Hat es wirklich zu viele Hirsche im Nationalpark?

Die Hirschbestände im Kanton Graubünden sind in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, teilte die Regierung mit. Sie hätten im Frühjahr 2013 die Grenze von 15’000 Tieren erreicht. «Wir sind am Limit», erklärte Jagdinspektor Georg Brosi.

Nicht nur die Anzahl der Hirsche sind gewachsen, sondern auch die Anzahl Touristen welche heute Sonntag, 22. September das Val Trupchun heimsuchen sind Mehr geworden. Das sieht man alleine schon an den beinahe vollen Parkplätzen vor dem Eingang ins Tal obwohl die Parkgebühr der Gemeinde S-chanf inzwischen für einen Besichigungstag stolze Fr 5.- beträgt.

HirscheAuto’s und Touristen kann man aber nicht einfach so reduzieren, indem man sie abschiesst. Und schon gar nicht mit einer extra einberufenen „Sonderjagd“ wird man die Autos reduzieren können. Trotzdem geniessen auch wir den Wandertag trotz leicht bedeckten Himmel und freuen uns schon anfangs des Tals auf die vielen Hirsche welche wir im Laufe des Tages noch zu Gesicht bekommen werden.

Parkhütte Varusch

Parkhütte Varusch

An der Parkhütte Varusch vorbei Richtung Alp Purcher auf (1658 müM) überholt uns eine junges Paar welches kaum erwarten kann, das Werben der Hirsche um ihr Hareem in freier Wildbahn miterleben zu können. Auch sie sind mit einem grossen „Rohr“ unterwegs um die Szenen hautnah fotografieren zu können.

Auf der Alp Trupchun (2040 müM) und etwa 2 ½ Stunden später sind wir nicht mehr alleine. Der Rastplatz gleicht einem Chaos voll von Touristen, viele mit einem Fernrohr bewaffnet welche hier den „Goldenen Schuss“ erwarten.

Wo sollen wir uns nur hinsetzen? Da haben doch die hohen Tiere visa a vis mehr Platz! Ab und zu hört man ihr Röhren, sieht aber meistens nicht woher das langgezogene „Roooowww ..“ herkommt. Doch da plötzlich: Ein etwa doppelt so hoher Baum neigt sich rytmisch nach dem Takt eines kapitalen Hirsches hin und her. Er reibt sein Geweih an einer noch jungen Lärche währendem sein Hareem locker um ihn herum im Schatten döst. Dies scheint auch für das TV-Team mit ihren jungen Kamerafrauen der Moment zu sein, um etwas „Action“ in ihre Kamera zu bekommen.

Am oberen Rand des Rastplatzes erblicken wir nun eine Lücke wo wir uns hinsetzen könnten. Als wir näher treten, sehen wir auch warum? Dutzende von etwa 2 cm grossen Kotbällchen halten den Platz für uns frei. Mit unseren Schuhen können wir den trockenen Hirsch-Kot bei Seite schieben und haben so unseren „Liegeplatz“ endlich gefunden. Eine noch junge Frau entblösst ihren Oberkörper bis auf den Büha. Sie ist offenbar müde geworden und will jetzt inmitten der vielen Zuschauer einfach nur dösen. Die Hirschkühe haben sie dazu wahrscheinlich animiert. Aber diese sind ja bereits ausgezogen und ihr männlicher Gebieter an der Lärche muss sich sputen sonst ist sein Hareem weg.

Gegen halb Drei Uhr verlassen wir den Rastplatz und treten den Rückweg an. Immer wieder kommen uns neue Touristen entgegen welche offenbar das Schauspiel auch noch sehen möchten. Wahrscheinlich wissen sie, dass Hirsche gegen Tagesende am aktivsten sind und noch heute das eine oder andere Kalb gezeugt wird.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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