Neueröffnung Bahnhof Zernez

Seit mehr als 25 Jahren bedient die Bündner Güterbahn als Partnerunternehmen von SBB Cargo erfolgreich den Bergkanton Graubünden. Die Transportmengen steigen jährlich – dank kombinierten Güterverkehrslösungen. So reisen frühmorgens bereits internationale Zeitungen für die Nobelgäste in St. Moritz mit dem Zug an.

Die Nacht ist noch jung. Das kümmert die Rangierspezialisten und Visiteure im Güterumschlagszentrum der Rhätischen Bahn in Landquart wenig. Die eben vom Postverteilzentrum Frauenfeld mit dem SBB Cargo-Zug angekommenen Wechselbehälter der Post werden von den Profis des GUZ von den Normalspurwagen der SBB auf die Container-Tragwagen der RhB umgeladen.

Der Umlad ist nötig, weil die RhB bekanntlich Meterspur fährt. Zügig kranen die Männer hier von Montag bis Samstag zwischen zehn und sechzehn Container pro Tag um. Danach wird für das Engadin jeweils ein kompletter Güterzug zusammengestellt.

Alsbald fährt der erste Reisezug ab Landquart in Richtung Klosters und Davos. Er führt ebenfalls gelbe Container der Post mit. Danach rollt der erste Güterzug los und kurz darauf ein Zweiter.

In der ersten Güterkomposition fahren die Postwagen. Der Zweite führt bis zu zehn Wechselbehälter von Coop. Der Detailhandelsriese spediert die Lebensmittel aus der Verteilzentrale Chur per Bahn in die Verkaufsstellen in den Bündner Bergen – in diesem Fall via Klosters durch den Vereinatunnel bis Zernez.

Seit Ende Mai 2010 wurde eben dieser Bahnhof umgebaut, die Perrons überdacht und neue Geleise für den Güterumschlag bereitgestellt. Bereits am 11.11.11 wurden fast alle Arbeiten abgeschlossen und gestern Samstag, 26. November 2011 mit einer Feier wiedereröffnet.

Neben diversen Ansprachen fand auch der offizielle Zernezer Weihnachtsmarkt mit über 20 Verkaufs- und Verpflegungsständen statt. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgesellschaft Zernez und ein Schülerchor. Zudem wurde ein weiterer ALLEGRA-Triebzug auf den Namen des Mitbegründers des Schweizerischen Nationalparks Steivan Brunies getauft.

Der neue Zweispannungstriebzug ALLEGRA von Stadler Rail ist hochmodern und kann den Stromsystemwechsel auch fahrend durchführen. Entsprechend entfällt zukünftig ein möglicher Triebfahrzeugwechsel in Pontresina zwischen Stamm- und Berninalinie.

Die moderne Antriebsregelung sowie der Einzelachsantrieb stellen sicher, dass die Triebzüge mit schweren Anhängelasten und bei allen Witterungsbedingungen die Steigungen des RhB-Netzes bewältigen können.

Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail Group, lobt die am Projekt beteiligten Ingenieure: «Ich bin stolz, dass wir in der Schweiz ein derartiges Know-how im Schienenfahrzeugbau wieder aufbauen konnten».

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Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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