Manavgat – Alanya – Gazipasa – Anamur/Türkei

Der Goldsand oder Inzekum-Camping in der Nähe von Side ist ein Ressort für Zelte und Wochenendhäuser. Für Camper ist ein separater abfallender Teil reserviert und damit keinenfalls für die vorgesehenen Fahrzeuge konzipiert.

Sandstrand und Restaurant sind vom Feinsten und Eingangskontrolle und Reception lassen nichts zu wünschen übrig. W-LAN ist vorhanden, doch weitere SSID’s lassen erahnen in welcher Richtung es geht. Ausgerichtet an Türken des Mittelstandes wird hier dafür ein Zeltplatz im Wald etwas abseits von Side eingerichtet. Mit 8 % Bruttosozialprodukt Steigerung pro Jahr wird diese Klientel vorhanden sein. Bereits heute baden selbstbewusste muslimische Frauen in ihren Gewändern im Meer und Heidy fühlte sich in ihrem Bikini beinahe nackt. Eine Frau legte den Schleier ab und hervor kamen grau-weisse Haare und ein junggebliebenes Gesicht.

Wir verlassen diesen bis anhin mit TL 45.- teuersten Camping etwa gegen 09.00 Uhr und fahren weiter Richtung Osten. Wie 1983 wollen wir auch heute sehen, wie sich die Gegend von Alanya entwickelt hat und dies kann man unserer Meinung nach am besten von oben.

Die Hafenstadt mit ihren 115‘000 Einwohner (1983: 12‘000) und dem 250 m hohen Burgberg ist ideal für einen Ueberblick von oben. Auf Anhieb und immer dem Wegweiser (falls vorhanden) folgend finden wir die auch für Busse wichtige Auffahrt zur Burg hoch.

Gegen 10.00 Uhr sind wir oben auf dem Parkplatz und damit fast die ersten Besucher. Auch hier treffen wir wie 1983 die gleiche Burg aber mit den üblichen Eintritten, Läden, Taxen usw. an. Waren wir früher alleine auf diesem Burgberg werden heute Bus um Bus voll von Touristen aus aller Herren Länder herangekarrt. Trotzdem müssen auch wir die einst von Seeräubern im 2. Jh.v.Chr. gegründete Festung nochmals gesehen haben. Neben Zisternen und Kasematten ist im parkähnlichen Gelände einzig eine kleine byzantinische Kirche erhalten. Von der Bastion Adam Atacagi am Steilabfall im Nordwesten sollen Kriegsgefangene in den Tod gestürzt worden sein; wer jedoch mit einem Steinwurf das Meer erreichte soll sich dem Heer der Seldschuken anschliessen dürfen.

Wir jedoch fahren gegen Mittag weiter auf der D400 Richtung Südosten. Kurz nach Gazipase beginnt eine mörderische Baustelle welche mit kurzen Unterbrüchen bis nach Anamur andauern soll. Eigentlich werden heute ganze Berge abgetragen um der Gebirgstrecke eine neue Linienführung abzutrotzen. Viele Strassenstücke sind deshalb gesperrt und auf provisorischer Linienführung verlegt weil an anderen Orten die Kuppen abgetragen und mit Lastwagen die Zwischentäler aufgefüllt werden. Dabei lässt sich die Linienführung nur teilweise erahnen. Es stellt sich die Frage: Sind wir noch immer auf dem richtigen Weg? Doch dank riesigen Staubfahnen von Lastwagen können wir die Wegstrecke von weitem erahnen und sind schliesslich direkt froh, wenn uns ein solches Vehikel im Gegenverkehr die Sicht komplett nimmt. Bis in den ersten Gang herunterschalten und im Schritttempo die nächsten Meter Piste suchen das haben wir letztmals 2009 in Island erlebt. Damals aber mit einem 4×4 Fahrzeug welches mit Sicherheit etwas geländegängiger war als unser Fiat-Dukato.

Ohne Baustelle wäre es fantastisch, denn Bananenbäume in Tälern und die Sicht auf’s Meer werden den Reiz mit der neuen Schnellstrasse verloren haben. Uns werden dann aber auch die Kleinhändler am Wegesrand fehlen, welche ihre eigenen „Muz“- Stände aufstellen. Heute können wir noch 1 kg Bananen für TL 4.- erstehen und morgen?

Gegen 1600 Uhr erreichen wir den ersten Campingplatz kurz vor der Burg von Anamur. Dank Typ eines Oesterreichers welcher mit einem 8.5 m langen Caravan dieselbe Strecke gefahren ist wie wir und uns den Typ in Kas gegeben hat sind wir hier gelandet und wollen uns erstmals so richtig erholen.

Über muck

Senior Projektleiter mit Freude am Sport
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