Vergleich von Campingplätzen in D, I und CH

Als erfahrener Camper kennt man die Vorteile in den drei Ländern seit langem. Wir wollten im März 2012 aber selber einmal überprüfen ob

  • Deutschland sich immer noch als Super-Camperland bezeichnen darf
  • Italien mit seinem „dolce far niente“ zwar eine laute doch eher für Bambini ausgelegte Kundschaft wünscht und
  • Die Schweiz sauber, sicher und eher einfache und günstige Campingstrukturen anbietet

Natürlich war es für uns nicht möglich in so kurzer Zeit hunderte von Plätzen zu besuchen und zu testen. Auch geben wir zu, dass wir alle Plätze durch unsere persönliche Brille begutachteten. Und die lag für uns als älteres Ehepaar mit Wohnmobil eindeutig bei

  • Preis/ Leistung
  • Komfort/Sauberkeit
  • Freizeit/Umgebung


Anfangs März zogen wir also los und landeten nach etwa 2 Stunden Fahrtzeit nördlich der Schweizer Grenze im Hochschwarzwald, genauer gesagt am Schluchsee.

Camping Wolfsgrund

Camping Wolfsgrund

Bei allerschönstem Frühlingswetter fühlten wir uns sofort wohl, denn nach den Kontrollschildern an den meisten Fahrzeugen zu urteilen haben wir die Grenze noch gar nicht passiert. Doch das Gelbe in den Ortschildern und den Fahrzeugen nach welche vor jedem schmucken „Häusle“ stehen sind wir doch in unserem „Grossen Kanton“ angelangt.

Der terrassierte Platz „Wolfsgrund“ direkt am Schluchsee auf etwa 940 müM ist von Wintergästen nur wenig belegt. Eigentlich hätte der Platz um diese Zeit noch Mittagsruhe, doch die Schranke steht offen. Die Reception ist zwar unbesetzt und an einem Aushang werden neu ankommende Gäste gebeten, vorerst einen Platz auszusuchen und sich später bei offener Reception anzumelden.

Von unserem erhöhten Stellplatz aus haben wir eine wunderbare Sicht auf den noch immer zugefrorenen See. Die Frühlingssonne scheint kräftig doch uns aufzuwärmen vermag sie nicht. Da kommt uns die Schwarzwaldkarte gerade recht, die man für freie Fahrt auf der Bahn, den Skiliften sowie für Eintritte in praktisch allen Wellnessbäder der Umgebung bei der Anmeldung erhält. Dafür zahlt man eine etwas erhöhte Tagespauschale von Euro 27.-. Für Euro 24.- könnte man auch für 2 Personen einen Stellplatz pro Nacht mieten.

Die relativ grossen Stelllätze von gegen 90 m2 sind weder gekiest noch begrast. Nur gut, dass es heute trocken ist und weder regnet noch schneit.

Das über 30–jährige Sanitärgebäude ist noch gut im Schuss und soll gemäss Platzbesitzer im nächsten Herbst einem Neubau weichen.

Unsere Solarpanels laden kräftig die Batterien auf sodass wir auf einen Stromanschluss verzichten können. Mit Gratis-WLAN und unserem Konverter reicht der Strom noch für den ganzen Tag – und sollte die Sonne wieder scheinen auch Morgen.

Der 5 Sterne Campingplatz Piodella in Muzzano in der Südschweiz ist ein TCS Komfortplatz.

Was uns bereits bei der Anfahrt zum Platz ins Auge sticht ist die verwinkelte Zufahrt. Ein Fremder hätte bereits hier Mühe den beschilderten Zufahrtsweg eher zu einer Kiesgrube zu vermuten denn dahinter einen Komfort-Campingplatz zu erwarten.

Auch hier ist Mittagszeit und die Schranke geschlossen. Der Empfang ist unbesetzt und ein Aushang sagt uns, dass man durch drücken eines Knopfes Einlass bekomme und sich einen Platz aussuchen könne. Doch nichts bewegt sich und weil wir hungrig sind verziehen wir uns auf den Parkplatz.

Nach 1400 Uhr stehen wir erneut vor der Schranke. Die Anmeldung ist offen und die zwei Damen empfangen uns in einem geschäftlichen Ton. Die Erste verweist uns an die Zweite und diese wiederum konfrontiert uns mit der Frage, welchen Platz wir ausgesucht hätten?

Wir marschieren also los und stellen fest, dass bis auf 2 Plätze im voderen Bereich alles unbesetzt ist. Der schattenlose naturbelassene „Dreckplatz“ erinnert uns eher an einen nicht bewilligungsfähigen Parkplatz, wären da nicht die auf dem Boden angebrachten Nummerierungen. In diesem Moment startet gerade eine Düsenmaschine vom nahen Flugplatz Agno und braust in etwa 50 Meter Höhe über unsere Köpfe. Zurück zur Anmeldung mit der Frage über den Preis erhellt unsere Stimmung nicht sonderlich. Fr 42.- ohne Strom was ich innerlich ergänze „aber mit Gratisfluglärm“. Später erfahren wir, dass man hier bis Fr 74.- ausgeben könnte. W-LAN natürlich extra.

Trotz den vielen Malern an der Arbeit welche überall mit Farbe den Komfortplatz aufzuhellen versuchen fehlt es hier am natürlich gewachsenen Grün. Dafür wäre vermutlich eher ein Gärtner zuständig als ein Maler.

Kurz entschlossen sehnen wir uns nach den gastfreundlicheren Italiener am Lago Maggiore. Hier in Cannobio-IT auf dem Camping RESIDENCE CAMPAGNA ist kein Maler an der Arbeit sondern dafür mehrere Gärtner. Einer davon hört man jeden Tag mindesten einmal. Etwas weniger laut als die Düsenflugzeuge doch das Ergebnis freut jeden naturverbundenen Camper.

Alle Stellpläze erstrahlen in saftigem jungen Grün und direkt am See stehend blickt man zurück auf die noch immer schneebedeckten Tessiner-Berge in der Schweiz.

Neben einem Elektroanschluss für jeden Stellplatz ist auch für Abwasser gesorgt. Wahrscheinlich darum erstrahlt alles in jungem, satten Rasen. Kommt hinzu, dass es hier gegen Entgelt einen Wifi-Anschluss gibt. Der Familienbetrieb hat bis 31.3. einen Sonderpreis von Euro 25.- inkl. Strom angeschrieben. Dieses Angebot nehmen wir natürlich gerne an.

Live Webcam

Live-Webcam Cannobio IT, Via Magistris

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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