Ausreise aus der Türkei

Von Camping Semizkum kommend fahren wir durch den Ort und dann bewusst verkehrt durch eine übersichtliche Einbahnstrasse in die Unterführung einer Autobahn. Von dort gelangen wir auf die richtige, westwärts führende Fahrspur.

In der Türkei sind solche Fahrmanöver alltäglich. Wir empfinden dies inzwischen auch nicht mehr als gefährlich weil jeder Rücksicht auf den anderen nimmt und keineswegs auf sein Recht beharrt.

Bis zur Grenze sind es noch ca. 180 km die wir zu etwa 90 % alles auf der linken Fahrspur zurücklegen. Die rechte Fahrspur ist von den Lastwagen derart mit Löchern übersät, dass wir unser Fahrzeug schonen wollen. Die wenigen PW’s können ja immer noch rechts ausweichen und uns überholen.

Bei Kesan haben wir die etwa 4000 km lange Roundtour durch die Türkei abgeschlossen und bei Ipsala erreichen wir den Grenzfluss Evros. Beim türkischen Grenzkontrollposten auf einer Flussinsel gelegen herrscht überhaupt kein Gedränge. Nach einer streng bewachten Eingangskontrolle werden wir zur eigentlichen Zollabfertigung vorgelassen.

Dort hämmert uns ein sitzender Beamter je 3 Stempel in unsere Pässe und fragt gleich wie bei der Einreise ob wir allenfalls ein Motorrad mitführten. Dann können wir bereits die Ausgangskontrolle passieren und über eine weitere Brücke zum griechischen Zoll fahren.

Hier werden wir von 3 LW gestoppt die aufgereiht offensichtlich auf irgendetwas warten müssen. Als uns ein Reisecar überholt und in einer unübersichtlichen Kurve vorfährt ziehen wir nach. Dann geht es auf griechischen Seite durch ein Wasserbad (vor 28 Jahren war es genau umgekehrt) und wir reihen uns in die Spur für EU und CH-Bürger ein.

Ein PW mit SRB-Schildern versperrt dabei beide Spuren. Dahinter warten genau vier Fahrzeuge die nun alle ungeduldig werden. Vermutlich sind die Papiere des Serben nicht in Ordnung und ein Palaver geht los. Kommt hinzu, dass die weiteren mitfahrenden Personen mit ihrem Fahrzeug die gesamte Grenzkontrolle lahmlegen. Endlich wird vom nachfolgenden Lenker das Fahrzeug halbwegs zur Seite geschoben. Heidy ist mit den Pässen bereits ausgestiegen und möchte sie zeigen. Der griechische, offensichtlich gestresst scheinende Zollbeamte schnauzt sie an und will wissen was sie als EU- bzw. Schweizer-Bürger damit möchte. Weiterfahren lautet doch die Devise was uns mit unserem breiteren Fahrzeug unter kräftiger Mithilfe der Hupe schliesslich gelingt. Der Serbe wird zur Seite gepustet und wir können endlich zur griechischen Endkontrolle vorfahren.

Gleich darauf sind wir auf der griechischen Autobahn Richtung Alexandropolis und machen beim ersten Rastplatz halt. Erstaunt bin ich ob der Sauberkeit auf den Rastplatz Toilletten. Ueber einen Monat habe ich kein so sauber wirkendes Pissoir gesehen wie hier.

Dabei ist gerade ein Mann des Unterhaltsdienstes dabei den Rastplatz vom Unrat oder was dafür gehalten wird zu reinigen. Mit einem normalen Stubenbesen findet er ein paar Blätter die ihm ins Auge stechen und weggeräumt werden müssen. Auf einer überdeckten Bank stillen wir unseren Hunger und nach einer halben Stunde sind wir bereits auf dem Camping von Alexandropolis. Welch eine Wohltat?

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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