Die Irische Mentalität und deren Infrastruktur

Bleibt man etwas länger im Land fallen einem erfahrenen Erdenbürger sofort folgende Verhaltensweisen von Einheimischen auf.

Die Iren sind gegenüber Ausländern ausnahmslos freundlich. Auf der Strasse und selbst in der Stadt grüssen sie Jeden und sind – sofern man die „seltsame irische Sprache“ bzw. dessen sprachliche Betonung versteht – hilfsbereit.

Aus Gesprächen weiss man aber, dass die Iren nicht gerade von Gesundheit strotzen. Vielleicht tragen sie teilweise selbst bei, dass es so ist wie jener unbekannte, ca. 25. Jahre alter Mann in Cork welcher von seiner begleitenden Mutter zum Mittagsessen eingeladen wird. Das gemeinsame Mittagsessen bestand darin, dass die Mutter nebenbei bzw. zur Hauptsache Zeitung las währendem der tätowierte junge Mann vis à vis äusserst nervös auf seinem Händy spielte. Zeitlebens hat wahrscheinlich noch nie ein vernünftiges Gespräch zwischen diesen Beiden stattgefunden. Auch von einer echten Beziehung zwischen Mutter und Sohn kann man nicht sprechen. Die Eltern kümmern sich von klein auf nicht um ihre zahlreichen Kinder und setzen diesen keinerlei Leitplanken. Die flegelhaften, frechen Kinder übernehmen bereits in jungen Jahren ihr Leben und triften schliesslich ab. Vor allem in Subkulturen finden sie gleichgesinnte, werden drogenabhängig oder leiden unter einem Alkohol- Exzess und landen schliesslich auf der Strasse.

Genauso wie in der Kleinstadt Cork wo man an jeder Ecke junge Menschen bettelnd und bereits als Invalide vorfindet. Noch nie habe ich so viele Invalide angetroffen wie hier. Daneben wimmelt es natürlich von Gardisten bzw. von Ordnungskräften der Garda welche für Ordnung sorgen sollten.

Eine schlanke Engländerin im besten Alter ärgert sich genauso über die schlaksige Betonung im Englischen wie wir. Und selbst die deutsche Bundeskanzlerin hat mit Entrüstung auf die Äusserungen von Bankern der Anglo Irish Bank reagiert, welche für die Rettung ihrer Pleitebank nur Hohn und Spott übrig hatten. Merkel nannte die Vorgänge in Irland gar eine „Schädigung der Demokratie.“

Gebeutelt vom kalten und garstigen Wetter, einer andauernden Wirtschaftkrise ausgesetzt finden wir einerseits Iren welche verbittert sind und in ihrer Familie nur noch über Krankheiten sprechen und andererseits Iren im besten Alter und aus lauter Erfolglosigkeit gegen alles und jeden nur noch unpassenden und abstossenden Humor entwickeln.

Es mag sein, dass mit der Zeit auch bei mir das Wetter Spuren hinterlassen hat, doch darf man die persönliche Meinung nicht immer nur unterdrücken sondern muss sie anderen auch kundtun.

Bahnhof von Blarney geschlossen

Bahnhof von Blarney geschlossen

In Irland ist die Mehrheit der Bevölkerung auf ein Auto dringend angewiesen. Stündige Märsche auf schmalen Strassen ohne irgendwelchen Fussgängerschutz sind die Regel, möchte man doch ausnahmweise nicht mit dem eigenen Auto in die Stadt fahren. Ein rudimentäres Eisenbahnnetz existiert zwar, doch selbst existierende Bahnhöfe wie in Blarney wurden aufgehoben.

Blarney ist diesbezüglich eine klassische Fehlplanung der Eisenbahn. Zwischen Campingplatz an der Peripherie und dem Dorf bzw. der Busstation liegen etwa 3 km. Die doppelspurige Eisenbahn Dublin – Cork verläuft auf halber Hanghöhe und dieser südlich gerichtete Hang ist in neuerer Zeit mit Häusern überbaut worden. Der noch bestehende, ehemalige Bahnhof liegt inmitten dieser Siedlung heute stillgelegt da. Alleine hier hätten über 1000 erwerbstägige Einwohner mit der mit Diesel betriebenen Eisenbahn eine ideale Transportmöglichkeit in die Stadt Cork.
Irland hat einen mehrfach abgestuften Mehrwertsteuersatz bis zu 24 %. Alle Campingplatzbetreiber verzichten auf die Ausstellung einer Quittung. Nach dem Einschreiben in ein Buch mit Name und Adresse kritzeln die Betreiber Datum und Betrag auf ein Stück Papier und händigen dieses dem Kunden aus. Einkäufe von Diesel, Lebensmitteln oder sonstigen Güter des Alltags in den meisten Geschäften werden jedoch korrekt abgerechnet. Die Schattenwirtschaft in Irland ist also Teil des Alltags geworden.

Es scheint, dass Irländer viele Poststellen betreiben. Die kleinen und alten Gebäude sind aber mit Sicherheit nicht Zentrum des irländischen Zahlungsverkehrs. Dafür hat es auch in kleineren Orten oftmals Banken welche den dieses Geschäft übernehmen. Deren Infrastruktur ist aber vielfach nicht auf dem neuesten europäischen Stand. Also kein Bargeldbezug vom eigenen Schweizer Konto möglich.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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