Ist der Euro am Ende?

Währendem die einjährigen Zinsen für Staatsanleihen der Schweiz sich leicht im Minusbereich bewegen, Euroland und Deutschland hingegen heute noch bei 0.09 % plus, liegen die Prozentsätze von Spanien bei über 9 %, Portugal bei über 20 % und bei den Schrottpapieren von Griechenland bereits bei sagenhaften 550.1 Prozent.
Ist dies bereits das Ende des Euro’s?

Nein: Das Niveau der deutschen Zinsen sind weiterhin noch sehr niedrig. Die eingetretene Entwicklung der Renditen deutet allerdings auf eine neue Situation hin. Während man bisher davon ausgehen konnte, dass hinter steigenden Renditen für Anleihen peripherer Länder eine Umschichtung von Kapital aus dieser Region in die Euro-Kernzone steht, ist nun auch der Markt für Bundesanleihen für Anleger nicht mehr so attraktiv. Es finde nicht mehr eine Umschichtung von der Peripherie in die Kernzone statt, vielmehr fliesst Kapital aus der Euro-Zone ab. In dieses Bild passt auch, dass die Kapitalmarktzinsen in Grossbritannien trotz höherer Inflation zum Teil unter denen der Deutschen liegen.

Ja: Die internationalen Aktienmärkte sind gestern mit fulminanten Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Zwar sind Kursavancen nach einem langen Feiertagswochenende in den USA, wie es Thanksgiving am vergangenen Donnerstag den Amerikanern beschert hat, statistisch gesehen recht wahrscheinlich. Doch grosse Kurssprünge zwischen gut 2% und über 5% sind eher selten. Die Welt schaut eben wieder einmal nach Vorne und hat den Euro bereits abgeschrieben!

Der Sturm auf die Eurozone ist in vollem Gang. Das zeigt sich an den sogenannten «Spreads» der Mitgliedsländer. Die ganze Finanzwelt blickt augenblicklich mit einer Mischung aus Faszination und Panik auf die Entwicklung dieser technischen Grösse. An ihr lässt sich nicht nur ablesen, dass bisher gefährdete Länder immer tiefer in die Gefahrenzonen rutschen aus denen sie nicht mehr gerettet werden können. Sie zeigt auch an, dass immer mehr Länder überhaupt erst in die Gefahrenzone geraten.

Vom neusten Orkan auf den Märkten sind nicht mehr nur die bisherigen Krisenländer Griechenland, Portugal, Italien, Spanien und Irland betroffen. Auch Frankreich gerät immer mehr unter die Räder und neu sogar Österreich.

Heute Mittwoch: Im Kampf gegen die Schuldenkrise gehen die wichtigsten Notenbanken der Welt überraschend in die Offensive. Wie in den schlimmsten Tagen der Finanzkrise stellen sie den Finanzmärkten in einer koordinierten Aktion mehr Geld zur Verfügung. Damit sollten die Spannungen an den Märkten reduziert und auch die Realwirtschaft unterstützt werden, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der Notenbanken.

Tagesschau vom 30.11.2011

Hintergrund: Das Misstrauen der Geschäftsbanken ist derart gross, dass heute der Geldfluss untereinander zum Erliegen kam!

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