Korruption auch bei Schweizer Firmen weit verbreitet

Über Schmiergelder und Bestechung reden die Unternehmen in der Schweiz praktisch nie. Das Thema ist tabu – und wird oft unterschätzt. Zwar schneiden die Schweizer Firmen in internationalen Ranglisten zur Korruption meist sehr gut ab. Eine noch unveröffentlichte Studie zeigt nun aber, dass auch viele Schweizer Firmen im Ausland Bestechungsgelder zahlen und die Korruption verbreiteter ist als angenommen. «ECO» mit den Hintergründen.

ECO vom 23.04.2012

Die Schweiz revidierte ihr Korruptionsstrafrecht grundlegend im Jahr 2000. Bis dahin waren Bestechungszahlungen an ausländische Beamte noch von den Steuern abziehbar gewesen. 2003 wurde die strafrechtliche Haftung für Korruptionsdelikte auf juristische Personen ausgedehnt. Eine weitere Verschärfung – diesmal nicht mehr bedingt durch die OECD-Konvention, sondern ein Abkommen des Europarats.

Die OECD-Konvention und das Länderexamen haben zudem einiges ausgelöst. Abgesehen von den strafrechtlichen Neuerungen hat das Problembewusstsein klar zugenommen. Die Zusammenarbeit unter den betroffenen Behörden, aber auch mit den Unternehmen und der Zivilgesellschaft hat sich intensiviert. Ein Beispiel dafür ist die vom seco in Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen, mit economiesuisse und Transparency International herausgegebene und breit gestreute Informationsschrift. Exponenten und wichtigste Akteure – neben economiesuisse und TI – sind das Bundesamts für Justiz, die Bundesanwaltschaft, das Finanzdepartement und das EDA. Korruption gibt es aber weiterhin auch in der Schweiz.

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