Schweizer zieht es nach Marokko statt nach Ägypten

In Marokko wird investiert und gebaut, was das Zeug hält. Während Ägypten Touristen verliert, verbringen immer mehr Reisende Zeit in Marrakesch, Casablanca oder Agadir.

„Seit sechs Monaten stellen wir fest, dass immer mehr Schweizer Touristen hierherkommen», sagt Gabriel Lousada. Er muss es wissen, seit nunmehr fünf Jahren arbeitet der Hotelmanager in Marokko und seit 14 Monaten ist er General Manager des Luxusresorts Amanjena in Marrakesch. Es ist nicht nur die Einschätzung des Hotelmanagers, dass Marokko boomt. Auch das Branchenmagazin «Travel Inside» hat das Königreich kürzlich zu den Top-Winterzielen gezählt.

Dabei hat Marokko schwierige Jahre hinter sich. Der arabische Frühling und auch der Bombenanschlag 2011 auf dem Djemaa el Fna, dem zentralen Marktplatz von Marrakesch, haben die Touristenströme versiegen lassen. «2011 und 2012 waren schlimme Jahre, doch nun geht es wieder aufwärts», sagt Lousada.

Bilder aus Marokko von 1979

Aufwärts ging es in Marokko schon einmal. Seit 2001 galt die «Vision 2010»: Der Tourismussektor wurde stark ausgebaut. Bis 2010 sollte die Zahl von zehn Millionen Touristenankünfte erreicht werden – was nur knapp nicht verpasst wurde. Darauf folgt nun die «Vision 2020». Ziel ist es, aus dem Fremdenverkehr einen der Motoren der ökonomischen Entwicklung zu machen.

Überwintern in Marokko ist „in“: In den Wintermonaten sieht man in der milden Bucht von Agadir tausende von Rentnerpaaren mit Wohnmobil, die dem kalten Winter in Europa entfliehen und von den günstigen Preisen in Marokko profitieren wollen. Hauptsächlich Franzosen, aber es kommen auch immer mehr Deutsche und auch Schweizer .

Während diese WoMos sich früher fast nur in der klimatisch angenehmen Bucht von Agadir konzentrierten, wagen sie sich heute auch immer mehr ins Landesinnere vor. Begünstigt wird dieser Trend vor allem durch den zunehmenden Ausbau ländlicher Straßen, die es auch WoMos erlauben, auf guten Asphaltstraßen bis an den Rand der Wüste oder in die Dörfer des Hohen Atlas vorzudringen.

Freies Campen ist in Marokko erlaubt, nur wenn es sich offensichtlich um ein Privatgrundstück handelt sollte man zuvor mit dem Besitzer verhandeln. Wenn Sie bereits am Nachmittag einen Übernachtungsplatz suchen kann es sein, dass selbst in den einsamsten Gegenden plötzlich Bewohner auftauchen und voller Neugier vor Zelt oder Wohnmobil stehen. Solche Besuche können leicht lästig werden. Daher am besten erst in der Dämmerung einen geeigneten Standplatz suchen, wenn die meisten Leute bereits zu Hause sind. Wildes Campen ist im Landesinnern völlig ungefährlich, die Leute schauen nur neugierig.


Marokko-Camping auf einer größeren Karte anzeigen

Tip’s: Als Land-Karten eignet sich die Marco-Polo Karte Marokko im Massstab 1 : 800’000. Preis Euro 9.99 bei ADAC. Hier ist auch der kleine ADAC Reiseführer Plus für Marokko für Euro 9.95 erhältlich. Als Smartphone Navigationskarten habe ich mit den offline Karten nach dem OSM-Standard unter der App MapFactor: GPS Navigation gute Erfahrungen gesammelt (Android und IOS). Die Karten können auf die SD-Karte im Handy gespeichert werden und verbrauchen damit keinen Flash Speicher. Karten aus der ganzen Welt stehen gratis zur Verfügung. Innerhalb der App kann sogar ein Fahrzeug-Profil gespeichert und verwaltet werden.

Edith Kohlbach, eine passionierte Marokko-Kennerin bietet in ihrem eigenen Verlag diverse Reisebücher über Marokko an. Deneben hat sie eine Gratis-App für Android und IOS Kunden „GuideWriters“ auf die Beine gestellt, wo man auch ihren „Campingführer für Marokko“ herunter laden kann. Dieser kostenpflichtige Guide (Fr. 10.-) listet etwa 250 Campingplätze, 170 Stellplätze, Strände, Einkaufszentren, Gasstationen und Werkstätten und dergleichen auf und bildet damit quasi ein Standard-Werk für Reisende mit dem Camper in Marokko an.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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