Krankheit „Arthrose“: Was ist das eigentlich?

Der Begriff Arthrose (lat. deformare ‚verstümmeln‘) bezeichnet nach einer nichtamtlichen Definition einen „Gelenkverschleiss“ welcher das altersübliche Mass überschreitet.

Als Ursache wird ein Übermass an Belastung – etwa erhöhtes Körpergewicht – angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen, wie Fehlstellungen der Gelenke oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Die Arthrose kann ebenfalls als Folge einer anderen Erkrankung, beispielsweise einer Gelenkentzündung entstehen (sekundäre Arthrose) oder mit überlastungsbedingter Ergussbildung einhergehen. In der anglo-amerikanischen Fachliteratur wird die Arthrose als Osteoarthritis (OA) bezeichnet. Nicht zu verwechseln mit der Rheumatoiden Arthritis, einer chronisch entzündlichen Gelenkerkrankung.

Grundsätzlich können alle Gelenke von arthrotischen Veränderungen betroffen werden. Am häufigsten wird die Erkrankung im Kniegelenk lokalisiert.

Arthrose ist vor allem bei älteren Menschen relativ weit verbreitet. Weil auch bei mir vor etwa 8 Jahren ärztlich diagnostiziert wurde, dass ich im Kniegelenk eine leichte Arthrose (2. Grades von 5 Stufen) hätte blieb ich bis vor etwa einem Jahr völlig beschwerdefrei. Arthrose selbst verursacht eben keine Schmerzen, erst wenn schliesslich ein Gelenk völlig „verstümmelt“ ist kommen die Schmerzen und dann ist auch sofort der Rat eines Arztes gefragt.

Normalerweise bekämpft man dann zuerst die Schmerzen, dann kommt die Gelenk-Spiegelung, vielleicht noch ein MRI(Magnetresonanztomographie) oder eine Röntgenaufnahme dazu. Nicht immer ist das Gelenk woher man die Schmerzen verspürt dabei auch die Ursache. Die Aussage eines Facharztes, ein Knie habe eben ein „Gedächtnis“ wohingegen beispielsweise ein Hüftgelenk nicht, spiegelt sehr gut wieder, dass man eventuell nicht nur beim Knie sondern noch etwas weiter suchen muss.

Aus meiner Erfahrung wird das Thema „Arthrose“ von persönlich Betroffenen weitgehend verschwiegen. Viel eher spricht man vom Ersatz eines Gelenkes und weniger von einer „Arthrose-Erkrankung“.

Auch ich hatte Mühe das Wort „Arthrose“ in den Mund zu nehmen. Ich fühlte mich auch nicht krank. Für meine Kniebeschwerden beim Abwärts-Wandern war deshalb auch nie von einer Krankheit die Rede. Viel eher suggerirte ich klar, dass es eine Sportverletzung sein könnte. Damit bringt man sich automatisch in die Nähe von Sportlern denn wer hat noch nie von jungen Skifahrern gehört welche erfolgreich am Knie zum xten Mal operiert werden mussten.

Dr. Reto Tissi

Seit einem Jahr wird auch am Gesundheitszentrum Unterengadin in Scuol nach der minimalinvasiven Methode operiert. Dr. Reto Tissi ist bei Hüftgelenk-Operationen gar davon überzeugt. Die besonders schonende Technik lässt Patienten schneller genesen und wieder fit sein. Er setzt jährlich etwa 30 künstliche Hüftgelenke ein.

Der Unterschied zur klassischen Methode besteht darin, dass der Operationszugang nicht mehr seitlich sondern von vorne erfolgt. Der Vorteil des vorderen Zugangs ist, dass dieser zwischen zwei Muskelgruppen verläuft, wo weder Nerven noch Gefässe quer verlaufen. „Durch auseinanderdrängen der Muskeln kann man bis zum Hüftgelenk vordringen, wobei die ganze Operation unter dem Hautniveau stattfindet“, erklärte Tissi.

Von der Materialwahl her gibt es keine Unterschiede zwischen minimalinvasiver Operation und der klassischen Methode. Die Prothese ist immer die gleiche. Ein kleiner Nachteil besteht allerdings darin, dass während der Operation mittels Röntgen-Bildverstärker kontrolliert werden muss und dadurch evtl. höhere Kosten anfallen könnten. Auch brauche es spezielle Instrumente und zudem sei die Operation für den Arzt anspruchsvoller.

Hüftarthrose ist nicht nur eine Krankheit von über 80-jährigen sondern auch von 50-jährigen und noch jüngeren. Während eine 70-jährige Frau froh ist den Alltag schnell bewältigen zu können möchten vor allem jüngere Patienten nach dem Hüftgelenkersatz wieder Sport treiben. Dr. Tissi ist mittlerweile von der neuen Technik voll überzeugt. „Es ist ein Aufsteller zu sehen, wie zufrieden die Leute nach kürzester Zeit sind“.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
Dieser Beitrag wurde unter Engadin abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.