Brindisi Italien, Porte Morena – Fähre nach irgendwo?

Etwa um 08.30Uhr verlassen wir den Riva Camping und fahren auf der gleichen Strecke die etwa 100 km zurück nach Lecce.

Dort findet unser Navi schnell die Autobahn-Abzweigung nach Brindisi. Noch 40 km bis Brindisi und hier beginnt unmittelbar hinter der Autobahnausfahrt ein wahres Karussel von Strassen, Ein- und Ausfahrten. Zeitweise dachte ich mir, wir würden uns im Kreise drehen. Sonne von Links, rechts, hinten oder vorn. Eigentlich kam sie immer senkrecht von oben doch die Kompassnadel am Navi drehte sich unaufhörlich.

Urplötzlich dichter Verkehr, ein Zeichen dafür, dass es in die Innenstadt geht. Ein Tor und davor eine Höhenbeschränkung. Strassen a la Italita. Keine 6 Meter breit und doch wird rechts und teilweise auch links parkiert. Einmalmehr sind wir froh, dass unser Camper gerademal 2.12 Meter in der Breite misst. Ohne heranklappbare Spiegel natürlich.
Wir fahren durch schmale Gassen und schwenken dann Richtung Porto ab. Na ja, offenbar auf der falschen Seite des Fährterminals – wie wir feststellen mussten. Wenig später stehen wir vor einer Tankstelle. Heidy fragt den Tankwart und dieser verweist auf den Wegweiser „Porto Moreno“.

Jetzt kommt wieder unser Navi ins Spiel und ohne Routenänderung findet auch er den richtigen Weg. So gegen 10.00 Uhr stehen wir dann vor dem Abfertigungsgebäude und Heidy findet (diesesmal ohne Navi) haargenau den Schalter zum Buchen einer Fähre nach irgendwo. Und dies bereits für heute 1800 Uhr und erst noch für günstige Euro 155.-. Da müssen wir zupacken.

Während Heidy noch am Buchen ist, kontrollieren zwei Poliziotti meine Ausweise. Offenbar fragen sie per Funk ob ich Ausgeschrieben sei. Kaum ist Heidy zurück wird auch sie freundlich aber bestimmt auf die gleiche Weise kontrolliert. Schliesslich sind keine 3 Wochen vergangen als hier in Brindisi ein Bombenanschlag auf eine Modeschule mit Todesfolge von mehreren Schülerinnen zu verzeichnen war. Der Anschlag wird der Mafia zugeschrieben. Ueberhaupt ist die Polizei überall aktiv. Gleich zweimal werden wir noch im Hafen von den sicher fünf zirkulierenden Polizei-Patrouillen kontrolliert.

Gerade jetzt schaue ich im Abendlicht auf’s Meer hinaus. Es ist etwa 2100 Uhr griechischer Zeit und wir sitzen im Camper und schreiben diesen Bericht während das leicht kräuselnde Meer an uns vorbei zieht. Einfach herrlich an der Reeling im Camper zu sitzen während dieser Fahrt nach Korfu .

Wir sind mit der Endeavor Line und dem Schiff “Ionan Queen“ auf der Fahrt nach Igoumenitsa. Der Fahrplan gibt als erste Fahrt den heutigen Tag an. Jetzt ist uns auch klar, warum wir im Internet keine Fähre gefunden haben. Im Winter fahren sie nicht und der Sommer beginnt erst jetzt. Einfach Schwein gehabt. Viele Touristen buchen auch nur die Ueberfahrt nach Korfu und wieder zurück.

Die Fähren nach Albanien fahren scheinbar noch nicht. Andere Schiffe wie beispielweise nach Cesme in der Türkei sind die Büro’s noch immer vorhanden. Doch Schiffe fahren seit zwei Jahren nicht mehr. Ist es vielleicht auch nach Albanien so?

Dank den Bulgaren mit ihren vielen Gemüse- und Früchte-LKW welche ihre Fracht in Süditalien geladen haben und jetzt auf’s Wochenende zu Hause ihre Ware ausliefern müssen haben auch wir eine Ueberfahrt buchen können. Ansonsten hat es noch diverse Lieferwagen, alle vollgepackt bis unters Dach bzw. über das Dach. Türken, Rumänen und Bulgaren geben eine besondere Stimmung. Wir nennen von nun an diese Fahrt den „Balkan-Express“.


Beim Stampfen der Schiffsmotoren und dem Dröhnen von gegeneinander schlagenden Metallteilen ist nun Heidy eingeschlafen. Inzwischen ist es stockdunkel nur die Laternen einzelner Dörfer sind von meinem Fensterplatz aus zu sehen.

Gegen Mitternacht kreuzt uns auf der linken Seite die hellerleuchtete Superfast und nur wenig später kommt die Minoen-Line. Zwei altbekannte Fährlinien denen es auch schon besser gegangen ist.

Mit einer Stunde Verspätung erreichen wir Korfu und in einer weiteren Stundesind wir in Iguamitsa. Der Balkan-Express leert sich praktisch vollständig. Der Kapitän stellt den Schiffsmotor ab. Wahrscheinlich streicht er die Weiterfahrt nach Patras und wartet hier die Rückfahrt nach Brindisi ab.

About muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
This entry was posted in Italien Reiseberichte, Reisen, Süd-Europa Reiseberichte and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.