Ende der Hyperglobalisierung – wie geht es weiter?

Geld Fr. 50.- bis 100.-Wer sich den Weltuntergang herbei wünscht kann wählen:

Die Finanzmärkte spielen verrückt. Das System kracht zusammen und die derzeitige EU ist am Ende. Selbst China’s Hyperinflation wird die Hoffnungen einer Mittelschicht zu Nichte machen. Das einst mächtigste Land der Welt die USA verarmt und landet in einer tiefen und lang anhaltenden Depression.

Was ist geschehen?
Alles läuft viel zu schnell. An den Börsen handeln mit künstlicher Intelligenz hochgezüchtete Computer selbständig in Microsekunden hunderte von Transaktionen ab. Bei diesem Tempo kann die Politik nicht mithalten. Staatsoberhäupter rennen von Krisengipfel zu Krisengipfel und müssen hinterher frustriert feststellen, dass die Märkte Beschlüsse einfach wieder zunichtemachen.

EU Kommissionspräsident José Manuel Barroso will nun zusammen mit Deutschland und Frankreich mit einer Transaktionssteuer Sand ins Getriebe der Finanzmärkte streuen. Doch selbst wenn dies gelingen sollte, dann ……?

Die Globalisierung hat ihren Charakter total verändert! Sie ist zur Hyperglobalisierung geworden. Stresssymptome nehmen zu. Die Börsen sind viel zu volatil und die nationale Politik bereits vergiftet. Neuerdings spricht man von einem internationalen Währungskrieg.

Jeffrey Sachs, Professor an der Columbia Universität wurde einst als Schocksanierer berühmt. Jetzt ist er zum grössten Globalisierungskritiker avisiert. Am härtesten aber geht Professor Dani Rodrik mit seinem Buch „Das Globalisierungs-Paradox“ ins Gericht. Das Abkommen von Breton Woods sorgte einst dafür, dass eine Weltwirtschaftsordnung entstand in der nationale Interessen und internationaler Handel im Einklang zusammenleben konnten. Heute droht dem ganzen System die Kernschmelze.

So musste die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit drastischen Massnahmen den Franken bei 1.20 zum Euro stabilisieren. Mit dem teuren Franken wäre ansonsten die Exportindustrie zunichte gemacht worden. Die Finanzmärkte treiben die Welt in eine noch nie dagewesene Depression mit unvorstellbaren politischen Konsequenzen. Die Euroländer haben die Kontrolle über diese Situation bereits verloren. Sie können die Kontrolle nur über eine neue Form von gutmütiger und gemässigter Globalisierung wiedererlangen und sich aus der Zwangsjacke der Hyperglobalisierung befreien.

Wann endlich werden die Algo-Trader aus dem Verkehr gezogen?
Im den Jargon spricht man von «High-Frequency»- oder auch «Algo»-Tradern. Gemeint sind damit Börsenhändler, die ihren Job nicht mehr mit einem Mix aus Analyse und Bauchgefühl ausführen, sondern mit hochgezüchteten Supercomputern und künstlicher Intelligenz. Sie wickeln ihre Transaktionen innerhalb von Mikrosekunden ab und verdienen damit ein Heidengeld. Gegen sie haben normale institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen keinen Stich mehr. Völlig chancenlos sind die Kleinanleger.

Doch damit soll bald Schluss sein. In den Vereinigten Staaten, aber auch in Europa und Kanada machen sich die Überwachungsbehörden Gedanken, wie man den Algo-Tradern das Handwerk legen kann.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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