Westwärts – Richtung Heimat!


Gestern kamen bei mir erstmals Zweifel auf, ob wir für dieses Jahr das richtige Reiseziel gewählt hätten. Meine Erinnerungen an die Türkei von früher waren vielleicht etwas zu stark geprägt von persönlicher Nostalgie. Heute kamen wir jedoch zum endgültigen Schluss: Wir wollen westwärts – da liegt unsere Heimat!

Generell haben Touristen hier nichts zu befürchten. Sie sind schliesslich diejenigen die das Geld ins Land bringen. Und doch fühle ich mich hier nicht mehr vollständig frei. Die ständige Indoktrination der offiziellen muslimischen Türkei durch die immer präsenten Lautsprecher zehren an meinen innersten Nerven. Gott sei Dank kann ich die immer gleich klingende, sirenartige und gebetsmühlenhafte Sprache der Muezine nicht verstehen. Heute wollen wir westwärts solange es die Lage noch erlaubt.

Früh stehen wir auf, programmieren der Navigation unser letztes Ziel (in der Türkei) und geben heute Sonntagmorgen unserem Fiat Dukato nochmals genügend Treibstoff für die Fahrt über die Berge Richtung Westen. Die erste Tankstelle beglückt unser gar mit einem Literpreis von TL 3.28 was etwa Fr. 1.70 entspricht.

Auf der vierspurigen, gut ausgebauten Schnellstrasse sind heute wiederum viele Pferdefuhrwerke, Traktoren oder Einachser unterwegs. Uns schien es als würden alle einen Sonntagsausflug machen, denn die Ladebrücken der Gefährte waren nicht mit Waren sondern mit Menschen beladen. Der Verkehr ist jedoch gering sodass diese Gefährte für uns kein Hindernis darstellen.

Schnell haben wir die Autobahn Ankara – Istanbul erreicht. Auf der Gegenseite sehen wir immer öfter Staus. Heute ist für die Türken Ferienbeginn und sie wollen eben Ostwärts. In Istanbul werden wir auf die nördlich liegende Bosporus-Brücke geleitet. Alles verläuft wie bei uns in den Grosstädten etwas hektisch nur dass die Türken das Wedeln eben nicht auf Skipisten sondern auf der Autobahn vollziehen.

Bereits gegen Mittag erreichen wir den total überfüllten Campingplatz von Semizkum am Marmarameer. Uns wird vorrerst ein provisorischen Platz zugewiesen den wir für die kommende Nacht gleich beibehalten.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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