Das Wetter in Irland – vor und nach dem Ring?

Alle Irländer reden vom Wetter – und doch keiner weiss was er damit meint!

Als wir am letzten Mittwoch bei schönstem Wetter zur Mittagszeit auf dem Campingplatz von Glennross eintrafen, begrüsste uns die Platzwartin mit der Aussicht auf schönes Wetter. Allerdings mit der Einschränkung, dass Freitag bis Sonntag Regen angesagt sei.

Heidy als Wetterfee hatte jedoch ihre Bedenken. Alles nur reines irisches Geschwätz – „it’s a lovely day!“ tönt es auch dann vom Gegenüber wenn es gerade vor fünf Minuten geregnet hat und jetzt per Zufall die Sonne scheint. Und dies kommt am Tag mehrmals vor.

Heidy machte sich also noch am gleichen Mittwochnachmittag und bei immer noch schönem Wetter auf den Weg die nähere Umgebung abzulichten. Wie immer hatte sie damit Erfolg. Am nächsten Tag um die gleiche Zeit streifte sie wiederum umher. Auch bei schönem Wetter – doch ein Grossteil der dazwischenliegenden Periode – nämlich die Fahrt über den Ring of Kerry war förmlich ins Wasser gefallen. Der angekündigte Regen vom Freitag war also bereits am Donnerstag gefallen.

Gerade jetzt – Freitag Nachmittag – 1700 Uhr– regnet es bei nebligem Wetter ununterbrochen. Bei 13 Grad und 66 % Luftfeuchtigkeit ist es eher kühl für den längsten Tag des Jahres. Noch vor einer Stunde in der Kirche von Skibbereen – bei einer kirchlichen Trauung mussten sie die Türe weit offen lassen um den Hochzeitsgästen etwas Kühlung zu verschaffen. Die weissen Federn der Damenhüte blitzten fast so grossartig in der düsteren Kirche wie die Glatzen von meist älteren Herren auf den hintersten Bänken. Wir waren froh uns nicht auch noch unter die Hochzeitsgäste mischen zu müssen, denn erstens flossen bei uns die ersten Perlen schon vor der Kirche. Zudem hätte nur eine Glatze mehr die stickige Hitze des voll besetzten Kirchenschiffes ausgefüllt.

Dagegen leuchtete der weisse Rover vor der Kirche in der Mittagshitze stoisch auf die Rückkehr des Brautpaares. Die Blumen der Bekränzung an der alten Luxuskarosse lechzten bereits nach Wasser. Die klugen Rosen wissen, dass es bald zu regnen beginnt und lassen ihre Köpfe jetzt schön hängen .

Bald sitzen wir in der Methodisten-Kirche auf der Empore. Hell glänzen die wunderbar verzierten Fenster in der Mittagssonne. Die Holzdecke ist neu und die Ziegelsteinmauern unverputzt. Anstelle der Kanzel finden wir einen Zapfhahn. Drum herum sind Wein- und Schnapsflaschen aufgestellt. Viele “Kirchengänger“ sind gerade am Dessert. Das Mittagessen hat ihnen offensichtlich geschmeckt. Wir möchten einfach einen Kaffee trinken der uns für Euro 2.30 serviert wird. Das als Restaurant ausgebaute ehemalige Gotteshaus hat nun eine kommerzielle Aufgabe übernommen. Nach den Gästen zu beurteilen mit grossem Erfolg.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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