Camping Tissert nördlich von Aoufous

Sehr friedlich und hübsch in einem Palmenhain gelegen liegt am Ende des Ziz-Tales auf knapp 1000 müM der Camping Tissert. Ein kleiner Bach durchfliesst das Gelände und plätschert fröhlich dahin. Das Wasser wird in einer Quelle etwa 7 km oberhalb und am Beginn des Tales Richtung Rissani gefasst, vermag aber den Fluss Ziz lediglich ein paar Kilometer mit Wasser zu versorgen.

Etwa 10 Kilometer unterhalb versuchte Marokka einst nach Oel zu bohren, doch nicht Oel schoss aus dem Boden sondern eine Wasserfontäne von etwa 10 Metern Höhe ziert derzeit die Gegend. Allerdings stinkt das Wasser derart, dass es für den menschlichen Gebrauch unbrauchbar gilt.

Heute Dienstag sind wir das Ziztal aufwärts gewandert und dabei an einer Schule und einem kleinen Dorf vorbei gekommen. Dabei mussten wir auch den Fluss Ziz in einer Furt überqueren und da sahen wir, dass mit dem wenigen Wasser welches hier talwärts fliesst kein einziger Quadratkilometer Boden bewässert werden kann. Die kleinen Aecker die noch immer mühsam bewirtschaftet werden müssen derweil die stocktrockenen einzelnen Schollen mit der Hacke zerkleinert werden. Eine mühsame Angelegeheit bei immerhin 1000 Höhenmetern und 30 Grad am Schatten, bzw. 40 Grad an der Sonne.

Trotzdem grüssten fast ausnahmlos alle Einheimischen uns mit einem freundlichen „Bonjour“ oder einem „Ca va“. Viele tolle Sujets wären gerne von uns fotografiert worden, doch der Anstand von uns Fremden verbat es uns. So kam ein einzelner Esel oder ein Bauer von hinten zu fotografischen Ehren doch weiter reichte unsere Frechheit nicht. Wir hätten auch gerne die malerische Frau mit ihrem Kleinkind auf dem Tee-Esel abgelichtet und der Nachwelt erhalten, doch auch Erinnerungen bleiben uns wenigstens immer gegenwärtig.

So werden uns die fröhlichen und summenden Frauen in der Küche des Hotels immer gegenwärtig bleiben, welche uns zwar kein Cola oder anderes Süssgetränk anbieten konnten – weil nicht zuständig – aber freundlich einen Tee in der Lobby anboten für den sie eigentlich nichts verlangen durften. Preis „comme si veux“ bedeutete für uns fünf Dirham für die sie uns noch freundlicher verabschiedeten als begrüssten.

Zurück am Camping brachte uns der Wart das bestellt „Kalia mit Poulet“ direkt an den Campingtisch ran. Mit Dessert bestehend aus Aepfeln, Orangen und frisch gebackenem Brot kostete dieses Zweigangmenue überbacken mit frischen Eiern im Topf gerade mal Mad 140.- (2 Personen). Ein mitgebrachtes Heineken-Bier rundete diesen Faulenzertag ab. Ob noch ein Weiteres dranglauben muss bleibt derzeit offen!

Soeben beobachtete Heidy wie ein störischer Esel seinen Reiter abwarf und in einem „garacho“ am Campingplatz vorbei davon „täppelte. Fluchend und gestikulierend rannte der stolze Reiter dem Tier hinten nach doch dann verschwanden beide aus unserem Blickfeld.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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