Coco-Bonds ab 2013 auch für Private Anleger?

Voraussichtlich ab dem Jahre 2013 dürften auf dem Finanzplatz Schweiz neue festverzinsliche Werte emittiert werden, die auch für Privatanleger attraktiv sein könnten. Es sind bedingte Pflichtwandelanleihen, nämlich die sogenannten Coco-Bonds.

„Coco“ ist die Abkürzung von Contingent Convertible Bonds. Diese werden zur Stärkung der Eigenkapitalbasis von systemrelevanten Grossbanken geschaffen, auf dass nie mehr der Bund bzw. die schweizerischen Steuerzahler aufkommen müssen, wenn eine Bank in Schieflage geraten sollte. Das war bekanntlich vor vier Jahren bei der UBS der Fall gewesen, als sich die Bank – von Grössenwahnsinn und üppigen Manager-Boni getrieben – im amerikanischen Hypothekenmarkt übernommen hatte. Sie musste von Bund und Nationalbank gestützt werden, weil das Vertrauen in die Bank weltweit stark ins Wanken geriet. Die Engagements von Bund und SNB haben sich inzwischen, auch das muss klar gesagt sein, zu wahren „Goldgruben“ entwickelt. Von hängen gebliebenen Verlusten also keine Spur!

Tagesschau vom 14.02.2011

Und das Risiko?
Unsere beiden Grossbanken und wahrscheinlich auch diverse andere Schweizer Banken werden voraussichtlich ab 2013 mit der Emission von solchen bedingten Pflichtwandelanleihen in Schweizerfranken wie auch in anderen Währungen beginnen. Sie dienen, wie eingangs erwähnt, der Erhöhung der Eigenkapitalquoten, wie sie von den eidgenössischen Räten für die Banken verlangt werden. Wegen des Währungsrisikos sollten sich einheimische Anleger aber ausschliesslich auf CHF-Cocos beschränken.

Das Währungsrisiko ist aber längst nicht alles. Viel gravierender ist das Geschäftsrisiko. Wirtschaftet eine Bank schlecht und macht Verluste, bis das Eigenkapital unter eine vordefinierte Quote sinkt, dann werden die Coco-Bonds automatisch in echtes Eigenkapital, also in Aktien, umgewandelt.

Wer absolut nie an den Erwerb von Bankaktien denkt, der wird grundsätzlich auch nicht in Cocos investieren.

Persönlich bin ich aber überzeugt, dass unsere Banken aus der Misswirtschaft der jüngsten Vergangenheit gelernt haben dürften. Vorbei sollten die Zeiten sein, wo Top-Manager und Verwaltungsräte in verwerflicher Abzockermentalität hauptsächlich auf kurzfristige Gewinnmaximierung und damit auf Millionen-Boni ausgingen. Ist dies der Fall, dann dürften auch die Risiken mit CHF-Coco-Bonds überschaubar sein.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
Dieser Beitrag wurde unter Geld abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.