Heimfahrt mit Fähre, Zug und Autobahn!

Am Montag 1. Juli 2013 traten wir um 0700 Uhr unsere Heimreise von Irland durch sechs Länder, vier Uebernachtungen drei unterschiedlichen Verkehrsmitteln und zwei Zeitzonen an. Die Strecke von über 2‘000 km bzw. von etwa 1‘200 See- bzw.- Landmeilen beginnt aus einer Ueberfahrt von 3 ½ Stunden mit Stena-Line (Euro 247.-) durch den St. Georg-Kanal nach Fishguard.

Dann folgt eine Ueberlandfahrt in Wales bis Swansea und anschliessend etwa 100 Meilen Autobahnfahrt bis Cardiff. Das erste Mal übernachteten wir auf einem ruhigen Campingplatz bei Llandwitt-Major.

Armin-Am nächsten Morgen fahren wir noch immer im Linksverkehr über Barry – Newport – Bristol – Swindon – Reading – London – Maidstone – Ashford nach Folkstone. Die ausschliesslich auf Autobahnen geführte Fahrt führte uns durch manche Baustellen – vor allem in der Umfahrung von London – in 7 Stunden an die Zahlstelle des Channel, dem Eurotunnel nach Frankreich.

Für unseren Camper von 6.61 Metern Länge bezahlten wir für die halbstündige Unterquerung des Aermelkanals BPB 183.- inkl. Passagiere. Die Sicherheit im Bahntunnel bzw. im geschlossenen Bahnwagen erfordert die persönliche Kontrolle der geschlossenen Gasbehälter durch die Bahnbetreiber. Es verkehren stündlich bis zu vier unterschiedliche Zugskompositionen.

Unser Zug spedierte ausschliesslich Busse. Ob dies nun Gesellschaftswagen, Campingbusse oder Lieferwagen waren spielt keine Rolle. Alles was grösser ist als 1.8 Meter Höhe wird nicht in Doppelstockwagen sondern im bis zu 4.2 Meter hohen Spezialzug transportiert.

Wir benutzten die Gelegenheit im Camper ein Vesper-Menu (Melone mit Schinken) zu uns zu nehmen. Das Verlassen während der Fahrt ist erlaubt, doch das zwischen den Fahrzeugen stehen nicht. Weiter solle man die Autofenster ein Stück weit offen lassen um jederzeit den Druckausgleich zu gewährleisten. Der Gegenzug erfolgt zwar in einer separaten Röhre der zudem noch durch einen Sicherheitsstollen getrennt ist. Alle Züge in unserer Röhre verkehren also in gleicher Richtung aber trotzdem spürt man die anderen drei Züge welche am Druckaufbau im gleichen Tunnel beteiligt sind.

Nach etwa ½ Stunde sanftem rütteln haben wir die etwa 30 km unter dem Aermelkanal hinter uns gebracht und erblicken wieder die Tageshelle von Frankreich. Hier stellen wir die Uhren um eine Stunde vor und hier gilt nach 6 Wochen Abstinenz wieder der Rechtsverkehr.

Etwa ½ Stunden später haben wir dank unserer Navigation bereits den nächsten Campingplatz in der Umgebung von Calais erreicht. Es ist zwar der schlechteste Platz den wir diesmal auswählten, aber nach 3 Ländern, zwei Zeitzonen und nach unzähligen Autobahnkilometern um London herum sind wir einfach nur froh eine Bleibe gefunden zu haben. Kommt noch hinzu, dass ein deutscher Caravanfahrer um etwa 0330 Uhr in der Früh uns mit seinem Erscheinen aus dem Schlaf reisst. Zudem regnet es die ganze Nacht in strömen.

Im Morgenverkehr des Mittwochs fahren wir mit unserem Navi durch unbekannte Dörfer Richtung Autobahn E15 Calais – Paris. Mit einer Geschwindigkeit von gemütlichen 100 km/h fahren wir bei immer noch leichtem Regen Richtung Süden. Später wechseln wir dann auf die E17 und von nun an geht’s in südöstlicher Richtung über Reims – Metz Saarbrücken/Deutschland zu.

Die französischen Autobahnen sind zwar nur mit wenig Verkehr belegt, dafür aber teuer. Oder sollte man vielleicht sagen sie sind teuer und damit nicht attraktiv. Mit Euro 69.- Gebühren für die paar hundert Kilometer Autobahnen belastet sie das Ferienbudget jeden Autofahrers erheblich.

Ueber den „Hintereingang“ das Campingclubs Saarbrücken erreichen wir die nächste Bleibe für die folgende Nacht. Hier soll es den ganzen Tag erheblich geregnet haben und der Boden ist entsprechend durchweicht. Ein Traktor steht zwar bereit um einen gestrandeten Camper aus dem Dreck zu ziehen doch meistens geht ein solches Manöver nicht ohne Schaden für den Camper aus. Entsprechende Spuren in der Wiese sind vorhanden. So werden verschieden Möglichkeiten für den folgenden Morgen „ausbaldovert“. Eine heisse Dusche mit erstmals wieder viel Wasser verdrängt die morgen vorhersehbaren Schwierigkeiten. Wir spüren erstmals wieder, dass wir wieder ein Stück näher an unserer Heimat sind.

Der Regen in der vergangenen Nacht hat sich noch in Grenzen gehalten. So wird zuerst einmal versucht, rückwärts die aufgeweichte Wiese mit dem Camper zu verlassen was glücklicherweise ohne Schwierigkeiten gelingt. Es wäre doch nach über 5‘000 Kilometern schadenfreiem Reisen nicht angebracht gewesen am letzten Tag das nachzuholen was keiner sich wünscht.

Ueber Kaiserslautern erreichen wir noch am Morgen Ludwigshafen und haben damit unsere Irland-Rundtour faktisch abgeschlossen. Ueber Heilbronn und Stuttgart geht es über Autobahnen die wir bereits kennen, heimzu. Auch die regennassen Bahnen kommen uns bekannt vor, hat es doch vor sechs Wochen an gleicher Stelle noch viel stärker geregnet als heute. Gibt es tatsächlich ein Jahr ohne Sommer? 2013 ist ganz offensichtlich kein „SCHOENES JAHR“!

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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