„Elefanten im All“ – Teil 2

Die umfangreiche, zum Teil heute noch andauernde Rekonstruktion des Mechanismus von Antikythera ergaben, dass er als Modell für die von der Erde aus beobachtbaren Bewegungen von Sonne und Mond mit Hilfe von Anzeigen auf runden Skalen diente. Die mehrheitlich als Kalender skalierten Anzeigen wurden mit einer Einstellhilfe synchron verändert.

Es gab drei grosse und drei kleine Anzeigen, von denen folgende vier die wichtigsten waren:

  • ein Sonnenkalender mit Tagesskala und Monatsskala , Babylonischen Tierkreiszeichen (der zusätzlich zum Sonnenzeiger wahrscheinliche Mondzeiger kann Indiz dafür sein, dass diese Anzeige ursprünglich noch fünf Planeten-Zeiger hatte und somit sowohl Kalender als auch Planetarium war),
  • ein gebundener Mondkalender mit Monatsskala
  • ein Finsterniskalender mit Monatsskala zur Anzeige von vergangenen und künftigen Sonnen- und Mondfinsternissen und
  • ein kleiner Olympiade-Kalender mit Jahresskala im Olympiade genannten vierjährigen Zeitraum (beschriftet mit den Orten der an ihnen periodisch stattfindenden Panhellenischen Spiele).

Auf zwei weiteren kleinen Skalen wurden grössere Zeitabschnitte im Mond- beziehungsweise im Finsterniskalender angezeigt.

Das römische Schiff – welches vor der Insel Antikythera knapp einhundert Jahre nachdem Griechenland dem Römischen Reich unterworfen war – unterging, zeigt in eindrücklicher Weise wie weit die Himmelsmechanik der alten Griechen bekannt war.

Dann folgte bis etwa 1600 n. Chr. eine lange geistige Finsternis die in gewissen Religionen bis heute andauert. So sind gerade heute die 115 Kardinäle in Rom dabei im katholischen Konklave ein neues Oberhaupt ihrer Kirche zu wählen. Dabei fällt der christlichen Gemeinde nicht einmal besonders auf, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder davon ausgeschlossen bleibt. Aehnlich wie im Islam sind Frauen auch im Christlichen Glauben keine vollwertigen Menschen in unserer Gesellschaft, obwohl das weibliche Wesen dem Manne in der Evolution weit überlegen war und ist. Was Christen mit der weitgehenden Zerstörung des altgriechischen Wissens – gelagert in der Bibiothek von Alexandria – im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. zerstörten machen Islamisten noch heute. Gleich wie Christen mit ihrem meist gelesen Buch der Bibel steht alles Wissenswerte im Koran und was nicht darin steht oder sogar diesem widerspricht ist sowieso falsch. Also werden alle Beweismittel zerstört. Damit lassen sich noch heute Gesellschaftsformen leichter Indoktrinieren und mit Erfolg steuern.

Noch während der Reformation (etwa 1515) veröffentlichte Nikolaus Kopernikus 1543 in seinem Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems, gemäss dem sich die Erde um die eigene Achse dreht und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt.

Galileo Galilei

Galileo Galilei

Doch etwa 100 Jahre später im Juli 1632 wies der katholische Inquisitor von Florenz Riccardi den Erfinder Galileo Galilei an, er solle die Verbreitung des „Dialogo“ verhindern. Im September bestellte der Papst Galilei nach Rom. Mit Bitte um Aufschub, ärztlichen Attesten, langwieriger Anreise und obendrein Quarantäne infolge der Pestepidemie verging jedoch der gesamte Winter.

In Rom wohnte der Erfinder Galilei schliesslich in der Residenz des toskanischen Botschafters. Anfang April 1633 wurde er offiziell vernommen und musste für 22 Tage eine Unterkunft der Inquisition beziehen. Am 30. April bekannte er in einer zweiten Anhörung, sich in seinem Buch geirrt zu haben und durfte wieder in die toskanische Botschaft zurückkehren.

Am 10. Mai reichte er seine schriftliche Verteidigung ein und eine Bitte um Gnade. Am 22. Juni 1633 fand der Prozess in der Basilika Santa Maria sopra Minerva statt. Zunächst leugnete Galilei, auf die Dialogform seines Werkes verweisend, das kopernikanische System gelehrt zu haben. Ihm wurde der Bellarminbrief vorgehalten und man beschuldigte ihn des Ungehorsams. Nachdem er seinen Fehlern abgeschworen, sie verflucht und verabscheut hatte, wurde er zu lebenslänglicher Kerkerhaft verurteilt und war somit der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen entkommen. Bis zu seinem Tode blieb Galilei der Aufsicht der Inquisition unterstellt. Der Vatikan rehabilitiert Galileo Galilei schliesslich erst im Jahre 1992 sodass seine Aussage auf dem Totenbett von 1642 „Und sie bewegt sich doch!“ doch noch die päpstliche Richtigkeit bekam.

Q als Muenzzeichen von Korinth um 146 v.Chr.

Q als Muenzzeichen von Korinth um 146 v.Chr.

Nachdem 146 v. Chr. der Achaiische Bund Sparta den Krieg erklärt hatte, kam es zu militärischen Zusammenstößen mit den römischen Armeen. Die siegreichen Römer unter dem Kommando des Feldherrn Lucius Mummius belagerten Korinth – das zum Zentrum des antirömischen Widerstandes geworden war – zerstörten es im gleichen Jahr und versklavten die überlebenden Einwohner. Fast einhundert Jahre später im Jahre 44 v. Chr. gründete Gaius Iulius Caesar die Stadt neu als römische Bürgerkolonie unter dem Namen Colonia Laus Iulia Corinthiensis.

Ueberhaupt waren die Römer in dieser Zeit dabei, alle ihre benachbarten Länder zu unterwerfen und einen Grossteil der damals bekannten Welt zu besetzen. Sie waren allerdings so klug, dass sie den eroberten Ländern ihre eigene Religion nicht aufzwangen. Stattdessen nutzten sie das Gros ihrer Resourcen um ihre Grenzen zu sichern und vernachlässigten dabei die hervorragende Wissenschaft der Griechen. Die Griechen lagerten viele Schriften in der berühmtesten Bibliothek der Antike nähmlich im ägyptischen Alexandria. Ob sie die Christianisierung des Römischen Reiches um 390 n.Chr. lange überstanden hat, ist fraglich. Manche Forscher meinen, erst im Zusammenhang mit der Einnahme Ägyptens durch Sassaniden (um 620) oder Araber sei sie untergegangen.

Gleichwohl machten die Römer beachtliche Fortschritte in Technik und Mechanisierung wobei sie die von den alten Griechen entwickelten Ideen erheblich übertrafen. Das Netz von Strassen und Wasserstrassen das sie bauten um ihre entlegenen Provincen zu versorgen förderte die Kommunikation und damit leider auch die Ausbreitung von Religionen.

Römisches Reich um

Römisches Reich um 395 n.Chr.

Bereits 476 n. Ch. brach das Weströmische Reich in sich zusammen als Flavius Odoaker als germanischer General in Italien den römischen Kaiser Augustulus absetzte. Auf den Niedergang des Römischen Reiches im Westen folgte eine lange Aera geistiger Finsternis. In dieser Zeit gab es kaum Fortschritte von wissenschaftlichen oder mathematischen Wert. Im Osten erlebten die Römer aber noch lange gute Zeiten bis allmählich auch hier der Niedergang einkehrte. In Konstantinopel starben täglich tausende von Menschen an Peulenpest und fast die Hälfte der Bevölkerung in den Mittelmeerländern wurde von Naturkatastrophen wie Ueberschwemmungen oder Erdbeben heimgesucht.

Die Kirche verbreitete danach die Botschaft, dass all dies Gottes Strafe sei was von den meisten Menschen akzeptiert wurde. Dadurch gewann sie erheblich an Macht und Reichtum und immer mehr Menschen glaubten dies und nahmen ihr Schicksal demütig hin. Diese Deutung entsprach auch noch im 14. Jahrhundert der Auffassung vieler Gläubiger als man den Schwarzen Tod ebenfalls dem Zorn Gottes zuschrieb. 1453 n. Chr. brach schliesslich nach dem Tod Konstatin XI auch das Oströmische, bzw. Byzantinische Reich in sich zusammen.

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1 Antwort zu „Elefanten im All“ – Teil 2

  1. Werni Meier sagt:

    Lieber Armin, es ist unglaublich was du so alles recherchierst und uns Laien zur Verfügung stellst.
    Mit grosser Hochachtung
    Werni

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