen sind zahlreiche vorhanden. Wir verlassen den heute kommerziell genutzten Ort nicht, bevor wir für den Eintritt noch Dirham 5 pro Person bezahlt haben. Wie friedlich war es doch früher als keine Schlepper die Urlaubslaune vergällten.

Heute hat die wenige km nördlich gelegene Universitäts-Stadt Erachidia etwa 100‘000 Einwohner, besitzt einen eigenen Flugplatz für innermarokkanische Flüge und selbst an der Ausfallstrasse Richtung Midelt ein modernes Einkaufscenter mit Namen „Acima“. Bei Salam Gas am gleichen Ort ist man auf durchreisende Wohnmobile eingestellt welche hier Butan-Gas 11 Kg Flasche für 40 DH auffüllen lassen können.

Hier zweigt auch die Strasse der Kasbash Richtung Ouarzazate ab; wir aber wollen heute nordwärts dem Qued Ziz entlang welcher in Millionen von Jahren einen tiefen Graben in das lockere Gestein gefräst hat. Hier übernachten wir beim Kasbah Hotel „Jurassique“ wo ein ehemaliger Gymnasial-Lehrer ein gepflegtes Gasthaus betreibt. Auch hat er den Womo-Boom nicht verpennt und inmitten der Schlucht einen sauberen Campingplatz eingerichtet.

Da lernen wir auch Brigitte und Heinz aus dem Weinland kennen mit welchen wir gemütlich im Restaurant zu Nacht essen. Zaid soll auch Esel- und Maultiertouren in die herrliche Bergwelt organisieren allerdings kann er sie wegen aufkommender Arthrose selbst nicht mehr ausführen. Der aufregende Abend und die von uns unbemerkte Umstellung der marokkanischen Zeit um minus eine Stunde hat uns etwas Schlaf gekostet.

Gestern Donnerstag nahmen wir die Strecke Ziz-Schlucht nach Midelt unter die Füsse, bzw. Räder. Schon die ersten Kilometer führten uns durch den Legionärstunnel welcher immer noch auf der Südseite von Soldaten bewacht wird. Hier in dieser Gegend wurden wir damals von einem Erdrutsch gestoppt weil gerade Baumaschinen die vielen Felsblöcke wegräumten. Die tiefe, wilde Schlucht ist mir noch in bester Erinnerung doch der Strassenbelag ist mit heute nicht mehr zu vergleichen. Die gute, geteerte Strasse führte uns über Hochebenen (1300 müM) vorbei über Rich bis auf Höhen von über 1900 müM. Vom Pass Tizi-n-Tairheimt geht es danach in engen und steilen Kurven herunter auf die Ebene von Midelt auf etwa 1400 müM.

Etwas südlich der Stadt haben wir uns auf dem Camping Municipal niedergelassen wo wir in erster Linie unsere Blog-Schulden aufarbeiten. Leider ebenfalls ohne WiFi aber wir haben ja seit „Source Bleue de Meski“ einen Surf-Stick der „Maroc Telecom“ welchen wir zum Laufen bringen möchten.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
Dieser Beitrag wurde unter Marokko, Marokko Reiseberichte, Reisen abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.