Atom- oder Kohle-Strom: Was setzt sich bis ins Jahr 2020 durch?

US-StaatsschuldenDie USA steuern immer weiter auf die sogenannte Fiskalklippe zu. Hauptstreitpunkt zwischen Republikanern und Demokraten ist, wie stark die Reichen künftig zur Kasse gebeten werden sollen.

Einigen sich Demokraten und Republikaner nicht bis Neujahr, steigt die Steuerbelastung automatisch um rund 536 Milliarden Dollar. Von diesen Erhöhungen sind fast alle US-Bürger betroffen. Zudem werden die staatlichen Ausgaben um rund 110 Milliarden Dollar gekürzt. Betroffen sind jeweils zur Hälfte die Streitkräfte und die meisten Bundesbehörden. Das Budget des Pentagons würde um neun Prozent zusammengestrichen, die übrigen Ministerien verlören etwa acht Prozent ihrer Mittel.

Diese Kombination aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen könnte die USA nach Einschätzung vieler Volkswirtschaftler in eine Rezession stürzen. Sie warnen vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und Verwerfungen an den Finanzmärkten.

Die US-Wirtschaft hat zudem noch ein weiteres Problem: Finanzminister Timothy Geithner warnte, die USA werde bereits zum Jahresende erneut ihr Schuldenlimit erreichen. Der derzeitige Rahmen von 16,4 Billionen Dollar sei am 31. Dezember ausgeschöpft. Daher müsse dringend eine Lösung im Haushaltsstreit gefunden werden. Durch Etat-Umschichtungen will er zeitlichen Spielraum gewinnen.

Senioren als Retter

Senioren als Retter

Die US-Regierung konnte in den vergangenen Tagen nochmals die Fiscal-Clippe umschiffen, doch in zwei Monaten steht sie wiederum vor dem gleichen Problem. Sie lebt ganz einfach über ihre Verhältnisse und irgendwann wird sie ihren „offenen Beinbruch“ nicht mehr mit ein paar „Pflästerli“ kurieren können.

Die steigenden Öl- und Gaspreise, sowie geopolitische Unruhen in einigen führenden Öl-Regionen haben zu einer Wiederentdeckung der Kohle als zuverlässige und günstige Energiequelle geführt. Man muss damit rechnen, dass die weltweite Nachfrage nach Kohle in den nächsten Jahrzehnten steigen wird. Die größte Nachfrage ist aus China und Indien zu erwarten. Kohle hat einige Vorteile:

• Die weltweiten Reserven sind enorm und Schätzungen der Internationalen Energiebehörde (IEA) gehen davon aus, dass sie bei gleich bleibendem Verbrauch für weitere 180 Jahre ausreichen könnten. Ein Bericht von März 2007 der Energy Watch Group, ein Zusammenschluss von unabhängigen deutschen Forschern, kommt jedoch zu anderen Schlüssen. Die Experten kritisieren die Qualität der Statistiken zu Kohlereserven und schätzen, dass die weltweite Kohleproduktion etwa im Jahr 2025 mit 30% über der derzeitigen Produktion ihren Höchststand erreichen wird.
• Die weltweiten Bestände sind einigermaßen gleichmäßig verteilt: Die USA (27%), Russland (17%), China (13%) und Indien (10%) verfügen über die Mehrheit der Reserven. Im Vergleich hierzu halten die europäischen OECD-Staaten nur 0,45% der Reserven (Quelle: IEA).
• Kohle kann gelagert werden und im Falle eines Nachfragehochs als zusätzlicher Energieträger genutzt werden (z.B. zu Wind).

Der klimaschädliche Brennstoff Kohle wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) trotzdem weiter an Bedeutung gewinnen. Sollten die großen Schwellenländer wie Indien und China ihre Energiepolitik nicht grundsätzlich umstellen, könnte er in zehn Jahren sogar Öl als weltweit wichtigsten Energielieferanten abgelöst haben, sagte IEA-Chefin Maria van der Hoeven am Dienstag vor einer Woche in Paris.

Lediglich in den USA sinke derzeit die Kohle-Nachfrage. Dort zeige die effiziente Nutzung des Energieträgers Gas, wie Kohlendioxid-Emissionen und Strompreise ohne Gefahr für die Energiesicherheit gesenkt werden könnten.

In dem am vergangenen Dienstag vorgestellten Marktausblick bis 2017 rechnet die IEA mit einem jährlichen Anstieg des Kohleverbrauchs um mehr als 500.000 Tonnen. In fünf Jahren könnte er damit fast dem von Öl entsprechen.

In Europa war nach Angaben der IEA-Experten zuletzt Deutschland der größte Importeur des Brennstoffs. Beim Braunkohleverbrauch liegt die Bundesrepublik weltweit auf Platz Nummer eins. Hintergrund des Kohle-Comebacks in Europa sind nach Einschätzung der IEA vor allem die im Vergleich zu Gas günstigeren Preise.

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